Die Londoner Börse hat eine Blockchain-basierte Plattform für private Fondsmanager ins Leben gerufen und demonstriert mit Live-Fundraising ihre Handlungsbereitschaft.
Die Infrastruktur, die den Namen Digital Markets Infrastructure trägt, wurde von MembersCap genutzt, um Kapital für seinen tokenisierten MCM Fund 1 zu beschaffen, wobei Archax, eine regulierte Kryptobörse mit Sitz in London, als Treuhänder fungierte.
Ziel ist es, die privaten Märkte, einen Bereich voller veralteter Systeme und Papierdokumente, zu digitalisieren und alles von der Abwicklung bis zum Zugang für Investoren zu beschleunigen.
Aktuell unterstützt die Plattform nur private Fonds, doch die Erweiterung auf weitere Anlageklassen ist bereits in Planung. Keine leeren Versprechungen, keine Wartezeiten. Diese Blockchain ist für das reale Finanzsystem konzipiert, nicht für den Krypto-Hype.
Wirtschaftsverbände fordern Einbeziehung der Blockchain-Technologie in die Technologiegespräche zwischen Großbritannien und den USA
Zwölf britische Wirtschaftsverbände haben die Regierung offiziell aufgefordert, die Blockchain-Technologie in die geplante Technologiepartnerschaft mit den USA einzubeziehen. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das am vergangenen Donnerstag an Wirtschaftsminister Peter Kyle geschickt wurde. Bloomberg erhielt das Schreiben vor dem Besuch von Präsident dent Trump in der kommenden Woche.
In dem Schreiben wurde die Distributed-Ledger-Technologie als „Kernbestandteil“ der gemeinsamen Anstrengungen Großbritanniens und der USA bezeichnet. Die Gruppen warnten davor, dass ein Ausschluss von Kryptowährungen Großbritannien von künftigen, insbesondere in Asien und dem Nahen Osten, entwickelten Finanzstandards ausschließen könnte. „Digitale Vermögenswerte von der britisch-amerikanischen Technologiebrücke auszuschließen, wäre eine verpasste Chance“, hieß es in dem Schreiben.
Derselbe Brief ging an Lucy Rigby, Staatssekretärin im Finanzministerium und zuständig für die britische Kryptopolitik. Die Bedenken waren eindeutig, denn darin wurde klar benannt, worum es geht: Tokenisierung und Stablecoins.
Die Financial Times berichtete über ein mögliches Abkommen zwischen Großbritannien und den USA, das ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Cybersicherheit verknüpfen würde. Trump wird voraussichtlich mit einem Team, zu dem auch Sam Altman von OpenAI und Jensen Huang von Nvidia gehören, in London eintreffen.
Auf Nachfrage zu dem Vorstoß erklärte ein Sprecher der britischen Regierung: „Großbritannien und die Vereinigten Staaten sind natürliche Partner, da sie die einzigen verbündeten Länder mit Billionen-Dollar-Technologiesektoren sind. Wir arbeiten bereits bei einer Reihe wichtiger Technologien wie KI, Quantentechnologie und Cybersicherheit zusammen.“ Zu dem Schreiben wurde kein weiterer Kommentar abgegeben.
Großbritannien verzögert die Krypto-Regulierung, während die USA voranschreiten
Großbritannien will im Kryptobereich führend sein, hat aber noch keine branchenweiten Regelungen verabschiedet. Der ehemalige Premierminister Rishi Sunak erklärte 2022, Großbritannien werde sich zu einem „globalen Zentrum für Kryptotechnologie“ entwickeln. Die Europäische Union, die USA sowie Teile Asiens und des Nahen Ostens sind in puncto Regulierung jedoch bereits weiter.
In ihrem Schreiben machten die Wirtschaftsverbände deutlich: Die Tokenisierung (bei der Vermögenswerte wie Anleihen oder Aktien in digitale Token und Stablecoins umgewandelt werden) ist der Bereich, in dem sich Großbritannien und die USA angleichen sollten.
Trump unterzeichnete bereits ein US-Gesetz zur Regulierung von Stablecoins, die durch Fiatgeld gedeckt sind und diese damit dem Bankensystem näherbringen. Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA arbeitet derweil noch an einem entsprechenden Gesetz. Sie berät derzeit über neue Kryptoregeln und plant, ab dem nächsten Jahr Lizenzanträge entgegenzunehmen. Diese Regeln werden Stablecoins, Tokenisierung und Krypto-Handelsplattformen umfassen.
Die britische Finanzministerin Rachel Reeves traf sich im März mit dem US-Finanzminister Scott Bessent, um sich über die Regulierung von Kryptowährungen abzustimmen. Im Anschluss an diese Gespräche erklärte die Regierung, sie werde mit den USA zusammenarbeiten, um ihre Regulierungspläne zu koordinieren.
Die Wirtschaftsverbände warnten in dem Schreiben, dass Großbritannien ohne Koordinierung mit „fragmentierten Regulierungsrahmen, einem eingeschränkten Zugang zu wichtigen transatlantischen Märkten und zunehmendem Wettbewerbsdruck“ konfrontiert sein könnte
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