NEUESTE NACHRICHTEN
FÜR SIE AUSGEWÄHLT

Die indische Polizei wird Google wegen 500.000 gefälschter Gmail-Konten befragen

VonOpeyemi OlanrewajuOpeyemi Olanrewaju 2 Minuten Lesezeit
Indien ordnet die Abschaltung hunderter Google Firebase-Konten an, die bei Bankbetrugsfällen genutzt wurden.
  • Die Polizei von Gujarat hat einen Ring von 513.847 gefälschten Gmail-Konten aufgedeckt, die seit 2022 genutzt wurden, um falsche Bombendrohungen an indische Regierungsstellen zu versenden.
  • Die Polizei hat zwei Personen festgenommen und plant, Google zu verhören und das Unternehmen als Gegenstand der Ermittlungen zu benennen.
  • Die Überprüfung verschärft Googles Probleme in Indien, wo die Behörden bereits den Missbrauch der Firebase-Plattform für Finanzbetrugsfälle untersuchen.

Die Polizei im westindischen Bundesstaat Gujarat will Google befragen, nachdem sie ein kriminelles Netzwerk aufgedeckt hat, das mutmaßlich über 500.000 gefälschte Gmail-Konten erstellt hat, um Bombendrohungen an Regierungsstellen zu versenden. Eine der Drohungen war zeitlich auf den BRICS-Gipfel in Neu-Delhi in diesem Monat abgestimmt.

Genau 513.847 Gmail-Logins wurden seit 2022 genutzt

Die Polizei hat laut Reuters 513.847 Gmail-Benutzernamen und Passwörter aus dem Netzwerk sichergestellt. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, und die Ermittler gehen davon aus, dass die Konten seit 2022 genutzt wurden.

Der Leiter der Abteilung für Cyberkriminalität der Polizei von Gujarat, Vivek Bheda, erklärte gegenüber Reuters, dass die Ermittler noch nie mit einer Operation dieser Größenordnung konfrontiert waren. Die Polizei plant, Google anzuschreiben und auf Richtlinienänderungen zu drängen, die das Umgehen der Sicherheitsvorkehrungen erschweren sollen. Gleichzeitig soll das Unternehmen offiziell als Gegenstand der Ermittlungen benannt werden.

Falsche E-Mail wenige Tage vor dem BRICS-Treffen

Die Ermittlungen begannen, nachdem die Regierung des Bundesstaates Gujarat am 10. September eine Bombendrohung per E-Mail erhalten hatte, wie Reuters berichtete. Die Nachricht ging nur wenige Tage vor dem BRICS-Gipfel in Neu-Delhi ein und bedrohte laut Polizeiangaben auch Länder, die während des Gipfels mit Indien zusammenarbeiten. Die Polizei fand keine Sprengstoffe und stellte später fest, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.

Die kriminelle Gruppe soll außerdem „staatenübergreifende“ Drohungen ausgesprochen haben, was die Ermittler zu der Frage veranlasste, ob Lücken in den Sicherheitsmaßnahmen von Google für den Erfolg der Operation von entscheidender Bedeutung gewesen sein könnten.

Bheda erklärte, einer der festgenommenen Verdächtigen habe einem Käufer in Bangladesch Accounts geliefert, der diese in größeren Mengen erwarb und zumindest einen Teil des Preises in Kryptowährung bezahlte. Anschließend nutzte der Käufer die Accounts, um die falschen Bombendrohungen zu versenden.

Laut Reuters verursacht Cyberkriminalität in Indien jährlich Verluste von über zwei Milliarden US-Dollar durch Finanzbetrug. Wie bereits berichtete Cryptopolitan,

Googles Zwei-Faktor-Authentifizierung wirft Fragen auf

Eine der größten Fragen für die Ermittler bleibt, wie es dem kriminellen Netzwerk gelang, Hunderttausende von Konten zu erstellen und zu betreiben, obwohl für jedes einzelne Konto die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert war. Die zusätzliche Sicherheitsmaßnahme 2FA soll unbefugten Zugriff verhindern, und laut Bheda versucht die Polizei weiterhin herauszufinden, wie die Gruppe diese umgehen konnte.

Die Untersuchung wird sich darauf konzentrieren, wie es der Gruppe gelang, so viele Konten zu erstellen, wie sie die Sicherheitsmaßnahmen von Google umgehen konnte und ob der Technologiekonzern seine Richtlinien verschärfen muss, um ähnliche Missbräuche zu verhindern.

Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.

Diesen Artikel teilen
Opeyemi Olanrewaju

Opeyemi Olanrewaju

Opeyemi ist spezialisiert auf die Erstellung und Optimierung hochwertiger Inhalte mit Fokus auf Kryptowährungen, globale Finanzmärkte und Wirtschaft. Er absolvierte sein Medizinstudium (MBBS) an der Universität Ibadan. Er war Chefredakteur der Hochschulzeitung und zuvor bei CFA tätig. Seit über sechs Jahren trägt er als Nachrichtenredakteur bei Cryptopolitanmaßgeblich zur Einzigartigkeit des Magazins bei.

MEHR … NACHRICHTEN