NEUESTE NACHRICHTEN
FÜR SIE AUSGEWÄHLT

IWF warnt vor Fragmentierungsrisiken durch die Verlagerung von Vermögenswerten auf gemeinsam genutzte digitale Register

VonCollins J. OkothCollins J. Okoth
2 Minuten gelesen,
IWF warnt vor Fragmentierungsrisiken durch die Verlagerung von Vermögenswerten auf gemeinsam genutzte digitale Register
  • Der IWF-Finanzberater Tobias Adrian warnte am 2. Juli, dass die Tokenisierung einen Strukturwandel in der Finanzarchitektur darstelle und nicht nur ein schnelleres Zahlungssystem, und dass schlechte politische Entscheidungen das globale Finanzsystem fragmentieren könnten.
  • Der Berichtdentdrei neue Modelle für die Abwicklung von Vermögenswerten – tokenisierte Bankeinlagen, Stablecoins und tokenisierte Zentralbankreserven –, die jeweils spezifische Risiken bergen, für deren Bewältigung die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen nicht ausgelegt sind.
  • Insbesondere für Schwellenländer wies der IWF auf die Gefahr einer raschen Währungssubstitution und einer Aushöhlung der Währungshoheit hin, falls privat emittierte Stablecoins ohne angemessene inländische Schutzmechanismen expandieren.

Der IWF hat davor gewarnt, die Tokenisierung ohne geeignete Systeme übereilt einzuführen. Die Finanzaufsichtsbehörde erklärt, dass die Übertragung von Vermögenswerten auf gemeinsame digitale Register den gesamten Handelsprozess automatisieren und den Markt somit automatisierten Systemen ohne klare Regulierung ausliefern wird.

In einem kürzlich erschienenen Blogbeitrag erklärteTobias Adrian, Finanzberater des IWF und Direktor der Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte, dass Prozesse, die heute sequenziell ablaufen, künftig von Software und nicht mehr von institutionellen Verfahren ausgeführt werden, sobald finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf gemeinsam genutzte digitale Register übertragen werden.

Er argumentierte, dass die Tokenisierung eine strukturelle Veränderung der Funktionsweise des Finanzwesens darstelle und dass sie mit eigenen Risiken verbunden sei.

Der IWF warnt vor großen Risiken bei der Tokenisierung

In einem Beitrag auf X wies der IWF darauf hin, dass sich durch die Tokenisierung Risiken von den Bilanzen von Banken und Investmentfonds auf Unternehmen verlagern könnten, die tokenisierte Systeme betreiben.

Der IWF betonte, dass die Politik angepasst werden müsse, bevor man überhaupt über Migration nachdenke.

Adrian äußerte jedoch auch Bedenken hinsichtlich des Vermögenswerts, der die endgültige Abrechnung in einem vollständig tokenisierten System absichern würde. Er erläuterte ausführlich, warum er alle drei verfügbaren Optionen für begrenzt hält.

Adrian betrachtete tokenisierte Bankeinlagen und erklärte, dass diese bestehende Bankverbindlichkeiten repräsentieren und den aktuellen regulatorischen Rahmen erhalten. Er verwarf sie jedoch, da sie ebenfalls ein Echtzeit-Liquiditätsmanagement rund um die Uhr erfordern.

Adrian wies darauf hin, dass Stablecoins Programmierbarkeit und eine größere Reichweite bieten, verwarf sie aber ebenfalls, da sie weiterhin von der Qualität ihrer Reserven und der Stabilität ihrer Emittenten abhängen, um ihren festen Wert zu erhalten. 

Adrian analysierte eine dritte Option: tokenisierte Zentralbankreserven. Laut seinen Angaben eliminieren tokenisierte Zentralbankreserven das Kreditrisiko aus der Abwicklungsschicht. Allerdings erfordern sie von den Zentralbanken den Betrieb oder die Überwachung programmierbarer Infrastruktur, die über die Anforderungen traditioneller Zahlungssysteme hinausgeht.
Dem Direktor der Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte zufolge bietet keine dieser Optionen eine optimale Lösung.

Der IWF wendet sich gegen die von der Tokenisierung versprochene 24/7-Abwicklung

Adrian wies zudem darauf hin, dass eine Abwicklungsstruktur rund um die Uhr ein Problem darstellt, für das die Regulierungsbehörden noch keine Lösung gefunden haben. Er betonte, dass die Märkte ihre Praktiken seit jeher auf Geschäftstagzyklen, Übernachtfenstern, Tagesabschluss und Clearing am Folgetag aufgebaut haben.

Ohne diese bestehenden Regulierungen müsste die Liquidität möglicherweise direkt auf tokenisierter Infrastruktur kontrolliert werden, ohne dass klar definiert wäre, wer die Kontrolle hat und wo das moralische Risiko liegt.

Adrian stellte klar, dass die Tokenisierung zwar tatsächlich Reibungsverluste beseitigt, im Gegenzug aber auch wichtige, derzeit im System eingebaute Puffer beseitigt.

Der IWF erklärte außerdem, dass der Markt wissen müsse, ob ein tokenisierter Datensatz einen endgültigen Eigentumsnachweis darstellt und rechtlich anerkannt ist. Die Regulierungen müssten zudem klar festlegen, welche Gerichtsbarkeit im Streitfall Anwendung findet.

Der IWF warnte davor, dass die Tokenisierung weiterhin fehlerhaft bleiben und nicht zum Rückgrat des globalen Finanzwesens werden könne, solange die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht geklärt seien.

Die Finanzorganisation argumentierte außerdem, dass in Entwicklungsländern grenzüberschreitende tokenisierte Kapitalflüsse das Risiko volatiler Kapitalbewegungen erhöhen und dadurch möglicherweise lokale Währungen destabilisieren.

US-Regulierungsbehörden arbeiten bereits daran, bestehende Wertpapierregeln auf tokenisierte Vermögenswerte anzuwenden. Sie diskutieren derzeit verschiedene Vorgehensweisen, und große Finanzinstitute bauen ihre Tokenisierungsinfrastruktur aus.

Lesen Sie Krypto-News nicht nur, sondern verstehen Sie sie. Abonnieren Sie unseren Newsletter. Er ist kostenlos.

Diesen Artikel teilen

Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Collins J. Okoth

Collins J. Okoth

Collins Okoth ist Journalist und Marktanalyst mit acht Jahren Erfahrung im Bereich Krypto und Technologie. Er ist zertifizierter Finanzanalyst und hat einen Abschluss inmatic. Zuvor war er als Autor und Redakteur für Geek Computer und CoinRabbit tätig.

MEHR … NACHRICHTEN
DEEP CRYPTO
CRASH-KURS