Die längst aufgelöste Kryptowährungsbörse Mt. Gox überwies über 24.000 Bitcoin an eine unbekannte Adresse, nachdem der Bitcoin-Kurs die 100.000-Dollar-Marke überschritten und weiter gestiegen war. Laut Daten von Arkham Intelligence umfasste die Überweisung 27.871 BTC im Wert von etwas über 2,8 Milliarden US-Dollar.
Die Überweisung, die am 5. Dezember um 2:45 Uhr (UTC) stattfand, wurde an eine unbekannte Adresse gesendet, die zuvor nicht mit Bitcoin-Überweisungen von Mt. Gox in Verbindung stand. Die Adresse beginnt mit „1N7j“, und die Transaktion verursachte Gebühren in Höhe von ca. 3,78 US-Dollar.
Die stillgelegte Börse war seit dem 12. November vor dem massiven Transaktionsvorgang inaktiv. Seit Mt. Gox in diesem Jahr mit den umfangreichen Bitcoin-Transfers begann, wird viel über die laufenden Rückzahlungen an die Gläubiger spekuliert. Die Börse wurde 2011 Opfer eines massiven Hackerangriffs, der 2014 zu ihrer Insolvenz führte. Sie schuldete Opfern und Gläubigern über 23 Milliarden US-Dollar.
Laut Daten von Arkham Intelligence befinden sich auf der Mt. Gox-Adresse aktuell 39.878 BTC, was beim aktuellen Bitcoin-Kurs einem Wert von etwas über 4 Milliarden US-Dollar entspricht. Aufgrund des starken Anstiegs der führenden Kryptowährung ist die Bewertung um etwa 217 Millionen US-Dollar höher.
Bitcoin erreichte heute um 3:08 Uhr (UTC) laut TradingView-Daten ein neues Allzeithoch von 104.000 US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert die Kryptowährung bei 101.821 US-Dollar, über 2.000 US-Dollar unter ihrem Höchststand.
Kryptomarkt rüstet sich für Auswirkungen
Es ist unklar, warum die insolvente Börse während des Bitcoin-Preisanstiegs Transaktionen durchführte. Es wird spekuliert, dass diese Transaktionen negative Auswirkungen auf Bitcoin und den gesamten Kryptomarkt haben könnten. Große Kursbewegungen gelten als bärisches Signal, da die Möglichkeit besteht, dass durch einen massiven Verkauf noch mehr Bitcoin auf den Markt gelangt.
Mehrere Analysten haben die zu erwartenden Marktentwicklungen im Zuge des Rückzahlungsplans von Mt. Gox diskutiert. Tony Sycamore, Analyst bei IG Markets, äußerte sich im Juni dieses Jahres dahingehend, dass die Krypto-Community sich deswegen keine Sorgen machen müsse. Sycamore erklärte seine Einschätzung und führte aus, dass die Rückzahlung der Börse schon lange erwartet worden sei. Die Analysten deuteten zudem an, dass dies ein idealer Einstiegszeitpunkt für Anleger sei, die auf günstigere Kaufgelegenheiten warteten
Alex Thorn, ein Manager von Galaxy Digital, twitterte im Juni, dass die Kryptomärkte mit einem geringeren Bitcoin Ansturm rechnen sollten. Der Analyst untermauerte seine Aussage mit Schätzungen der erwarteten Bitcoin-Ausschüttungen der Börse. Thorn erklärte, der Verkaufsdruck auf BTC werde geringer ausfallen als von den Kryptomärkten erwartet.
Ein Bericht von Glassnode vom 29. Juli hob hervor , dass die Gläubiger von Mt. Gox nicht planten, ihre Bitcoins zu verkaufen. Die On-Chain-Analyseplattform erklärte, dass nur wenige der Coins der Gläubiger auf den Markt kommen würden, wodurch der erwartete Verkaufsdruck deutlich reduziert würde. Der Bericht betonte außerdem die Entscheidung der Gläubiger, Zahlungen in Bitcoin anstatt in Fiatwährung zu erhalten.
Der Treuhänder von Mt. Gox kündigt eine Beschleunigung der Rückzahlungsfrist an
🚨 BREAKING: Mt. Gox verlängert die Rückzahlungsfrist
Mt. Gox verschiebt die #BTC -Ausschüttung auf den 31. Oktober 2025 – eine Verzögerung um ein ganzes Jahr.
Möglicher Verkaufsdruck vorerst aufgeschoben pic.twitter.com/tG41xgvj2n
— Budhil Vyas (@BudhilVyas) 10. Oktober 2024
In einer am 10. Oktober eingereichten Mitteilung gab der Insolvenzverwalter von Mt. Gox, Nobuaki Kobayashi, bekannt, dass die insolvente Börse die Rückzahlungsfrist auf den 31. Oktober 2025 verschiebt. Der Insolvenzverwalter erklärte in der Mitteilung, dass viele Gläubiger die notwendigen Verfahren zur Auszahlung der Gelder noch abschließen müssten. Er nannte zudem weitere Gründe, wie etwa Probleme im Rückzahlungsprozess, die auch bei anderen Gläubigern zu Zahlungsverzögerungen geführt hätten.
Im September letzten Jahres verschob die Börse die Rückzahlungsfrist auf den 31. Oktober dieses Jahres. In einem Schreiben erklärte der Treuhänder der Börse, dass die Überprüfung der von den Gläubigern bereitgestellten Rückzahlungsinformationen mehr Zeit in Anspruch nehmen würde und die Frist vom 31. Oktober 2023 daher nicht eingehalten werden könne. Im Juni dieses Jahres gab Mt. Gox schließlich bekannt, dass die Rückzahlungen im Juli beginnen und damit die umfangreichen Überweisungen einleiten würden.

