Microsoft setzt auf Anthropic, um den KI-Assistenten über OpenAI hinaus weiterzuentwickeln

- Microsoft Copilot unterstützt jetzt KI-Modelle von Anthropic und OpenAI.
- Geschäftsanwender können je nach Aufgabe zwischen den Modellen Claude und GPT wechseln.
- Claude Opus und Claude Sonnet sind in Microsoft 365 Copilot und Copilot Studio verfügbar.
Microsoft ermöglicht es Geschäftskunden seit Mittwoch, innerhalb seines KI-Assistenten Copilot zwischen OpenAI- und Anthropic-Modellen zu wählen.
Microsoft ermöglicht seinen Kunden erstmals direkten Zugriff auf die Modelle von Anthropic in seinem KI-System für den Arbeitsplatz. Bisher basierte Copilot ausschließlich auf OpenAI-Technologien wie GPT-4. Nun werden Microsoft 365 Copilot und Copilot Studio auch Claude von Anthropic integrieren.
Microsoft bestätigte das Update in einem Blogbeitrag. Das Unternehmen erklärte, dass Nutzer nun Claude Opus 4.1 für Aufgaben verwenden können, die tiefergehende Analysen erfordern, wie beispielsweise das Recherchetool in Copilot. Copilot Studio wird außerdem Claude Sonnet 4 unterstützen, das schneller und ressourcenschonender ist.
„Dieser Schritt unterstreicht unser Bestreben, die besten KI-Innovationen aus der gesamten Branche in Microsoft 365 Copilot zu integrieren“, sagte Charles Lamanna, Leiter Business und Industry Copilot.
Anthropic schließt sich an, während Microsoft seine eigenen Modelle entwickelt
Anthropic zählt zu den größten Konkurrenten von OpenAI. Das Unternehmen wurde von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet und verfügt über eigene KI-Systeme, die für komplexe Aufgaben trainiert wurden. Auch Microsoft arbeitet an eigenen KI-Modellen. Aktuell bietet Microsoft seinen Kunden jedoch die Wahl zwischen OpenAI und Anthropic, je nachdem, welches System ihren Bedürfnissen besser entspricht.
Seit dem Start von ChatGPT vor fast drei Jahren hat es eine Flut von KI-Tools gegeben. Jedes große Technologieunternehmen möchte die zentrale Plattform für die Modellausführung sein. Microsoft, Amazon, Google – sie alle ermöglichen es ihren Kunden mittlerweile, Modelle verschiedener Anbieter zu kombinieren. Die Integration von Anthropic in Copilot zeigt, dass Microsoft weiterhin versucht, in diesem Bereich führend zu sein.
Microsoft hat einen langfristigen Vertrag mit OpenAI. Das Unternehmen investierte massiv und gewährte OpenAI Zugriff auf seine Cloud-Ressourcen. Im Gegenzug durfte Microsoft die Modelle von OpenAI in seinen Produkten nutzen. Deshalb basieren die Copilot-Tools – der Programmierassistent, der Chatbot für den Arbeitsplatz und sogar der persönliche Assistent – heute alle auf OpenAI. Doch diese Konstellation ändert sich nun.
Die neuen Claude-Modelle wurden entwickelt, um komplexe Probleme zu lösen und nicht nur einfache Fragen zu beantworten. Claude Opus ist das Flaggschiff. Claude Sonnet ist kleiner, aber schneller. Nutzer von Copilot Studio – wo Unternehmen individuelle KI-Bots erstellen – haben Zugriff auf beide.
Microsoft äußerte sich nicht dazu, ob Anthropic im Rahmen der Vereinbarung Investitionen erhalten hat. Auch über die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit mit OpenAI wurde nichts bekannt gegeben. Microsoft hält sich jedoch offensichtlich alle Optionen offen. Mehr Tools, mehr Modelle, mehr Kontrolle für die Nutzer – das ist das Versprechen.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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