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Finanzminister Scott Bessent sagt, das Weiße Haus habe mit einer Finanzkrise zu kämpfen

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 4 Minuten
Finanzminister Scott Bessent sagt, das Weiße Haus habe mit einer Finanzkrise zu kämpfen
  • Scott Bessent warnte davor, dass die USA aufgrund jahrelanger übermäßiger Staatsausgaben auf eine Finanzkrise zusteuerten.
  • Donald Trump rief das Ministerium für Regierungseffizienz unter der Leitung von Elon Musk ins Leben, um Stellen im öffentlichen Dienst abzubauen und Kosten zu senken.
  • Die Märkte gaben nach, da Trumps Zollpolitik die Angst vor Inflation und einer möglichen Rezession schürte, doch Scott wies diese Bedenken zurück.

Das Weiße Haus befindet sich im Krisenmodus, nachdem Finanzminister Scott Bessent am Sonntag erklärte, die USA stünden aufgrund leichtsinniger Staatsausgaben der letzten Jahre am Rande eines finanziellen Zusammenbruchs. Die Regierung bemüht sich nun fieberhaft um eine Lösung.

„Ich kann garantieren, dass wir eine Finanzkrise gehabt hätten. Ich habe mich damit beschäftigt, ich habe darüber gelehrt, und wenn wir diese Ausgaben beibehalten hätten – das wäre alles nicht tragbar gewesen“, sagte Bessent in der NBC-Sendung „ Meet the Press“. „Wir starten einen Neustart und bringen die Dinge auf einen nachhaltigen Kurs.“

Trump kürzt die Staatsausgaben

dent Donald Trump hat Kostensenkung zu einer seiner obersten Prioritäten erklärt. Er gründete das Ministerium für Regierungseffizienz unter der Leitung von Elon Musk, um in zahlreichen Bundesbehörden unnötige Ausgaben zu reduzieren. Das Ziel? Weniger Arbeitsplätze, mehr Frühverrentungen und geringere Staatsausgaben.

Doch trotz dieser Bemühungen sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Allein im Februar überstieg das US- defidie Billionen-Dollar-Marke und verschärfte damit die Schuldenlage. Selbst Bessent verspricht keine reibungslose Erholung. „Es gibt keine Garantien“, räumte er ein, „dass das Land nicht in eine Rezession gerät.“.

Die Wall Street nimmt die Lage sehr ernst. Die Märkte sind nervös, da Trumps aggressive Zollpolitik Inflationsängste und eine drohende Konjunkturabschwächung auslöst. Der S&P 500 fiel um 10 % von seinem Höchststand im Februar und die Volatilität erreichte ihren Höhepunkt.

Bessent scheint unbesorgt. „Ich bin seit 35 Jahren im Investmentgeschäft und kann Ihnen sagen, dass Korrekturen gesund sind. Sie sind normal“, sagte. „Was hingegen ungesund ist, sind diese euphorischen Märkte. So entsteht eine Finanzkrise. Es wäre viel besser gewesen, wenn jemand 2006 und 2007 die Notbremse gezogen hätte. Dann hätten wir 2008 die Probleme nicht gehabt.“

Besent unterstützt Trumps Wirtschaftspolitik

Scott Bessent ist nicht einfach nur ins Finanzministerium gekommen, um Stillschweigen zu bewahren. Er hat sich zu einer der lautstärksten Stimmen entwickelt, die Trumps Wirtschaftspolitik „MAGA 2.0“ vorantreiben. Seine Position? Kurzfristige Markteinbrüche seien es wert, um langfristig die Wirtschaft zu kontrollieren.

Bessent, ein ehemaliger Hedgefonds-Manager, folgt nicht dem üblichen Kurs der Wall Street. Er befürwortet Trumps protektionistische Handelspolitik und fordert einen drastischen Abbau der Staatsausgaben in den USA. Kürzlich sorgte er für Aufsehen, als er sagte: „Der Zugang zu Billigwaren ist nicht der Kern des amerikanischen Traums.“ Auch die Befürchtungen hinsichtlich der Zölle wies er zurück und erklärte, er mache sich „weniger Sorgen“ um die kurzfristigen Auswirkungen.

„Er hat die Rolle, die die Märkte erwartet hatten, bisher definicht gespielt“, sagte Sarah Bianchi, Senior Managing Director bei Evercore ISI. Die Sorge besteht darin, dass es in der Regierung niemanden mehr gibt, der bereit ist, Trumps aggressive Wirtschaftspolitik zu stoppen.

Während Trumps erster Amtszeit fungierten Beamte wie der frühere Finanzminister Steven Mnuchin und andere Wirtschaftsberater als Kontrollmechanismen, um zu verhindern, dass extreme politische Maßnahmen verheerende Folgen hatten. Diese Kontrollmechanismen sind nun aufgehoben. „Die Kontrollmechanismen der ersten Regierung existieren nicht mehr“, sagte ein ehemaliger Mitarbeiter Trumps.

Bessents enge Verbindungen zu George Soros und seine mangelnde politische Erfahrung bei den Republikanern ließen viele an der Wall Street erwarten, dass er einen eher traditionellen, marktwirtschaftlichen Ansatz verfolgen würde. Stattdessen hat er sich voll und ganz Trumps „America First“-Strategie angeschlossen, insbesondere in Handelsfragen.

„Scott ist sich der gravierenden wirtschaftlichen Kosten einermaticZollerhöhung sehr wohl bewusst“, sagte Jens Nordvig, Gründer von Exante Data. Das heißt aber nicht, dass er sich dagegen wehrt. Anders als Mnuchin, der sich gegen Trumps radikalere protektionistische Ideen wehrte, scheint Bessent diese zu unterstützen.

Die Ängste an den Märkten wachsen angesichts drohender Rezessionsrisiken

Trumps Wirtschaftsprogramm für seine zweite Amtszeit sorgt für Aufsehen, insbesondere im Welthandel. Erste Entscheidungen haben China, Kanada und Mexiko getroffen und einen ripple an den Märkten ausgelöst. Handelsminister Howard Lutnick und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer führen die neuen Handelskonflikte an, wodurch Bessent vor heikle innenpolitische Herausforderungen gestellt wird.

Der Finanzminister und Lutnick sind nicht gerade die besten Freunde. Beide wollten den Posten im Finanzministerium, und die Spannungen zwischen ihnen sind bekannt. „Er muss aufpassen, dass er nicht zum Miesepeter wird“, sagte eine mit der Situation vertraute Person und verglich ihr Verhältnis mit einem „brasilianischen Messerkampf im Dunkeln“

Trotz Bedenken beharrt das Weiße Haus darauf, dass Bessent voll und ganz hinter Trumps Vision steht. Ein Sprecher des Finanzministeriums gab eine Erklärung ab, in der es hieß, er arbeite „unermüdlich daran, dieses Mandat im Namen desdentumzusetzen und sicherzustellen, dass sowohl die breite Bevölkerung als auch die Finanzwelt vondent Trumps erfolgreicher Wirtschaftspolitik profitieren“

Doch auch Bessent weiß, dass der Übergang nicht schmerzlos verlaufen wird. Er räumte kürzlich ein, dass die Umstellung von öffentlichen auf private Ausgaben Zeit in Anspruch nehmen wird. „Es wird eine natürliche Anpassung geben“, sagte er.

„Die unteren 50 Prozent der arbeitenden Amerikaner sind ums Leben gekommen. Wir versuchen, dem entgegenzuwirken“, sagte er gegenüber CNBC. Auf die Frage, ob die von Trump geerbte Wirtschaft zu schwächeln beginne, verneinte er dies nicht. „Könnte es sein, dass diese Wirtschaft, die wir geerbt haben, langsam wieder in Schwung kommt? Durchaus.“

Die Wall Street wartet noch immer auf beruhigende Zusicherungen, aber Bessents Botschaft bleibt dieselbe: Langfristige wirtschaftliche Stärke erfordert kurzfristige Schmerzen.

„Den Menschen ist mittlerweile völlig klar, dass es sich hier nicht um jemanden handelt, der einfach nur die Stimme der Märkte wiedergibt. Es handelt sich um jemanden mit einer ganz anderen Weltsicht“, sagte Josh Lipsky, leitender Direktor des GeoEconomics Center des Atlantic Council.

Trumps Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik beunruhigt einige Ökonomen hinsichtlich einer möglichen Stagflation oder gar einer Rezession. CEOs, die vom Business Roundtable befragt wurden, haben ihre Einstellungs- und Investitionspläne bereits zurückgefahren. David Solomon, CEO von Goldman Sachs, erklärte kürzlich, die politische Unsicherheit bremse das Geschäft und halte Investoren zurückhaltend.

Bessent hingegen sieht auch positive Aspekte. Er verwies auf den jüngsten Rückgang der langfristigen Kreditkosten und die niedrigeren Benzinpreise als Beweis dafür, dass die Strategie der Regierung Wirkung zeigt. Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass sich die USA in einem grundlegenden Wandel befinden, und dass dies zunächst negative Folgen haben wird.

„Es besteht kein Zweifel, dass Trump großen Einfluss auf sein wirtschaftspolitisches Denken hatte“, sagte Stephen Moore, ein ehemaliger Berater Trumps. Moore merkte an, dass es Bessent gelungen sei, Trump in Medienauftritten nicht in die Quere zu kommen – eine Fähigkeit, die vielen von Trumps früheren Wirtschaftsberatern nicht gelungen sei.

In Bezug auf die Politik sagte Moore, Bessent sei „in seiner Denkweise darüber, wie sich diese Politik auf die Arbeiterklasse und die amerikanische Mittelschicht auswirkt, immer mehr in Richtung Trump geworden“

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Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid ist Finanzjournalistin mit sechs Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale gearbeitet und dabei Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und war bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender zu sehen, um Einblicke in den Kryptomarkt zu geben.

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