Die Spannungen verschärfen sich, da sich Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, WhatsApp, Threads und Instagram, zunehmend von Nachrichtenverlagen distanziert, was weit verbreitete Besorgnis auslöst.
Dieser Schritt erfolgt im Zuge eines Strategiewechsels, bei dem der Technologiegigant Politik und aktuelle Ereignisse auf seinen Plattformen weniger Beachtung schenkt und gleichzeitig Forderungen der Regierung nach höheren Zahlungen an Medienunternehmen ignoriert.
Metas wachsende Zurückhaltung: Ein strategischer Schachzug
In einer entscheidenden Wendung hat sich Meta vom traditionellen Nachrichtensektor distanziert, obwohl das Unternehmen jahrelang wichtige Verlage durch die Finanzierung gemeinnütziger Journalismusinitiativen beschwichtigt und Partnerschaften mit Unternehmen wie Rupert Murdochs News Corp. geschlossen hat.
Dieser Strategiewechsel zeigt sich in Metas neuestem Produkt – Threads, einer textbasierten Anwendung, die Twitter Konkurrenz machen soll. Dank der Integration mit der weltweit beliebten Plattform Instagram konnte Threads in weniger als einer Woche beeindruckende 100 Millionen Nutzer gewinnen.
Ähnlich wie Instagram priorisiert Threads Inhalte von Kreativen und Freunden gegenüber harten Nachrichten oder politischen Berichten. Adam Mosseri, der Chef von Instagram, hat die Absicht der Plattform, Nachrichteninhalte nicht zu bewerben, ausdrücklich bekräftigt.
In einem umstrittenen Schritt hat Meta beschlossen, Nachrichten in Kanada aus seinem Feed auszuschließen, da neue Gesetze in Kraft treten, die Plattformen verpflichten, für Inhalte von Verlagen und Rundfunkanstalten zu bezahlen.
Dieses Gesetz wurde formuliert, um kleinere Nachrichtenorganisationen mit geringer Verhandlungsmacht zu stärken. Es stößt jedoch nicht nur bei Meta, sondern auch bei Google auf Widerstand, das mit einer Nachrichtensperre in Kanada droht.
Der Unternehmensstreit hat bei zahlreichen Werbetreibenden in Kanada heftige Reaktionen hervorgerufen; einige drohen sogar mit dem Rückzug ihrer Anzeigen. Die Auswirkungen auf Meta sind erheblich, da Kanada im Jahr 2022 rund 3 Milliarden Dollar zu den 117 Milliarden Dollar Jahresumsatz des Unternehmens beigetragen hat.
Eine Geschichte der Reibung
In der Vergangenheit hat Meta immer wieder versucht, durch verschiedene Initiativen mit Verlagen zusammenzuarbeiten, beispielsweise durch Vereinbarungen, um Inhalte auf Facebooks News-Tab-Produkt zu präsentieren.
Die Führungsspitze von Meta ist jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die Interessen des Unternehmens mit denen der Nachrichtenbranche kollidieren. Dies beruht auf der Annahme, dass das Wachstum des digitalen Werbegeschäfts des Unternehmens als ein Faktor für den weltweiten Umsatzrückgang der Zeitungsgruppen angesehen wird.
Darüber hinaus hat die interne Forschung von Meta ergeben, dass Nutzer eher Kurzvideos und Inhalte von Influencern als Nachrichten und politische Inhalte bevorzugen. Infolgedessen hat der Technologiekonzern seit 2021 die Präsenz politischer Inhalte in den Feeds der Nutzer reduziert.
Trotz des anhaltenden Rückzugs von Meta aus der Nachrichtenbranche sind die Auswirkungen der Handlungen des Unternehmens weitreichend.
Angesichts der Vorwürfe, dass die unzureichende Moderation der Anwendungen des Unternehmens zu den Unruhen rund um die Wahl des ehemaligen US-dent Donald Trump sowie zu den Ausschreitungen im Kapitol im Jahr 2021 beigetragen habe, bewegt sich der Technologiegigant auf dünnem Eis.
Branchenkenner argumentieren daher, dass Meta unter der zunehmenden Kluft mit Nachrichtenverlagen leiden wird. Das Fehlen verlässlicher Nachrichtenquellen könnte das Unternehmen von realen Ereignissen isolieren und die Frage aufwerfen, ob seine Strategie langfristig tragfähig ist.
Während sich die Spannungen zwischen Meta und den Nachrichtenverlagen weiter zuspitzen, bleibt die Zukunft von Nachrichteninhalten auf Social-Media-Plattformen ungewiss.
Eines ist jedoch klar: Der Konflikt des Technologiegiganten mit Nachrichtenorganisationen und Regierungen gleichermaßen wird die Beziehung zwischen sozialen Medien und der Welt des Journalismus neudefi.
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