Die Tesla-Aktie (TSLA), die nach der Wiederwahl vondent Donald Trump um 91 % in die Höhe geschnellt war, ist laut Daten von Google Finance seit dem Erreichen eines Allzeithochs von 479,86 US-Dollar am 17. Dezember um 44 % eingebrochen.
Die Tesla-Aktie notiert aktuell bei 302,80 US-Dollar und verliert Milliarden an Marktwert. Aktionäre stellen die Führungsqualitäten von Elon Musk in Frage.
Tesla enttäuscht Investoren: Auslieferungen sinken, Untersuchungen nehmen zu
TSLA profitierte stark von Musks enger Freundschaft mit Trump, da die Anleger darauf setzten, dass regulatorische Vorteile Tesla helfen würden, sein Geschäft mit autonomen und selbstfahrenden Fahrzeugen auszubauen.
Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte sanken Teslas jährliche Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr – ein deutliches Warnsignal für ein Unternehmen, das Wachstum stets als Kernbotschaft präsentiert hat. Doch das war erst der Anfang der schlechten Nachrichten.
Anfang Januar leitete die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eine weitere Untersuchung der Autopilot-Technologie von Tesla ein. Diese Untersuchung folgte auf zahlreiche bereits laufende Ermittlungen zu Unfällen im Zusammenhang mit dem Autopiloten.
Gleichzeitig wird der vielgerühmte Cybertruck – der den Pickup-Markt revolutionieren sollte – bereits mit Preisnachlässen angeboten.
In Europa sind die Verkaufszahlen eingebrochen, in Deutschland sanken sie seit Anfang 2024 um 60 %. Gleichzeitig gerät Teslas China-Geschäft unter Druck und verliert Marktanteile an BYD, das den chinesischen Markt für Elektrofahrzeuge mittlerweile dominiert. Laut dem Europäischen Automobilherstellerverband (EAA) gingen Teslas Verkäufe in China im Vergleich zum Vorjahr um 22 % zurück, da chinesische Verbraucher zunehmend zu einheimischen Marken greifen.
Die behördliche Kontrolle verschärft sich auch in Berlin, wo die Gigafactory von Tesla überprüft wird. Musks öffentliche Unterstützung der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat zu Protesten und Boykotten geführt und Teslas Marke in einem seiner größten europäischen Märkte geschadet.
Anstatt sich mit Produktionsproblemen, Lieferkettenproblemen und sinkenden Umsätzen auseinanderzusetzen, war Musk damit beschäftigt, sein neues Ministerium für Regierungseffizienz (DOGE) voranzutreiben, das ironischerweise nun von Regierungsangestellten verlangt, wöchentliche Berichte über ihre Produktivität einzureichen.
Dieses Projekt hat nichts mit Tesla zu tun, beansprucht aber Musks Zeit, während Teslas Aktienkurs einbricht. Gleichzeitig verschärfen Trumps „America First“-Handelspolitiken die Unsicherheit.
Die Pläne der Regierung, 60-prozentige Zölle auf chinesische Waren zu erheben, könnten Teslas Position in China verschlechtern, einem Markt, der für das Unternehmen ohnehin schon rückläufig ist.
Interessanterweise spiegelt der Kursverfall der Tesla-Aktie den aktuellen Bitcoin-Ausverkauf wider. Barclays-Analyst Dan Levy wies darauf hin, dass Teslas kometenhafter Aufstieg im vergangenen November nicht auf fundamentalen Daten, sondern auf Markthype und technischen Handelsfaktoren beruhte.
„ Bitcoin Kurs ist seit Mitte Dezember gefallen und hat sich im letzten Monat weitgehend parallel zum Kursverfall von Tesla entwickelt. Wir glauben, dass dies eine allgemeine Abkehr von spekulativen Anlagen bzw. von Unternehmen, die von Trump profitiert haben, widerspiegeln könnte“, sagte am Dienstag in einem Interview mit CNBC.

Levy wies zudem darauf hin, dass Teslas jüngste schwache Performance mit einem breiteren Abwärtstrend bei großen Technologieaktien wie Microsoft, Amazon und Meta einhergeht. Teslas Kursverfall fiel jedoch steiler aus als bei den anderen Unternehmen, was die Befürchtung nährt, dass Tesla mit größeren Herausforderungen zu kämpfen hat als seine Konkurrenten.
Levy rechnet kurzfristig nicht mit einer deutlichen Verbesserung der Lage für Tesla. Er bezeichnet das kurzfristige Kurspotenzial der Aktie als „begrenzt“ und erwartet schwache Ergebnisse im ersten Quartal. Der Analyst fügte hinzu, dass er zunehmend pessimistischer hinsichtlich Teslas Fähigkeit sei, die Gewinnmargen zu verbessern, erwartet aber, dass die geplante Markteinführung des Robotaxi im Juni in Austin, Texas, ein wichtiger Kurstreiber sein wird.

