Indiens Oberster Gerichtshof hat die Zentralregierung für ihr langes Schweigen zur Regulierung von Kryptowährungen kritisiert und gewarnt, dass die bestehende Rechtslücke einen Nährboden für Missbrauch darstellt. Am Montag stellte das Gericht die Frage, warum in Indien kein Regulierungsrahmen für Kryptowährungen eingeführt wurde.
Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die größten Volkswirtschaften der Welt Maßnahmen ergreifen, um Kryptowährungen zu regulieren und einen funktionierenden Rahmen für Investoren zu entwickeln. Kürzlich stimmte der US-Senat für die Weiterverfolgung eines Gesetzes zur Regulierung von Stablecoins, was einen großen Erfolg für die Kryptoindustrie darstellt. Die EU-Verordnung „Märkte für Krypto-Assets“ (MiCA) befindet sich hingegen bereits in der Umsetzungsphase.
Laut Berichten stellte ein Richtergremium unter Vorsitz von Surya Kant und N Kotiswar Singh klar, dass „ein Verbot von Kryptowährungen nicht die Lösung ist, sondern eine Regulierung dringend erforderlich ist“.
Das Gremium hob die wachsende Bedeutung von Kryptowährungen in der Weltwirtschaft und merkte an, dass deren Ignorieren gleichbedeutend mit „Augenverschließen vor der Realität“ wäre. Weiter hieß es: „Wir sind keine Experten. Experten würden dies untersuchen, aber einige Schritte zur Regulierung und Überwachung sind notwendig.“
Richter Kant bezog sich Berichten zufolge gegenüber dem Generalstaatsanwalt auf eine zwei Jahre alte Aussage. Damals hatte er erklärt, die Regierung könne Kryptowährungen aufgrund ihrer internationalen Natur nicht regulieren. Das Gericht hält diese Auffassung nun für nicht mehr akzeptabel. Es stellte fest, dass die Besteuerung von Bitcoin Gewinnen mit 30 % bereits eine Form der rechtlichen Anerkennung darstelle. Wenn dem so ist, warum fehlt dann noch immer eine Regulierung?
Richter Kant fügte in seiner Ansprache an die stellvertretende Generalstaatsanwältin Aishwarya Bhati hinzu, dass die Gerichte in Kryptofällen nun vor praktischen Herausforderungen stünden. Er erklärte: „Morgen wird mich jemand fragen: Können Sie bitte beweisen, worum es sich bei dem Vermögenswert handelt? Wie sollen wir das beweisen?“ Die stellvertretende Generalstaatsanwältin antwortete, sie werde Anweisungen von der Zentralregierung einholen.
Indische Investoren haben die Folgen des WazirX-Hacks aufgrund fehlender Regulierungen bereits zu spüren bekommen. Die Nationale Kommission zur Beilegung von Verbraucherstreitigkeiten (NCDRC) wies im Juli 2024 eine Sammelklage von 40 Betroffenen des mutmaßlichen Hacks bei WazirX ab, bei dem angeblich 233 Millionen US-Dollar erbeutet wurden. Die NCDRC wies darauf hin, dass Kryptowährungen in Indien weder als gesetzliches Zahlungsmittel noch als zulässige Anlageform gelten.
Der BitConnect-Betrugsfall in Indien nimmt Fahrt auf
Der Oberste Gerichtshof hat die Anhörungen in einem Fall von Kryptowährungsbetrug in mehreren Bundesstaaten wieder aufgenommen. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Kläger Shailesh Babulal Bhatt. Ihm wird vorgeworfen, 2018 zwei Mitarbeiter der inzwischen aufgelösten Plattform BitConnect entführt und mutmaßlich 2.091 Bitcoin, 11.000 Litecoinund 14,5 Crore Rupien (ca. 1,7 Millionen Euro) in casherpresst zu haben.
Bhatt gab Berichten zufolge an, seine Verluste aus seiner Investition in BitConnect ausgleichen zu wollen. Während der Anhörung bat das Gericht die stellvertretende Generalstaatsanwältin Aishwarya Bhati um einen Sachstandsbericht zum Ermittlungsstand. Die Angelegenheit wurde für den 30. Mai zur weiteren Anhörung angesetzt. Das Central Bureau of Investigation (CBI) wurde angewiesen, die Ermittlungen bis dahin abzuschließen.
Im Jahr 2018 notierte Bitcoin Der Kurs fiel im Laufe des Jahres auf etwa 3.000 bis 4.000 US-Dollar zurück. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels lag der Durchschnittskurs bei 105.161 US-Dollar. Sein Allzeithoch (ATH) erreichte Bitcoin am 20. Januar 2025 mit 109.114 US-Dollar Bitcoin
Der globale Markt für digitale Vermögenswerte verzeichnete am Dienstagmorgen durchweg positive Entwicklungen. Seine kumulierte Marktkapitalisierung stieg im Vergleich zum Vortag um mehr als 2 % auf 3,33 Billionen US-Dollar bei einem Handelsvolumen von 126 Milliarden US-Dollar.

