Deutschland fordert einetrondigitale Infrastruktur der EU, nicht einen vollständigen Technologieausstieg der USA

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Der deutsche Digitalminister Karsten Wildberger rief Europa dazu auf, eine eigene digitale Infrastruktur aufzubauen und gleichzeitig die Beziehungen zu US-amerikanischen Technologieunternehmen aufrechtzuerhalten.
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Er sagte, Deutschland müsse digitale Souveränität erlangen, indem es selbst entscheide, wo seine Daten gespeichert und wer seine Infrastruktur betreibe.
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Die europäischen Prognosen von Forrester für 2026 zeigten, dass Europa weiterhin von US-amerikanischen Hyperscalern wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud abhängig sein wird.
Der deutsche Digitalminister Karsten Wildberger sagte am Samstag in einem Interview mit Reuters, Europa müsse seine eigene digitale Infrastruktur aufbauen, um die Abhängigkeit von amerikanischen Technologiekonzernen zu verringern. Er stellte jedoch klar, dass es dabei nicht darum gehe, die Beziehungen zu ihnen abzubrechen.
Wildberger betonte, das Ziel sei digitale Souveränität, nicht Isolation. Deutschland und die Europäische Union müssten im Technologiesektor als Akteure und nicht als Kunden agieren. „Wir müssen uns in diesem Sektor aktiv einbringen – als Akteure, nicht als Kunden“, sagte er.
Dies geschieht vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis vieler Europäer überdent die die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trumpsich stark auf die Förderung amerikanischer Interessen konzentriert und einige europäische Regierungen und Unternehmen dazu veranlasst hat, nach Alternativen zu US-Technologieanbietern zu suchen, die von Cloud-Diensten bis hin zur KI-Infrastruktur alles dominieren.
Wildberger sagte, Europa dürfe nichtdent bleiben, wenn es „einen riesigen Wachstumsmarkt für Technologie, Innovation, Software, Daten und künstliche Intelligenz“ gebe
Deutschland fordert die tatsächliche Kontrolle über Daten und Infrastruktur
Wildberger sagte, Deutschland und Europa hätten bereits beeindruckende Akteure auf diesem Gebiet hervorgebracht und nannte Mistral AI, DeepL und Aleph Alpha als Beweis dafür, dass der Kontinent global konkurrenzfähig sei.
Der deutsche Abgeordnete räumte jedoch ein, dass die USA in einigen Kernbereichen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, weiterhin führend seien und die Zusammenarbeit daher notwendig bleibe. „Digitale Souveränität bedeutet nicht Protektionismus“, sagte er. „Wir wollen und müssen für den globalen Markt zugänglich sein.“
Auf die Befürchtungen angesprochen, Trump könne transatlantische Partnerschaften gefährden, spielte Wildberger diese herunter. „US-Unternehmen sind natürlich weiterhin an Auslandsgeschäften interessiert“, sagte er, fügte aber hinzu, deutsche Firmen müssten selbst entscheiden können, mit wem sie zusammenarbeiten, wo sie ihre Daten speichern und wer ihre digitale Infrastruktur betreibt.
Für Wildberger bedeutet digitale Souveränität angeblich, die gesamte Lieferkette zu überdenken – von Seltenerdmaterialien und Chipdesign bis hin zu Servern und Unterseekabeln, die das moderne Internet überhaupt erst ermöglichen.
Europa stützt sich trotz neuer Richtlinien weiterhin auf US-amerikanische Hyperscaler
Auf dem Forrester Technology & Innovation Summit EMEA in London prognostizierte Forrester, dass Europa seine Bemühungen verstärken wird, die Abhängigkeit von globalen Anbietern zu verringern und mehr Kontrolle über seine Technologieinfrastruktur zu erlangen. Trotz all dieser Anstrengungen wird sich jedoch bis 2026 kein europäisches Unternehmen vollständig von US-amerikanischen Hyperscalern wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure oder Google Cloud lösen.
Analysten führten diese anhaltende Abhängigkeit auf geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Instabilität und strenge neue Gesetze wie den Europäischen Green Deal und den EU-AI-Act zurück, die beide den Einsatz experimenteller, risikoreicher Technologien einschränken. Diese Bedingungen, so die Analysten, würden europäische Unternehmen zwingen, weiterhin mit amerikanischen Cloud-Anbietern zusammenzuarbeiten, die den Markt bereits dominieren.
Laut demselben Bericht wird sich die Nutzung generativer KI durch Verbraucher in Europa bis 2026 verdoppeln, die Einführung in Unternehmen wird jedoch aufgrund strengerer Regulierungen und weniger entwickelter KI-Ökosysteme weiterhin deutlich hinter den USA zurückbleiben. Großbritannien dürfte hingegen aufgrund weniger strenger Vorschriften und geringerer Sprachbarrieren schneller vorankommen.
Die Studie prognostizierte zudem, dass die EU-Verteidigungsausgaben einen Anstieg der Technologiebudgets für die öffentliche Infrastruktur um 20 % nach sich ziehen würden. Dies folgt auf die im Juni 2025 getroffene Vereinbarung der NATO-Mitgliedstaaten, die Verteidigungsausgaben auf 5 % des BIP anzuheben, wovon 1,5 % für die Schaffung von Infrastruktur vorgesehen sind
Abschließend warnte der Bericht davor, dass die KI-Politik Großbritanniens kontraproduktiv sein könnte. Die Begeisterung der britischen Regierung für US-amerikanische Technologieunternehmen wie Anthropic und OpenAI, ihre Weigerung, globale KI-Governance-Abkommen zu unterzeichnen, und das Fehlen verbindlicher Regulierungen könnten das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben, selbst wenn die Produktivität steigt.
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