Globale KI-Unternehmen wenden sich an die indische Bevölkerung, um die Nutzerbasis ihrer Chatbots zu vergrößern

- OpenAI expandiert mit seinen Diensten ChatGPT und Perplexity aggressiv in Indien, um von dessen 1,4 Milliarden Einwohnern und dem hohen digitalen Engagement zu profitieren.
- ChatGPT hat einen Tarif für 399 ₹/Monat (4,5 $) eingeführt, sein erstes Büro in Indien eröffnet und unterstützt nun 12 lokale Sprachen.
- Perplexity bot seinen 200 Dollar teuren Pro-Service über Airtel kostenlos an, um die Akzeptanz zu steigern.
ChatGPT und Perplexity unternehmen Schritte auf dem indischen Markt, um die riesige Bevölkerung des asiatischen Landes für die Erweiterung ihrer Nutzerbasis zu nutzen.
Die weltweit größten KI-Unternehmen wollen Indiens riesige Bevölkerung nutzen, um ihre Chatbot-Nutzerbasis zu erweitern. ChatGPT und Perplexity sind zwei Beispiele für KI-Giganten, die Initiativen gestartet haben, die auf den bevölkerungsreichsten und technologieaffinen Markt Indiens abzielen.
ChatGPT hat sich dem indischen Markt zugewandt
OpenAIs ChatGPT und die KI-Suchmaschine Perplexity haben in den letzten Monaten beide speziell für den indischen Markt entwickelte Pläne und Produkte auf den Markt gebracht.
Im August führte OpenAI einen „Indien-Plan“ zum Preis von 399 ₹ ein, was etwa 4,50 US-Dollar pro Monat entspricht – ein Bruchteil der üblichen Abonnementgebühren in anderen Ländern. Gleichzeitig gab das Unternehmen die Eröffnung seines ersten Büros in dem Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern bekannt.
Nick Turley, der Leiter von ChatGPT, erklärte, die Entscheidung des Unternehmens sei durch die große Nutzerbasis in Indien bedingt. „Wir müssen sorgfältig auswählen, welche Märkte wir eingehend analysieren, in der Hoffnung, Erkenntnisse zu gewinnen, die sich auch auf andere Märkte übertragen lassen“, so Turley.
OpenAI führte außerdem Barrierefreiheitsfunktionen ein, die speziell für ländliche Gebiete Indiens entwickelt wurden, darunter die Unterstützung von zwölf indischen Sprachen und Anpassungen für Umgebungen mit geringer Bandbreite. Laut Turley zielen diese Bemühungen darauf ab, die Reichweite zu erhöhen und wertvolle Trainingsdaten bereitzustellen, die in anderen Schwellenländern repliziert werden können.
Laut dem Marktforschungsunternehmen Sensor Tower verbrachten Inder im Jahr 2024 1,13 Billionen Stunden mit Apps und führten damit weltweit die Liste der App-Nutzer an. Trotz dieser hohen Nutzungsrate gaben indische Verbraucher im selben Jahr jedoch weniger als eine Milliarde US-Dollar für Apps aus, wodurch das Land weltweit nicht zu den Top 20 der umsatzstärksten Märkte zählte.
Trotz der geringen Umsätze zeigen KI-Unternehmen aufgrund der hohen Nutzerzahlen weiterhin Interesse an Indien. „Das enorme Nutzervolumen macht Indien zu einem Markt, den man nicht ignorieren kann“, so Mahesh Makhija, Leiter der Technologieberatung bei EY in Indien.
Auch große KI-Plattformen können durch das Training mit Indiens riesigen und vielfältigen Datensätzen wertvolle Erkenntnisse gewinnen.
Laut Daten von Sensor Tower sind die Downloads von KI-Apps in Indien bis 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 500 % gestiegen. ChatGPT ist mit 125 Millionen Installationen die meist heruntergeladene KI-App in diesem Jahr. Sie übertrifft Perplexity (26 Millionen Installationen) und Googles Gemini (23 Millionen Installationen) um mehr als das Vierfache.
Turley sagte, Indien sei bereits der zweitgrößte Markt für ChatGPT und werde voraussichtlich bald alle anderen überholen.
„Für uns ist das ein absolut unglaublicher Markt“, sagte er.
KI-Giganten peilen den First-Mover-Vorteil an
Perplexity, gegründet von Aravind Srinivas, hat ebenfalls versucht, in den indischen Markt einzusteigen. Wie berichtete, Cryptopolitan .
Srinivas sagte, die Entscheidung sei durch die kulturelle Neugier der indischen Nutzer motiviert gewesen.
„Inder gehören zu den neugierigsten Menschen auf diesem Planeten“, sagte er.
Indien ist bereits Metas größter Markt für KI-gestützte Dienste. Das Unternehmen verzeichnet eine Milliarde Nutzer über WhatsApp, Instagram und Facebook. Google ist zudem auf rund 95 % aller Smartphones im Land vertreten, was seiner Gemini-KI dank der bereits vorhandenen Nutzerbasis einen deutlichen Vorteil verschafft.
Staatlich geförderte Unternehmen wie Sarvam AI arbeiten an großen inländischen Sprachmodellen, haben aber noch keine Produkte auf den Markt gebracht, die mit ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Chinas DeepSeek konkurrieren können.
Beobachter vermuten, dass die indische Regierung strenge Regulierungen absichtlich verzögert, um einheimischen Unternehmen Raum für Innovationen zu geben.
„Unser Ökosystem ist noch sehr jung, und die Akteure sind größtenteils Start-ups und junge Unternehmer“, sagte Jibu Elias, KI-Forscher und Experte für Regierungsführung. „Die Regierung hat deutlich gemacht, dass sie ein innovationsfreundliches Ökosystem will, und ein zu früher Regulierungseinsatz würde den großen Unternehmen einen unfairen Vorteil verschaffen.“
Indien mangelt es derzeit antroninländischen Wettbewerbern, was es globalen Unternehmen leicht macht, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und die nächste Generation indischer KI-Nutzer zu gewinnen. Elias erklärte, dass Nutzer, sobald sie ein bestimmtes Tool eingeführt haben und dessen Nutzung zur Gewohnheit geworden ist, seltener wechseln.
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Hannah Collymore
Hannah ist Autorin und Redakteurin mit fast zehn Jahren Erfahrung im Bloggen und der Eventberichterstattung im Kryptobereich. Bei Cryptopolitanschreibt sie für die Nachrichtenseite und berichtet und analysiert die neuesten Entwicklungen in den Bereichen DeFi, RWA, Kryptoregulierung, KI und Zukunftstechnologien. Sie hat an der Arcadia University Betriebswirtschaftslehre studiert.
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