OpenAI hat einen Prototyp seiner Suchmaschine SearchGPT vorgestellt, die schnelle und zeitnahe Antworten mit klaren und relevanten Quellen liefern soll. Das neue Tool, das sich derzeit in der Alpha-Testphase mit einer kleinen Nutzergruppe befindet, soll zukünftig in den beliebten Chatbot ChatGPT von OpenAI integriert werden.
Der Prototyp zielt darauf ab, schnell korrekte Informationen mit klaren und relevanten Verweisen bereitzustellen, um den Nutzen für den Anwender zu erhöhen. Die neue Funktion verwendet zudem Folgefragen, um Nutzern die Möglichkeit zu geben, den Kontext zu vertiefen, ähnlich wie in einem persönlichen Dialog. Diese dialogorientierte Schnittstelle soll die Nutzererfahrung während des Suchvorgangs verbessern.
Wir testen SearchGPT, einen temporären Prototyp neuer KI-Suchfunktionen, der Ihnen schnelle und zeitnahe Antworten mit klaren und relevanten Quellen liefert.
— OpenAI (@OpenAI) 25. Juli 2024
Wir starten mit einer kleinen Nutzergruppe, um Feedback zu erhalten, und planen, die Funktionen in ChatGPT zu integrieren. https://t.co/dRRnxXVlGh pic.twitter.com/iQpADXmllH
OpenAI rüttelt an Alphabets Markt und geht auf Bedenken der Verlage ein
Nach der Ankündigung gaben die Aktien von Alphabet Inc. (GOOG, GOOGL) leicht nach. Laut Daten ist Google mit einem Marktanteil von 91 % über alle Geräte hinweg weiterhin die beliebteste Suchmaschine.
Lesen Sie auch: Chinesische Technologiekonzerne integrieren Metas KI-Modell Llama 3.1 in Cloud-Dienste
Doch selbst geringfügige Veränderungen des Marktanteils könnten für OpenAI von Vorteil sein. Microsofts Bing, das ebenfalls generative KI einsetzt, liefert eindent für die möglichen Einnahmequellen: Eine Veränderung des Marktanteils im Bereich Suchmaschinenwerbung um 1 % entspricht jährlichen Einnahmen von 2 Milliarden US-Dollar.
Generative KI wurde von Verlagenmatic angesehen, da KI-generierte Zusammenfassungen zu geringeren Website-Besuchern und niedrigeren Werbeeinnahmen führen können. Um diesen Bedenken entgegenzuwirken, hat OpenAI SearchGPT angepasst und Links zu Quellen und Verlagswebsites hinzugefügt. Diese Strategie soll die Verbindung zwischen Konsumenten und Produzenten der Originalinhalte erhalten und möglicherweise sogar stärken.
„SearchGPT wurde entwickelt, um Nutzern die Kontaktaufnahme mit Verlagen zu erleichtern, indem diese in Suchergebnissen prominent erwähnt und verlinkt werden. Die Ergebnisse enthalten klare, direkt im Text platzierte Quellenangaben und Links, sodass Nutzer wissen, woher die Informationen stammen und über eine Seitenleiste mit Quellenlinks schnell auf weitere Ergebnisse zugreifen können.“
OpenAI
OpenAI erklärte außerdem, dass die Suchergebnisse von SearchGPT sich von den Daten unterscheiden, mit denen das Unternehmen seine KI-Modelle trainiert. Die Suchergebnisse auf SearchGPT bleiben jedoch unberührt, und Verlage, die ihre Daten nicht für Trainingszwecke freigeben, sind weiterhin sichtbar. In ihrem Blogbeitrag merkte OpenAI an, dass die visuellen Darstellungen von SearchGPT den Nutzern ein umfassenderes Bild vermitteln sollen.
Die Veröffentlichung von SearchGPT erfolgt kurz nach dem neuesten KI-Modell von OpenAI, dem GPT-4o mini. Dieses neue Modell ist eine Weiterentwicklung des GPT-4o und das bisher schnellste und leistungsstärkste Modell von OpenAI. GPT-4o mini wurde im Mai im Rahmen eines Livestreams vorgestellt, bei dem das Startup weitere Fortschritte im Bereich der KI präsentierte.
SearchGPT stellt Googles KI-gestütztes Suchangebot in Frage
Google hat generative KI ebenfalls in seine Suchmaschine integriert, indem es KI-Übersichten anbietet, die zusammengefasste Informationen von Webseiten in einem einzigen Absatz mit Links bereitstellen. SearchGPT basiert jedoch auf generativer KI und bietet möglicherweise eine einheitlichere Benutzeroberfläche. Im Erfolgsfall könnte dies OpenAI einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Googles Add-on-Ansatz verschaffen.
Trotz dieser Fortschritte verlief der Einsatz generativer KI in Suchmaschinen nicht ohne Zuverlässigkeitsprobleme. Google hatte kurz nach der Veröffentlichung von KI-Übersichten Schwierigkeiten, da die Funktion einige falsche und teils absurde Optionen vorschlug, wie etwa Klebstoff auf Pizza aufzutragen oder Steine zu essen.

