Der November versetzte die globalen Märkte in Aufruhr, nachdem Donald Trump am 5. die US-dentgewonnen hatte. Die Wall Street boomte, der Dollar legte deutlich zu und Bitcoin schoss in die Höhe, als hätte er etwas zu beweisen. Und das tat er auch.
Doch nicht alle profitierten gleichermaßen. Während US-Anlagen Investorengelder anzogen, gerieten europäische Währungen, der mexikanische Peso und zollempfindliche Branchen unter Druck. Es war ein Monat mit Gewinnern und Verlierern, in dem Trumps Wirtschaftspolitik den globalen Handel und die Investitionen überschattete.
Der Dezember steht vor der Tür, und es sieht eher nach einem Minenfeld als nach einem glamourösen Start- und Landeplatz aus. Analysten warnen vor möglichen negativen Auswirkungen von Trumps Finanzpolitik auf den Anleihemarkt.
Auch die Inflation droht, angeheizt durch zollbedingte Lieferkettenprobleme. BCA Research erklärte : „Die hohen Aktienbewertungen in den USA spiegeln Selbstzufriedenheit wider, da das von uns erwartete schwierigere Umfeld noch nicht eingepreist ist.“
Währungschaos bei der Dominanz des Dollars
Der Dollar dominierte seine Konkurrenten im November und legte gegenüber den wichtigsten Währungen um 2 % zu. Er überrollte Märkte, die auf Trumps Zolldrohungen nicht vorbereitet waren. Der Euro erlebte insbesondere seinen schwächsten Monat seit 2022 und fiel um fast 3 % auf rund 1,05 US-Dollar.
Eine schwache deutsche Wirtschaft und politische Probleme in Frankreich trugen zum Kurssturz des Euro bei. Die Frage ist nun: Wie tief kann er noch fallen?
Der mexikanische Peso schnitt kaum besser ab und verlor 2 % gegenüber dem Dollar. Dies ist nicht nur ein ungünstiger Wechselkurs, sondern spiegelt die Befürchtungen hinsichtlich Mexikos Zukunft unter Trumps Handelspolitik wider. Das Pfund Sterling gab um über 1 % nach, während der Offshore-Yuan Chinas um 1,5 % fiel.
Auch der koreanische Won und der kanadische Dollar konnten dem Bulldozereffekt des Dollars nicht entgehen und reihten sich in die Liste der Währungen ein, die seit Ende September an Wert verloren haben.
Bitcoin übertrifft alle Erwartungen
Wenn es eine Kryptowährung gibt, die im November alle Blicke auf sich zog, dann ist es Bitcoin. Die führende Kryptowährung explodierte um 37 % und näherte sich gefährlich der 100.000-Dollar-Marke – nur 300 Dollar fehlten noch.
Die Erwartung kryptofreundlicher Regulierungen unter Trump beflügelte den Kurs. Der letzte derartige Kursanstieg Bitcoin ereignete sich im Februar, als die Nachfrage nach neuen börsengehandelten Bitcoin Produkten sprunghaft anstieg.
Doch die Volatilität von Bitcoinist nicht zu unterschätzen, und einige Analysten befürchten, dass der jüngste Kursanstieg den Weg für eine steile Korrektur ebnen könnte. Sollte der Markt über das Ziel hinausschießen, könnten unvorbereitete Anleger in einen heftigen Abschwung geraten.
Dennoch wäre das Erreichen der 100.000-Dollar-Marke ein Meilenstein, der Bitcoin noch weiter in den Mainstream katapultieren würde, insbesondere da es so aussieht, als würdedent Trump alle seine Versprechen an die Branche einlösen.
Die Technologiebranche boomt, aber Risiken bleiben bestehen
Auch der Technologiesektor erlebte im November einen Höhenflug, der Nasdaq 100 verzeichnete seinen besten Monat seit Juni. Trumps Wahl ließ Tesla um 33 % in die Höhe schnellen, während Nvidia vom anhaltenden KI-Hype profitierte. Doch nicht alles in der Tech-Welt ist eitel Sonnenschein.
Trumps Zollpläne könnten die globalen Lieferketten massiv beeinträchtigen und Technologiekonzerne wie Microsoft, Meta und Amazon hart treffen. Einige Anleger ziehen sich bereits von KI-Aktien zurück.
Die Europäische Zentralbank schloss sich der Warnung an und wies auf die Folgen ripple der KI-Blase hin. Tech-Aktien stehen zwar derzeit hoch, doch es herrscht die Befürchtung, dass der Sektor auf dünnem Eis wandelt.
Der Monat stand jedoch ganz im Zeichen zweier unterschiedlicher Bankensektoren. In den USA schossen Bankaktien um 13 % in die Höhe – ihr bester Monat seit einem Jahr. Anleger setzen darauf, dass die Deregulierung und ein von Trump ausgelöster Wirtschaftsboom den Banken weiterhin reichlich cashsichern werden.
Europäische Banken? Weniger Glück. Der Sektor gab um 5 % nach, belastet durch die schwächelnde Konjunktur und die Erwartung von Zinssenkungen. Doch es gibt eine positive Wendung: Europäische Banken konnten dank früherer Zinserhöhungen seit Jahresbeginn dennoch ein Plus von 16 % verzeichnen. Hedgefonds bleiben jedoch skeptisch.
JPMorgan berichtete, dass Hedgefonds trotz der jüngsten Wertentwicklung Nettoverkäufer europäischer Banken sind. Die Deutsche Bank empfahl europäischen Banken, sich margenstärkeren Geschäftsfeldern wie Vermögensverwaltung und Investmentbanking zuzuwenden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Trumps Wahlsieg hat die Kräfteverhältnisse eindeutig für alle verändert.
Anleihemärkte brechen mit der Rangliste
Der übliche Rhythmus des Anleihemarktes ist jedoch gestört, da sich die wichtigsten Regionen in völlig unterschiedliche Richtungen bewegen. Die Renditen von US-Staatsanleihen blieben im Berichtsmonat weitgehend unverändert, sind aber seit Mitte September um 60 Basispunkte gestiegen.
Starke Wirtschaftsdaten und Trumps Versprechen großzügiger Finanzhilfen schüren die Erwartungen höherer Inflation und größerer defi . Capital Economics prognostiziert tron dass die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen bis Jahresende auf 4,5 % steigen könnten, gegenüber derzeit 4,24 %.
In Deutschland hingegen zeigte sich der gegenteilige Trend. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen fielen um fast 30 Basispunkte auf 2,11 % und verzeichneten damit den größten monatlichen Rückgang in diesem Jahr. Wirtschaftliche Schwäche, Trumps Drohungen mit Zöllen und der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine trugen allesamt zu diesem Rückgang bei.
In Japan stiegen die Anleiherenditen unterdessen stark an, was teilweise auf Spekulationen über eine mögliche Zinserhöhung infolge des Yen-Kursverfalls nach den Wahlen zurückzuführen war.

