Nach dem ganzen Trubel um das Scheitern von FTX und Sam Bankman-Fried ist es nun soweit. Am Montagmorgen gaben die bahamaischen Behörden bekannt, dass FTX-Gründer Sam Bankman-Fried von der Royal Bahamas Police Force festgenommen wurde und voraussichtlich an die USA ausgeliefert wird. Die US-Behörden haben Anklage gegen ihn erhoben.
FTX-Fehler und Sam Bankman-Fried
In der ersten Novemberwoche veröffentlichte CoinDesk einen Bericht über die Bilanz von FTX, der sich rasant verbreitete, da diese zeigte, dass das Unternehmen über keinerlei Reserven verfügte. Nutzer begannen, ihre Anteile abzuheben, und innerhalb einer Woche meldete das Unternehmen in den USA Insolvenz an. Sam Bankman-Fried zog nach seinem Rücktritt als CEO auf die Bahamas.
Dennoch geriet er ins Visier der Behörden, da ihm vorgeworfen wird, zehn Milliarden Dollar an Kundengeldern von FTX an Alameda Research transferiert zu haben. Sam Bankman-Fried weist die Anschuldigungen zurück und bezeichnet sie als Fehlinterpretation und Verwirrung. Er weist jegliches Fehlverhalten des Unternehmens von sich. Die Behörden lassen sich jedoch nicht mit beschönigenden Worten abspeisen.
Sam Bankman-Fried und die Behörden
Sam Bankman-Fried sollte am 12. Dezember 2022 virtuell vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses erscheinen. Kurz vor der Sitzung wurde er jedoch auf den Bahamas verhaftet, und seine Anwälte erklärten, dass er nicht vor dem Ausschuss erscheinen werde.
Die bahamaischen Behörden haben kategorisch erklärt, dass sie Sam Bankman-Fried bis zum formellen Auslieferungsantrag der USA in Haft behalten werden. Der bahamaische Premierminister Philip Davis ist überzeugt, dass zwischen den Bahamas und den USA gemeinsame Interessen bestehen. Alle FTX-Mitarbeiter, die möglicherweise gegen das Gesetz verstoßen und das Vertrauen der Öffentlichkeit missbraucht haben, werden für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen.
Er fügte ferner hinzu, dass die Bahamas in Zusammenarbeit mit ihren Strafverfolgungs- und Aufsichtsbehörden in den Vereinigten Staaten und anderswo ihre eigenen aufsichtsrechtlichen und strafrechtlichen Untersuchungen zum Zusammenbruch von FTX , während die Vereinigten Staaten strafrechtliche Anklagen gegen SBF persönlich erheben.
Die Vereinigten Staaten haben mehrere Anklagen gegen den Gründer von FTX, Sam Bankman-Fried, erhoben. Die Liste umfasst unter anderem Betrug mittels Telekommunikation, Verschwörung zum Betrug mittels Telekommunikation, Wertpapierbetrug, Verschwörung zum Wertpapierbetrug und Geldwäsche. Darüber hinaus hat die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) separate Anklagen gegen ihn wegen Verstößen gegen Wertpapiergesetze erhoben.
Wird Sam Bankman-Fried ausgeliefert?
Die bahamaischen Behörden haben erklärt, SBF nach dessen formellem Auslieferungsantrag an die USA auszuliefern, was jedoch weiterhin bezweifelt wird. Aus den Äußerungen hochrangiger Vertreter beider Länder geht jedochdent , dass die Auslieferung erfolgen wird. Zudem besteht zwischen den Bahamas und den USA seit Ende des 20. Jahrhunderts ein Auslieferungsabkommen.
Die Auslieferung ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass eine der Parteien einen Haftbefehl erlässt. Im vorliegenden Fall ist ein Haftbefehl sehr wahrscheinlich, und ein formelles Auslieferungsersuchen wird in Kürze erfolgen.
Zukunft von SBF und FTX
Nach dem SBF übernahm John J. Ray III die Leitung des Unternehmens und führte einige Strukturänderungen durch, um es wieder auf den Stand vor dem Zusammenbruch zu bringen. Es wird jedoch eine sehr schwierige, wenn nicht gar unmögliche Aufgabe für den neuen CEO sein, die FTX-Gruppe vollständig zu normalisieren.
Darüber hinaus könnte die Bundesregierung laut Rechtsexperten Sam „Bankman“ Fried wegen Bank- oder Überweisungsbetrugs anklagen, was eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährungsmöglichkeit zur Folge haben könnte. Viele Anleger mögen das schockierend finden, aber es ist durchaus möglich.
Sam Bankman-Fried