Bitcoin wird als Geld des Volkes angepriesen, aber ist es wirklich so dezentralisiert, wie man uns glauben machen will?

- Daten von bitinfocharts zeigen, dass der größte Teil der weltweiten Bitcoin (BTC) einer kleinen Gruppe von Anlegern gehört.
- Manche sehen diese Konzentration des Bitcoin -Besitzes als Abweichung von den wahren Absichten der Gründer der Kryptowährung.
- Die Bitcoin Anhänger sehen in dieser Konzentration jedoch keine Bedrohung für die Dezentralisierung.
Eines der wichtigsten Versprechen von Bitcoin(BTC) ist Freiheit – die Befreiung der Finanzwelt von den Zwängen des traditionellen Finanzsystems. Wie? Durch Dezentralisierung ermöglicht ein vertrauensloses System den direkten Austausch von Werten zwischen Nutzern.
Bitcoin, die führende Kryptowährung, hat sich in letzter Zeit den Beinamen „Geld des Volkes“trac– in Anspielung auf ihr vermeintlich egalitäres Design und ihre Funktionsweise. Doch ist Bitcoin wirklich das allumfassende Tauschmittel, als das ihn seine Befürworter darstellen?
Der Finanzanalyst Vik Aggarwal hat neue Daten von bitinfocharts präsentiert, die diese Annahme widerlegen. Er teilte seine Gedanken in einem LinkedIn-Beitrag mit.
Fast 75 % aller verfügbaren Bitcoin befinden sich im Besitz von nur 2 % ihrer Adressen
Laut der Präsentation halten lediglich 2 % der BTC-Adressen 74 % des digitalen Vermögenswerts. Diese extrem konzentrierte Macht, so Aggarwal, widerspricht den Gründungsprinzipien von Bitcoin.
Er erklärte:
Bitcoin sollte dezentralisiert sein, unabhängig von Zentralbanken, eine Freiheit von staatlichen Stellen. Wissen Sie, dass es tatsächlich das Gegenteil davon ist?
~Aggarwal
Der Analyst warnte zudem, dass die hohe Konzentration problematisch für die Kryptowährung und ihr Netzwerk sein könnte, sollten die wenigen Bitcoin-Wale beschließen, ihre Bestände abzustoßen. Er nannte als Beispiel ein namentlich nicht genanntes chinesisches Unternehmen, dessen Aktienkurs durch den Verkauf seiner Bestände einen Flash-Crash in Höhe von 649 Millionen US-Dollar auslöste.
Unterschiedliche Ansichten zur Dezentralisierung von BTC
Aggarwals Beitrag löste zahlreiche Kommentare aus, in denen seine Behauptungen teils kritisiert, teils unterstützt wurden. Maureen Salim gehörte zu seinen Befürwortern. Sie verglich die 2 % mit Drachen, die das Gold (Bitcoin) bewachen.
Für sie ist die Investition in Bitcoin ein hochriskantes Pokerspiel, bei dem Kleinanleger die Spielsteine sind. Sie stimmte zu, dass diese die meisten Verluste erleiden würden, wenn die Großinvestoren beschließen, ihre Bestände zu verkaufen.
Olivier C. hingegen sah Aggarwals Ansatz falsch. Er erklärte, dass BitcoinAnhänger mit Dezentralisierung das Konsensprotokoll meinten, welches die BTC-Plattform schütze. Die Verteilung hingegen beziehe sich auf die in den Wallets gehaltenen Beträge.
Er fügte hinzu, dass die Anti-Bitcoin-Propaganda ein Mittel der traditionellen Finanzindustrie sei, um weiterhin die Kontrolle über das Finanzsystem zu behalten. Olivier beharrte darauf, dass Bitcoin der Schlüssel zur freien Marktwirtschaft sei.
Wie geht es mit der Dezentralisierung von Bitcoin weiter?
Die Debatte um die Dezentralisierung von Bitcoin ist seit Langem umstritten. Angesichts des gestiegenen Interesses institutioneller Anleger an dem Vermögenswert rückt sie jedoch wieder in den Vordergrund.
Manche argumentieren, diese Entwicklung sei vorteilhaft für die Kryptowährung, da sie das Vertrauen großer Investoren in Bitcoin unterstreiche. Andere Krypto-Nutzer befürchten hingegen, dass der Einstieg finanzstarker Akteure Bitcoin für Privatanleger unzugänglich mache.
Während die Debatte weitergeht, wächst der Bedarf, die Entwicklung von Bitcoinzu überprüfen, um sicherzustellen, dass er den Absichten seines Schöpfers treu bleibt.
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Nellius Irene
Nellius hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und IT und verfügt über fünf Jahre Erfahrung in der Kryptowährungsbranche. Sie ist außerdem Absolventin des Bitcoin Dada-Programms. Nellius hat für führende Medien wie BanklessTimes, Cryptobasic und Riseup Media geschrieben.
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