LSEG erholt sich, nachdem JPMorgan die Kaufempfehlung bekräftigt und Goldman die KI-Risiken herunterspielt

- Die Aktien der LSEG stiegen um 7,4 %, nachdem JPMorgan und Goldman Sachs erklärt hatten, die KI-Befürchtungen im Zusammenhang mit dem Unternehmen seien übertrieben.
- Die Aktie war innerhalb von zwei Tagen um 19 % gefallen, nachdem die Claude Cowork-Tools von Anthropic einen breiter angelegten Ausverkauf von Software- und Datenaktien ausgelöst hatten.
- Enrico Bolzoni von JPMorgan sagte, KI-Firmen würden Partnerschaften mit LSEG eingehen, und verwies auf den im Oktober abgeschlossenen Datendeal mit Anthropic.
Die Aktien der LSEG erholten sich am Donnerstag und stiegen um 7,4 %, nachdem sie in den beiden Tagen zuvor um 19 % eingebrochen waren. Die Erholung erfolgte, nachdem zwei Großbanken, JPMorgan und Goldman Sachs, ihren Kunden mitgeteilt hatten, dass die Panikmache um die angebliche Gefährdung des LSEG-Geschäfts durch künstliche Intelligenz übertrieben sei.
Beide Banken erklärten, KI werde das Datengeschäft des Unternehmens nicht zerstören, und die Anleger schienen sich zumindest vorerst zu beruhigen.
Der Kurssturz begann Anfang der Woche, nachdem Anthropologie unter seinem Produkt Claude Cowork eine Reihe von KI-Tools auf den Markt gebracht hatte. Diese Tools sollten gängige Arbeitsabläufe automatisieren, was bei den Händlern Panik auslöste. Alles, was nach Software oder Daten aussah, wurde abgestoßen
Die LSEG geriet in diese Misere, obwohl sie keine Software, sondern Finanzdaten verkauft. Enrico Bolzoni von JPMorgan meinte, der Markt habe die Situation völlig falsch eingeschätzt. „Es herrscht Verwirrung“, schrieb er und fügte hinzu, dass KI-Unternehmen mit der LSEG zusammenarbeiten, sie aber nicht ersetzen.
JPMorgan und Goldman erklären, warum die Panik unbegründet ist
Enrico erinnerte die Investoren an die im Oktober geschlossene Partnerschaft zwischen LSEG und Anthropic. Durch diese Vereinbarung erhielt Claude Zugriff auf die Daten von LSEG. Enricos Botschaft war eindeutig: LSEG bleibt nicht auf der Strecke, sondern treibt den KI-Boom maßgeblich voran.
Das Datengeschäft ist für LSEG enorm wichtig und trug im letzten Ergebnisbericht mehr als 40 % zum Umsatz bei.
Das ist kein Startup, das von vibelebt. LSEG baute sein Datenimperium auf, nachdem es 2021 Refinitiv für 27 Milliarden Dollar übernommen hatte. Durch diesen Deal avancierte LSEG zu einem der weltweit führenden Anbieter von Finanzdaten. Doch nach dem Start von Claude Cowork wurde das Unternehmen wie der Rest der Branche vom Software-Crash mitgerissen.
Auch Goldman-Sachs-Analyst Oliver Carruthers widersprach. Er erklärte, KI werde nur einen kleinen Teil des Geschäfts von LSEG betreffen. Konkret seien lediglich 6 % der Umsätze im Bereich Workflow-Produkte betroffen. Carruthers setzte zudem ein Kursziel von 14.550 Pence fest – das höchste aller Analysten, die LSEG beobachten – und sieht weiterhin ein Aufwärtspotenzial von 90 % gegenüber dem aktuellen Kurs.
Die Panik betraf nicht nur die LSEG. Der gesamte Software- und Datensektor wurde schwer getroffen. Am Mittwoch verzeichnete der Nasdaq 100 seinen stärksten Zweitagesrückgang seit Oktober und verlor über 550 Milliarden US-Dollar an Wert. Händler sprechen von der SaaS-Apokalypse.
Es besteht die Befürchtung, dass KI das SaaS-Geschäftsmodell zerstören wird. Dieses Modell basiert darauf, dass Nutzer monatliche oder jährliche Gebühren zahlen, um über einen Browser auf Anwendungen zuzugreifen. Im Jahr 2023 generierte dieses Modell Cloud-Ausgaben von über 400 Milliarden US-Dollar.
Aber wenn KI dieselben Aufgaben schneller und günstiger erledigen kann, warum sollte man dann dafür bezahlen? Diese Frage quält die Unternehmen. Die Claude Cowork-Tools von Anthropic versprechen, Aufgaben zu automatisieren, für die man früher herkömmliche Apps benötigte. Genau das ließ die Aktien von Microsoft, Salesforce, Oracle, Intuit und AppLovin einbrechen.
Der Softwareaktienkorb von Goldman Sachs fiel innerhalb von sieben Tagen um 15 % und erreichte damit den niedrigsten Stand seit April. Er liegt nun 25 % unter dem Wert vom September.
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