Untersuchungen zeigen, dass im Polymarket Arbitragegeschäfte im Wert von 40 Millionen Dollar durchgeführt haben

- Einige Forscher haben aufgedeckt, dass botähnliche Wettende falsch bewertete Wetten auf Polymarket ausnutzten und so Gewinne von fast 40 Millionen Dollar erzielten.
- Laut der Studie wurden zwischen April 2024 und April 2025 86 Millionen Wetten auf verschiedenen Märkten analysiert.
- Bei Wetten auf politische Ereignisse, insbesondere die US-Wahlen 2024, dominierte der Arbitragehandel, im Vergleich zu Sportwetten, bei denen geringere Gewinne erzielt wurden.
Eine neue Studie hat ergeben, dass automatisierte Wettanbieter durch Arbitragegeschäfte auf der Handelsplattform Polymarket Gewinne in Höhe von fast 40 Millionen US-Dollar erzielten. Politische Wetten wurden dabei häufiger ausgenutzt als Sportwetten, insbesondere im Hinblick auf die US-Wahlen 2024. Die Studie zeigte, wie eine kleine Gruppe hochaktiver Teilnehmer risikofreie Gewinne auf Kosten anderer Wettender generieren konnte.
Oriol Saguillo, Vahid Ghafouri, Lucianna Kiffer und Guillermo Suarez vom IMDEA Networks Institute veröffentlichten die Forschungsstudie am 5. August im Open-Access-Repository arXiv. Sie analysierten 86 Millionen Wetten, die zwischen April 2024 und April 2025 auf verschiedenen Märkten platziert wurden. Ihre Studie, die noch nicht von Fachkollegen begutachtet wurde, verdeutlicht das Ausmaß des Arbitragehandels in dezentralen Wettökosystemen.
Untersuchungen des IMDEA Networks Institute zeigen, dass die drei erfolgreichsten Spieler auf Polymarket fast 4,2 Millionen Dollar Gewinn erzielten
Laut der Studie platzierten die drei größten Wallets im Laufe des Jahres über 10.200 Wetten. Sie erzielten damit Gewinne in Höhe von rund 4,2 Millionen US-Dollar. Die Studie legt nahe, dass viele Teilnehmer automatisierte Programme nutzten, um durch das Ausnutzen von Fehlbewertungen bei Wetten solche Gewinne zu erwirtschaften.
Polymarket nutzt im Gegensatz zu anderen Wettanbietern Marktmechanismen zur Bestimmung der Quoten, anstatt diese selbst zu berechnen. Das Geschäftsmodell von Polymarket ermöglicht eine offene und transparente Preisfindung und ist dezentralisiert. Laut der Studie bietet dieses Modell Arbitragehändlern die Möglichkeit, falsch bewertete Wetten auszunutzen – etwas, das traditionelle Wettanbieter aktiv zu verhindern.
Auf Polymarketkönnen Spieler Aktien auf zukünftige Ereignisse zu Preisen zwischen 0,01 $ und 1 $ erwerben, was einer Wahrscheinlichkeit von 1 % bis 100 % entspricht. Der Preis spiegelt die implizite Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses wider. Die Summe aller möglichen Ergebnisse eines Ereignisses sollte idealerweise 100 % ergeben. Laut der Studie ist dies jedoch nicht immer der Fall; aufgrund kurzfristiger Schwankungen kann die Gesamtwahrscheinlichkeit über oder unter die 100-%-Schwelle fallen, wodurch sich eine Möglichkeit für risikofreie Geschäfte ergibt. Die dadurch entstehende zusätzliche Marge ermöglicht Arbitragegeschäfte.
Die Studie beschrieb zwei unterschiedliche Arten von Arbitragegeschäften. Die erste Art konzentrierte sich auf einen einzelnen Markt, auf dem ungleiche Wahrscheinlichkeiten es den Spielern ermöglichten, durch den Kauf oder Verkauf gegensätzlicher Ergebnisse Gewinne zu erzielen. Die zweite Art umfasste mehrere Märkte, auf denen das Ergebnis eines vorangehenden Ereignisses einen anderen, damit verbundenen Markt beeinflusste.
Das IMDEA Network Institute stellte fest, dass politische Prognosemärkte, insbesondere die US-Wahlen 2024, den größten Anteil an den Arbitragegewinnen generierten. Laut einer Analyse von Dune Analytics überstieg das monatliche Wettvolumen während der Wahlen auf Polymarket 2,6 Milliarden US-Dollar, was ideale Voraussetzungen für Arbitragestrategien bot.
Eine Studie zeigt, dass politisch motivierte Wetten auf Polymarket am häufigsten genutzt wurden
Sportmärkte boten im Allgemeinen mehr Arbitragemöglichkeiten, jedoch mit geringerem Gewinnpotenzial. Laut der Studie generierten politische Wetten höhere cash . Die Studie ergab, dass die meisten Arbitragegeschäfte Gewinne zwischen 1 % und 5 % erzielten. Extreme Ineffizienzen, die zu überdurchschnittlich hohen Gewinnen führten, waren auf der Plattform selten. Ein bemerkenswertes Beispiel: Ein Teilnehmer platzierte im selben Markt Ja- und Nein-Aktien im Wert von jeweils 0,02 US-Dollar und erzielte damit einen Gewinn von fast 59.000 US-Dollar.
Die Studie bestätigte, dass dieses Phänomen auftritt, wenn die Wahrscheinlichkeiten nicht mit den realen Wahrscheinlichkeiten übereinstimmen. Sie fügte hinzu, dass dadurch eine seltene Diskrepanz entsteht, die Glücksspieler ausnutzen können. Die Studie wies darauf hin, dass möglicherweise weitere Formen von Arbitrage existieren. Sie nannte als Beispiel ein Szenario, in dem ein Halbfinalspiel die nachfolgenden Wettmärkte beeinflussen und so Möglichkeiten für komplexere Strategien schaffen könnte.
Die Analyse deutete darauf hin, dass mit der zunehmenden Beliebtheit von Plattformen wie Polymarket auch die Arbitrage-Strategien weiter an Bedeutung gewinnen werden. Zum Vergleich wurde der DeFiherangezogen, wo Arbitrageure bereits hochentwickelte Tools für Market-Making-Strategien entwickelt haben. Die Studie zeigte, dass Blockchain-Prognosemärkte weiterhin anfällig für den Missbrauch durch eine kleine Gruppe erfahrener Händler sind. Diese Erkenntnis wirft Fragen zur langfristigen Stabilität der Plattform auf, da die Teilnehmer zunehmend auf automatisierte Methoden zurückgreifen.
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Collins J. Okoth
Collins Okoth ist Journalist und Marktanalyst mit acht Jahren Erfahrung im Bereich Krypto und Technologie. Er ist zertifizierter Finanzanalyst und hat einen Abschluss inmatic. Zuvor war er als Autor und Redakteur für Geek Computer und CoinRabbit tätig.
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