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Die wahren Gründe für den weltweiten Absturz: Ist das das Ende für Japan?

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 2 Minuten,
Die wahren Gründe für den weltweiten Absturz: Ist das das Ende für Japan?
  • Die plötzliche Zinserhöhung in Japan hat zu erheblichen Turbulenzen geführt und Händler gezwungen, ihre Yen-Carry-Trades schnell zu schließen.
  • Die Folgen waren schnell und gravierend und führten zu erheblichen Marktkorrekturen, insbesondere bei Kryptowährungen.

Japans Wirtschaft steht erneut im Fokus, allerdings aus den falschen Gründen. Die jüngsten Turbulenzen im globalen Finanzsystem und der Einbruch der Kryptomärkte lassen sich größtenteils auf Maßnahmen der Bank von Japan (BoJ) trac. 

Letzte Woche beschloss die Bank von Japan, die Zinssätze deutlich anzuheben. Dieser Schritt erschütterte nicht nur den lokalen Markt, sondern veranlasste auch Händler weltweit, ihre Yen-Carry-Trades schnellstmöglich zu schließen.

Fakt ist, dass Japan im globalen Finanzwesen aufgrund seiner historisch niedrigen Zinssätze eine große Rolle spielt, was den Yen zu einem Favoriten für Händler macht, die ihre Rendite durch Carry Trades maximieren wollen.

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Für diejenigen, die damit nicht vertraut sind: Beim Yen-Carry-Trade leiht man sich Yen zu niedrigen Zinssätzen, tauscht sie in höher rentierende Währungen um und investiert sie in lukrativere Vermögenswerte. 

Die Logik ist simpel: Man nutzt die Zinsdifferenzen, um hohe Gewinne zu erzielen. Doch wenn Japan die Zinsen erhöht, ist Schluss damit, und Händler stürzen ihre Positionen ab, was oft zu abrupten Marktbewegungen führt.

Die schiere Macht des japanischen Yen

Der Yen ist nicht nur eine Währung; er spielt seit Jahrzehnten eine Schlüsselrolle in globalen Finanzierungsstrategien, dank Japans langjähriger Politik der Niedrigzinspolitik. 

Dieses Szenario begann, nachdem die japanische Vermögenspreisblase Anfang der 90er Jahre platzte und die Wirtschaft desmaticin die sogenannten „Verlorenen Jahrzehnte“ stürzte.

Das Wirtschaftswachstum kam ins Stocken, die Deflation setzte ein und sowohl die Investitionsbereitschaft von Unternehmen als auch von Verbrauchern ließ nach.

Um diese wirtschaftliche Flaute zu bekämpfen, senkte die Bank von Japan die Zinssätze auf ein extrem niedriges Niveau, um die Wirtschaftstätigkeit durch billige Kredite anzukurbeln.

Da die traditionellen geldpolitischen Instrumente jedoch an Wirkung verloren, brauchte Japan etwas Aggressiveres, was 2012 zur Rückkehr von Shinzo Abe als Premierminister führte.

Shinzo Abe

Shinzo führte seine mittlerweile berühmten „Abenomics“ ein, die auf gewagten geldpolitischen Strategien wie massiver quantitativer Lockerung und später negativen Zinssätzen basieren. 

Diese Maßnahmen zielten nicht darauf ab, Kreditnehmern Zinsen zu berechnen, sondern die Realzinsen unter die Inflationsrate zu drücken, um Konsum und Investitionen anzukurbeln. Dieses Umfeld trug dazu bei, dass der Yen bei Carry-Trade-Geschäften als bevorzugte Währung galt. 

Händlerinnen, die manchmal nach der archetypischen japanischen Hausfrau und Investorin den Spitznamen „Frau Watanabe“ trugen, liehen sich Yen, tauschten diese in Vermögenswerte wie australische Dollar oder US-Aktien um und profitierten von den höheren Renditen. 

Diese Arbitragemöglichkeiten erstreckten sich auch auf die Kryptowelt, wo Plattformen wie Compound es Händlern ermöglichten, ähnliche Strategien mit Kryptowährungen anzuwenden, wodurch die japanische Geldpolitik noch stärker mit den globalen Vermögensmärkten verknüpft wurde.

Was ist also passiert? Warum gerade jetzt?

Die Ruhe dieser Vereinbarung wurde kürzlich gestört, als die Bank von Japan unter ihrem neuen Gouverneur Kazuo Ueda eine Abkehr von den Negativzinsen signalisierte und die Märkte mit Andeutungen auf Zinserhöhungen überraschte. 

Dies war nicht nur eine lokale Anpassung der Geldpolitik, sondern eine Reaktion auf den globalen wirtschaftlichen Druck, insbesondere auf den Zinserhöhungszyklus der USA. Händler, die Japans Engagement im Kampf gegen die Deflation skeptisch beurteilten, reagierten scharf. 

Der Yen, der zuvor an Wert verloren hatte, erlebte eine V-förmige Trendwende, als der Markt diese Veränderungen verarbeitete. Die Folgen waren unmittelbar und gravierend.

Die wahren Gründe für den weltweiten Absturz: Ist das das Ende für Japan?
Gouverneur Kazuo Ueda

Mit der Auflösung der Yen-Carry-Trades kam es zu einem Ansturm auf die Liquidation von auf Dollar lautenden Vermögenswerten, was zu erheblichen Marktkorrekturen führte.

Kryptowährungen, die häufig in diesen Carry-Strategien eingesetzt werden, waren besonders stark betroffen und verzeichneten deutliche Kursverluste. Bitcoin fiel erstmals seit Januar unter die Marke von 50.000 US-Dollar.

Im großen Ganzen betrachtet, mag Japan zwar auf der globalen Zinssetzungsbühne wie ein Nachzügler wirken, doch seine Maßnahmen sind stärker mit der globalen Geldpolitik abgestimmt, als es den Anschein hat.

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