Japans Anleihenmarkt unter Druck: Wahl verunsichert Anleger

- Die bevorstehenden Wahlen in Japan verunsichern die Anleger, da höhere Ausgabenpläne die Anleihemärkte destabilisieren könnten.
- Die Renditen japanischer Staatsanleihen mit langer Laufzeit sind im vergangenen Jahr bereits um fast 1 % gestiegen.
- Die Angst vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit wächst, da die Zinszahlungen voraussichtlich 12,2 % des Umsatzes erreichen werden.
Der japanische Anleihenmarkt gerät unter Druck, und alles deutet auf eines hin: die bevorstehende Oberhauswahl am 20. Juli.
Was eigentlich nur eine weitere politische Umstrukturierung sein sollte, entwickelt sich nun zu einem Auslöser für eine finanzielle Erschütterung, sowohl im Inland als auch weit darüber hinaus.
Da die Renditen von Staatsanleihen bereits nahe Rekordniveau liegen, bereiten sich die Anleger auf weitere Volatilität vor, insbesondere wenn die Fiskalpolitik gelockert wird und die Verschuldung wieder stark ansteigt.
Es geht nicht mehr nur um Zahlen. Diese Wahl könnte Japans gesamte wirtschaftliche Ausrichtung verändern. Den Wählern werden cash und Steuersenkungen versprochen, was zwar auf dem Papier gut klingt, aber den Anleihemärkten, die ohnehin schon mit steigender Inflation und Zinsunsicherheit zu kämpfen haben, Probleme bereiten könnte.
Bond-Selbstjustizler umkreisen Japans Schulden wie Haie
Der Begriff „Anleihen-Vigilanten“ macht in Finanzkreisen wieder die Runde, und Japan könnte ihr nächstes großes Ziel werden. Gemeint sind Anleger, die sich von Staatsanleihen fernhalten, sobald sie das Risiko als zu hoch einschätzen. Früher galt die Vorstellung, dass sie es auf Japan abgesehen hätten, als absurd. Schließlich hält die Bank von Japan über die Hälfte der japanischen Staatsschulden und hatte die Zinsstrukturkurve jahrelang streng unter Kontrolle.
Das war das alte Japan. Heute steigen die Inflation, die Verschuldung wächst und die Politik ändert sich. Ed Yardeni, der erfahrene Investor, der in den 1980er-Jahren den Begriff „Anleihenwächter“ prägte, glaubt, dass wir genau in diese Richtung zurückkehren werden.
In einer Analyse warnte Yardeni Research vor der hohen Wahrscheinlichkeit, dass die nächste japanische Regierung Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen in einer Weise vorantreiben wird, die die „Bond Vigilantes“ auf den Plan ruft. Und sobald diese verunsichert sind, könnte der gesamte globale Anleihenmarkt die ripplespüren.
Die Renditen japanischer Staatsanleihen mit Laufzeiten von 30 und 40 Jahren sind im vergangenen Jahr bereits um fast einen Prozentpunkt gestiegen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird dieser Anstieg im Nachhinein gering erscheinen. Und das Entscheidende? Diese Wahl gilt auch als Referendum über die Koalition von Premierminister Shigerushib. Sollte seine Macht schwinden, ist mit einem noch drastischeren Schuldenanstieg zu rechnen.
Chefökonom Joseph Brusuelas von RSM sagte: „Das ist ein Vorgeschmack auf kommendetrac, da die USA mit konkurrierenden Forderungen nach knappen Bundesmitteln konfrontiert sind, was typischerweise zu erhöhten Staatsausgaben, höheren Zinsen, höheren Renditen und höherer Inflation führt.“ Mit anderen Worten: Japan könnte der Welt gerade zeigen, was als Nächstes kommt.
Die Angst vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit wächst mit den Versprechen von Steuersenkungen
Die eigentliche Befürchtung ist: Japans Kreditwürdigkeit könnte herabgestuft werden. Das ist keine bloße Spekulation – die Zahlen belegen es. Daten von Bloomberg zeigen, dass die Zinszahlungen im Verhältnis zum Umsatz rasant steigen. In diesem Jahr wird dieser Wert voraussichtlich 12,2 % erreichen, gegenüber 9,9 % vor nur einem Jahr. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird er bis März 2026 einen Achtjahreshöchststand erreichen.
Als diese Quote zuletzt 13 % überstieg, im Jahr 2015, stufte S&P Global Ratings Japans Kreditwürdigkeit auf A+ herab. Der Unterschied: Damals herrschte keine Panik. Die japanische Zentralbank (BOJ) trieb ein massives Konjunkturprogramm voran und kaufte Anleihen in großem Stil. Das ist heute nicht mehr der Fall. Die Inflation ist gestiegen. Die Zentralbank versucht, die Geldpolitik zu reduzieren. Und das bedeutet, dass das Sicherheitsnetz wegfällt.
Eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit würde heute nicht nur Japan treffen. Sie hätte globale Auswirkungen, da japanische Investoren die größten ausländischen Inhaber von US-Staatsanleihen sind. Und da die Bank of Japan (BOJ) die langfristigen Renditen nicht mehr wie früher künstlich niedrig hält, wirken sich jegliche Instabilitäten bei japanischen Staatsanleihen (JGBs) direkt auf die globalen Märkte aus. Die Analyse zum Renditeabstand zwischen 10- und 30-jährigen Anleihen bestätigt, dass diese Anleihen deutlich stärker auf selbst geringfügige Schocks reagieren.
Bo Zhuang, ein Stratege bei Loomis Sayles Investments Asia, warnte: „Sollte die Liberaldemokratische Partei bei den anstehenden Oberhauswahlen ihre Mehrheit verlieren, könnte dies sie zwingen, eine umfassendere Senkung der Verbrauchssteuer zu akzeptieren, was einen schweren Schlag bedeuten würde.“
Zhuang erklärte außerdem, ausländische Investoren würden ihr Engagement in japanischen Staatsanleihen wahrscheinlich reduzieren, sollte die Tragfähigkeit der Schulden erneut in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Angesichts der Wahlversprechen, die sich auf Steuersenkungen und Sozialleistungen konzentrieren, ist dies mittlerweile keine bloße Spekulation mehr, sondern bereits im Markt eingepreist.
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