Oracle hat seit dem Erreichen eines Rekordhochs von 933 Milliarden US-Dollar im September 2025 mehr als 463 Milliarden US-Dollar an Wert verloren.
Dieser Kursverlust von knapp 50 % hat das Unternehmen aus den Top 10 der wertvollsten US-Firmen verdrängt. Es ist der jüngste Schlag für ein Unternehmen, das Investoren einst als sichere Bank im Bereich der künstlichen Intelligenz betrachteten.
Der Kurssturz begann unmittelbar nachdem Oracle im vergangenen SeptembertronPrognosen für sein Cloud-Geschäft veröffentlicht hatte, beflügelt von der steigenden Nachfrage nach KI. Doch genau dieser KI-Boom bricht nun ein, und Oracle ist am stärksten betroffen.
Die Händler sind nun nervös angesichts der enormen Summen, die in die KI-Infrastruktur investiert werden, und fragen sich, ob sich das in absehbarer Zeit auszahlen wird.
KI-Ausgaben, riskante Geschäfte und Softwareschwächen trafen Oracle gleichzeitig
Oracle teilte Investoren im Dezember mit, dass das Unternehmen noch mehr Geld in KI-Rechenzentren investiert. Diese Nachricht ließ die Aktienkurse erneut fallen. Daraufhin reagierte der Kreditmarkt.
Oracles Kreditrisikoindex erreichte den höchsten Stand seit 2009 und verunsicherte damit die Anleihegläubiger. Dies geschah, während das Unternehmen weiterhin durch die Ausgabe von Anleihen – sowohl in eigenem Namen als auch zur Finanzierung von Projekten – Dutzende Milliarden Dollar einnahm.
Im Zentrum steht OpenAI . Oracles Verbindung zu dem privaten KI-Unternehmen erscheint zunehmend riskant. OpenAI ist nicht profitabel. Und Investoren fragen sich, inwieweit der Aktienkurs von Oracle allein auf der Hoffnung beruhte, dass OpenAI die Erwartungen erfüllen würde.
„Hier schwingen einige Annahmen mit, wie viel OpenAI ausgeben wird, woher das Geld kommt und ob das Ganze überhaupt zustande kommt“, sagte Eric Diton,dent der Wealth Alliance. „Vielleicht hat die Oracle-Aktie die Fundamentaldaten weit überschätzt, und jetzt sagt der Markt: ‚Okay, zeigt her, ich will es sehen.‘“
Ein weiteres Warnsignal: Blue Owl Capital, ein wichtiger Geldgeber für die Rechenzentrumsprojekte von Oracle und Meta, wurde von den finalen Verhandlungen über ein Projekt in Michigan ausgeschlossen. Oracle erklärte zwar, der Deal liege weiterhin im Zeitplan, doch auch diese Aussage wirkte sich negativ auf den Aktienkurs aus.
Der gesamte Softwaresektor steht unter Druck. Branchenweit sinkt der Marktwert, da die Befürchtung wächst, dass KI traditionelle Umsätze schmälern wird. Verschärft wurde die Lage Mitte Januar durch die Einführung eines neuen Tools von Anthropic, das Investitionen in neuere Unternehmen und weg von etablierten Anbietern wie Oracle lenkte.

