Nvidia weist Chinas Behauptung eines „Not-Aus-Schalters“ zurück und erklärt, seine KI-Chips hätten keine Hintertüren

- Nvidia wies Chinas Behauptung zurück, dass seine KI-Chips versteckte Abschaltmechanismen oder Hintertüren enthielten.
- Die chinesische Regulierungsbehörde forderte unter Berufung auf Sicherheitsbedenken Dokumente über den H2O-Chip an.
- Nvidia erklärte, das Hinzufügen von Hintertüren würde große Risiken bergen und die globale Cybersicherheit schwächen.
Nvidia hat die Behauptungen Chinas zurückgewiesen, dass seine KI-Chips über eingebaute Abschaltmechanismen oder versteckte Hintertüren verfügen.
Am Dienstag schrieb David Reber, Chief Security Officer des Unternehmens, in einem Blogbeitrag: „NVIDIA-GPUs haben keine Kill-Switches und Hintertüren und sollten auch keine haben.“.
Der Beitrag folgte einer offiziellen Anfrage der chinesischen Cyberspace-Administration, die Nvidia aufgefordert hatte, Dokumente zu potenziellen Sicherheitslücken im H2O-Chip, einer speziell für den chinesischen Markt entwickelten GPU, vorzulegen. Die chinesische Regulierungsbehörde nannte mögliche Hintertüren als Sicherheitsrisiko.
Der Zeitpunkt war nicht zufällig. Die US-Regierung hat bereits Exportkontrollen für mehrere Nvidia-Chips verhängt und gewarnt, dass diese in KI-gesteuerten Waffensystemen eingesetzt werden könnten oder China einen Vorteil im Bereich Militär- oder Überwachungstechnologie verschaffen könnten.
China verlangt nun Garantien dafür, dass diese in Amerika hergestellten Chips keine geheimen Funktionen enthalten, die es Dritten ermöglichen, sie abzuschalten oder aus der Ferne darauf zuzugreifen. Nvidia befindet sich im Spannungsfeld zweier Regierungen mit gegensätzlichen Forderungen: Die eine will strengere Auflagen, die andere volle Transparenz.
Nvidia warnt vor Not-Aus-Schaltern und verweist auf vergangene Fehler
David bezeichnete das Hinzufügen von Not-Aus-Schaltern oder Hintertüren als leichtsinnig. „Hintertüren und Not-Aus-Schalter in Chips zu integrieren, wäre ein gefundenes Fressen für Hacker und andere Angreifer“, schrieb er. Dies würde „die globale digitale Infrastruktur untergraben und das Vertrauen in US-amerikanische Technologie zerstören“. Statt Sicherheitslücken zu schaffen, verpflichte das US-amerikanische Recht Unternehmen dazu, diese zu beheben, so David.
Der Blogbeitrag erwähnte bekannte Sicherheitslücken wie Spectre und Meltdown, die vor einigen Jahren in CPUs entdeckt wurden. Damals reagierten Regierungen und Technologieunternehmen weltweit schnell und arbeiteten gemeinsam an der Behebung der Probleme. David betonte, dass diese Herangehensweise auch heute noch relevant sei.
Nvidia erklärte außerdem, seine Chips mit einem mehrschichtigen Sicherheitskonzept zu entwickeln, was bedeutet, dass jeder Chip über mehrere Sicherheitsebenen verfügt und nicht nur über eine einzige Verteidigungslinie. Dadurch wird es Hackern deutlich erschwert, in die Systeme einzudringen. Das Unternehmen stellte klar, dass dies schon immer so gehandhabt wurde und dass die gesamte amerikanische Technologiebranche auch weiterhin so arbeiten sollte.
Um dies noch deutlicher zu machen, Nvidia den Clipper-Chip, ein US-Regierungsprojekt aus dem Jahr 1993. Er sollte einetronVerschlüsselung ermöglichen, aber der NSA bei Bedarf das Entschlüsseln von Nachrichten erlauben. Dieser Chip hatte eine Hintertür, und diese Hintertür erwies sich als enormes Risiko.
Hacker hätten es missbrauchen können. Die Nutzer misstrauten dem System. Und das gesamte Projekt scheiterte. Nvidias Beitrag erklärte, das Experiment habe genau gezeigt, was schiefgeht, wenn Hintertüren in Hardware integriert werden.
Chinas Nachfrage löst einen umfassenderen Technologiekampf mit den USA aus.
Nvidia reagierte auch auf Vergleiche zwischen GPU-Kill-Switches und Smartphone-Funktionen wie „Mein Telefon suchen“ oder „Fernlöschung“. David wies die Analogie zurück. Diese Smartphone-Funktionen seien optional und würden vom Nutzer gesteuert. Ein in einen Chip integrierter Kill-Switch hingegen sei permanent und für den Nutzer unsichtbar.
Stattdessen setzt Nvidia nach eigenen Angaben auf offene, transparente Software, bei der Kunden die Leistung überwachen, Fehler melden und Patches erhalten können – alles mit ihrem Wissen und ihrer Zustimmung.
Das Unternehmen bezeichnet dies als verantwortungsvolle Sicherheitsmaßnahme. Der Einbau eines Hardware-basierten Not-Aus-Schalters würde jedoch die Kontrolle des Nutzers einschränken, eine dauerhafte Schwachstelle schaffen und schwerwiegenden Missbrauch ermöglichen.
Der hier untersuchte H2O-Chip gehört zu Nvidias kundenspezifischer Produktreihe, die aufgrund der US-Exportbeschränkungen entwickelt wurde. Nvidia entwickelte ihn für den chinesischen Markt, nachdem verschärfte Handelsregeln in Kraft getreten waren. Nun steht auch dieser Chip unter Druck: China wirft ihm Sicherheitsrisiken vor, und die USA fordern strengere Kontrollen darüber, wo ihre Chips landen und wofür sie eingesetzt werden.
Nvidias CEO Jensen Huang argumentiert, dass es im amerikanischen Interesse liege, wenn Nvidia-Chips den globalen KI-Markt dominieren, selbst in China. Dadurch, so Huang, erhalte die USA Einblick in Art und Umfang der Chip-Nutzung. China scheint dieser Argumentation jedoch nicht zu vertrauen.
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