In einer bedeutenden juristischen Entwicklung wird Gettys Klage gegen Stability AI vor einem britischen Gericht verhandelt. Getty hatte gegen Stability AI geklagt und dem Startup vorgeworfen, Millionen urheberrechtlich geschützter Bilder aus dem Getty-Fotoarchiv unrechtmäßig kopiert und verarbeitet zu haben. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht das unautorisierte Sammeln von Bildern durch Stability AI zur Verwendung beim Training seiner Stable-Diffusion-Modelle. Obwohl Stability AI argumentiert, der Fall sei aufgrund der Herkunft der Daten und des Entwicklungsprozesses irrelevant, sind die Richter des britischen High Court der Ansicht, dass beide Parteien die Möglichkeit verdienen, Beweise und Argumente vor Gericht vorzubringen, um den Streit beizulegen.
Gettys Urheberrechtsverletzungsvorwürfe
Gettys im Januar eingereichte Klage wirft Stability AI die Verletzung seiner geistigen Eigentumsrechte und Urheberrechte vor. Kern der Klage ist, dass Stability AI Gettys Bilder ohne Genehmigung gesammelt und ohne die erforderlichen Lizenzen in Datensätzen zum Trainieren seiner KI-Modelle verwendet hat. Getty argumentiert, dass Stability AI dadurch unrechtmäßig von den Urhebern profitiert hat.
Obwohl Stability AI das Scraping von Bildern nicht explizit bestritten hat, argumentiert das Startup, der Fall sei unerheblich, da die Trainingsdaten nicht aus Großbritannien stammten. Die Datensätze wurden von LAION, einer deutschen gemeinnützigen Organisation, zusammengestellt, und die Rechenressourcen wurden von AWS-Servern in den USA bereitgestellt. Darüber hinaus beteuert Emad Mostaque, CEO von Stability AI, dass keiner der an der Modellentwicklung beteiligten Entwickler in Großbritannien ansässig war.
Beurteilung der Richter des Obersten Gerichtshofs
Die Richter des britischen High Court äußerten jedoch Zweifel an den Argumenten von Stability AI. In einem kürzlich ergangenen Urteil hob Richterin Joanna Smith „offene Fragen“ und „Widersprüche“ in der Verteidigung von Stability hervor. Smith vertrat die Ansicht, dass Gettys Ansprüche begründet erscheinen und verhandelt werden sollten. Sie erklärte: „Die Klage im Bereich Ausbildung und Entwicklung hat gute Erfolgsaussichten und muss zur Verhandlung zugelassen werden. Die Frage des Standorts ist keinesfalls ein Punkt, bei dem ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen kann, dass die Klage der Kläger zum Scheitern verurteilt ist.“
Urheberrechtsverletzungen werden im Prozess behandelt
Was die Vorwürfe der Urheberrechtsverletzung betrifft, argumentierte Richterin Smith, dass es sich um eine Rechtsfrage handle, die im Rahmen des Prozesses geklärt werden müsse. Sie betonte, dass der Richter seine Entscheidungen auf der Grundlage umfassender Argumente beider Seiten und der Feststellung des Sachverhalts treffen solle
hinsichtlich der Art der Handlungen, die zu sekundären Rechtsverletzungen beitragen.
Gettys Reaktion und die andauernden Rechtsstreitigkeiten
Gettys Sprecher zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung und erklärte, das Unternehmen sehe dem Ausgang des Verfahrens mit Spannung entgegen. Darüber hinaus hat Getty in den USA eine zweite Klage gegen Stability AI eingereicht.
Dieser Rechtsstreit ist Teil eines umfassenderen Trends mit zahlreichen Klagen gegen Stability AI und andere namhafte Entwickler von Text-zu-Bild-Tools und KI-Chatbots, darunter OpenAI, Google, Microsoft und Anthropic. In diesen andauernden Auseinandersetzungen werfen die Kläger den Entwicklern vor, Trainingsdaten – bestehend aus urheberrechtlich geschützten Inhalten wie Büchern, Kunstwerken, Quellcode und Liedtexten – ohne die erforderliche Zustimmung gesammelt und damit das Urheberrecht verletzt zu haben.
Der bevorstehende Prozess in Großbritannien bietet Getty und Stability AI die Möglichkeit, ihre Argumente und Beweise bezüglich der mutmaßlichen Urheberrechtsverletzung und des unbefugten Zugriffs auf Bilder vorzutragen. Dieser Fall stehtmatic für die umfassenderen Herausforderungen und Rechtsstreitigkeiten, die im Bereich der KI und der Rechte an geistigem Eigentum immer wieder auftreten. Es bleibt abzuwarten, wie der High Court in Großbritannien diesen komplexen und mit Spannung erwarteten Streitfall letztendlich entscheiden wird.

