- Google erweitert den KI-Modus in der Suche um Funktionen wie Canvas zum Erstellen von Lernplänen und Search Live für visuelle Echtzeit-Abfragen mit Google Lens.
- Neue Tools werden in den USA und Großbritannien eingeführt und bieten Unterstützung für das Hochladen von PDFs, die Nutzung von Desktop Lens sowie die Möglichkeit, Fragen zu Bildern und Dokumenten zu stellen.
- Verlage und Experten äußern Bedenken hinsichtlich des Rückgangs des Website-Traffics und der Werbeeinnahmen durch KI-generierte Zusammenfassungen.
Google kündigte Verbesserungen an seinem experimentellen KI-Modus in der Suche an, darunter eine demnächst erscheinende Chat-ähnliche Antwortoption für Nutzer in Großbritannien, die über die herkömmliche Liste blauer Links hinausgeht.
Am Dienstag stellte eine der wichtigsten Funktionen vor: Canvas, ein Arbeitsbereich mit Seitenleiste, der das Erstellen und Verfeinern von Projektentwürfen oder Studienplänen über mehrere Sitzungen hinweg ermöglicht.
Durch Klicken auf die Schaltfläche „Canvas erstellen“ wird ein Entwurf gestartet, der mithilfe von Folgeabfragen Schritt für Schritt verfeinert werden kann.
Noch vor Jahresende wird Canvas auch das Hochladen von Materialien wie Vorlesungsmitschriften oder Kursplänen ermöglichen, um den Plan noch besser an diese Dokumente anzupassen. US-Teilnehmer des AI Mode Labs-Tests sollten diese Funktion in den kommenden Wochen nutzen können.
Was ist Google Search Live?
Google integriert die Technologie von Project Astra unter dem neuen Namen Search Live auch in den KI-Modus.
Die Integration von Search Live mit Google Lens ermöglicht es, auf das Live-Symbol in der Lens-Ansicht zu tippen, die Kamera auf ein Objekt zu richten und Fragen zu stellen, als ob ein Experte aus der Ferne anwesend wäre.
„Wenn man mit der Suche live geht, ist das, als hätte man einen Experten auf Kurzwahl, der sehen kann, was im Sichtfeld ist, und schwierige Konzepte in Echtzeit erklären kann, und das alles mit einfachem Zugriff auf hilfreiche Links im Web“, sagte Robby Stein,dent für Produktentwicklung bei Google Search.
Diese Woche wird Search Live mit Videofunktion auf Mobilgeräten für US-Tester in den AI Mode Labs eingeführt.
Kurz darauf plant Google, Desktop-Nutzern die Möglichkeit zu geben, angezeigte Inhalte über Lens im KI-Modus abzufragen. Wenn Nutzer beispielsweise ein Geometriediagramm im Browser betrachten, können sie „Google zu dieser Seite befragen“ auswählen, das Diagramm markieren und erhalten eine KI-generierte Zusammenfassung mit einer Schaltfläche „Mehr erfahren“ in der Seitenleiste.
Die Desktop-Unterstützung für die Bild- und Dokumentenfunktionen des KI-Modus wird ebenfalls ausgebaut. Bildbasierte Abfragen sind zwar schon lange auf Mobilgeräten verfügbar, funktionieren nun aber auch auf Computern. Mit einem neuen PDF-Uploader lassen sich Präsentationen oder Berichte einfügen und detaillierte Fragen stellen, die über den reinen Text hinausgehen. Im Laufe des Jahres werden weitere Dateitypen, wie beispielsweise in Google Drive gespeicherte Dokumente, unterstützt.
Google hat seine Werbestrategie für den KI-Modus noch nicht finalisiert
Hema Budaraju, Googles Produktmanagerin für die Suche, erklärte laut BBC. Sie merkte an, dass diese neue Benutzeroberfläche komplexere und natürlichere Suchanfragen fördere. So hätte man früher vielleicht „Teppichfleck reinigen“ eingegeben, könnte man jetzt schreiben: „Ich habe Kaffee auf meinen Berberteppich verschüttet und brauche einen tierfreundlichen Reiniger.“
In einer kürzlich durchgeführten Demonstration zeigte Google, wie der KI-Modus familienfreundliche Orte zum Erdbeerpflücken in einem großen Gebiet vorschlagen kann, wobei die Einträge der Unternehmen in den Suchergebnissen weiter unten erscheinen als bei einer Standardsuche.
Eine Studie des Pew Research Center ergab unterdessen, dass KI-generierte Zusammenfassungen nur einen Klick pro 100 Suchanfragen generierten, obwohl Google die Methoden anzweifelte. Dennoch warnen Befürworter wie Rosa Curling von Foxglove davor, dass die Lenkung der Nutzeraufmerksamkeit auf Googles eigenen Seiten die Werbeeinnahmen von Nachrichtenportalen schmälern könnte.
Abschließend wies Google darauf hin, dass es bereits täglich über zwei Milliarden KI-Übersichtsboxen in über 40 Sprachen generiert, wobei die EU aufgrund regulatorischer Bestimmungen ausgenommen ist. Das Unternehmen räumte ein, dass der Betrieb von KI in großem Umfang umfangreiche Rechenzentrumsressourcen erfordert, darunter einen erheblichen Energie- und Wasserverbrauch, und bekräftigte sein Engagement für die Förderung nachhaltiger Praktiken.
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Noor Bazmi
Noor Bazmi ist Mitglied des Cryptopolitan -Nachrichtenteams und hat einen Abschluss in Medienwissenschaften. Sie berichtet über Blockchain, Kryptowährungen, künstliche Intelligenz, Big Tech, den Markt für Elektrofahrzeuge, die Weltwirtschaft und politische Kurswechsel. Um ein internationales Publikum zu erreichen, absolviert sie derzeit ein Marketingstudium.
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