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Deutschland erwägt eine zehnprozentige Digitalsteuer auf große US-Technologiekonzerne wie Meta und Google

VonShummas HumayunShummas Humayun
Lesezeit: 2 Minuten,
  • Deutschland bereitet die Einführung einer 10-prozentigen Digitalsteuer auf globale Plattformen wie Google und Meta vor.
  • Die Abgabe würde auf deutsche Werbeeinnahmen abzielen und könnte dem österreichischen 5%-Modell in doppelter Höhe entsprechen.
  • Lokale Mediengruppen unterstützen den Plan und hoffen, Gelder in inländische Unternehmen mit Redaktionsteams zu lenken.

Deutschland plant die Einführung einer 10-prozentigen Abgabe auf große Internetplattformen wie Meta und Google. Dieser Schritt könnte die ohnehin schon zunehmenden Handelsspannungen mit den Vereinigten Staaten weiter verschärfen.

Wolfram Weimer, der Beauftragte des Bundes für Medien und Kultur, erklärte am Donnerstag gegenüber dem Magazin Stern, die Bundesregierung arbeite an einer Digitalsteuer für globale Internetkonzerne. Er fügte hinzu, dass auch Alternativen geprüft, darunter die Möglichkeit, Plattformen zu freiwilligen Beiträgen an die deutschen Steuereinnahmen zu bewegen.

Als weitere Option habe er laut Weimer führende Technologieunternehmen zu Gesprächen über freiwillige Zahlungen eingeladen. Im Rahmen dieses Plans könnten Firmen wie Google und Meta vereinbaren, ohne formale rechtliche Verpflichtung zusätzliche Gelder nach Deutschland zu überweisen.

Die Idee, Internetplattformen zu besteuern, war Bestandteil des Koalitionsvertrags, den die Mitte-Links-Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz Anfang Mai unterzeichnete. In diesem Vertrag verpflichtete sich die Koalition, eine Abgabe auf digitale Dienste zu „evaluieren“ und die Einnahmen zur Stärkung des deutschen Mediensektors zu verwenden.

„Wir meinen es ernst“, sagte Weimer. Der ehemalige Redakteur der Axel-Springer-Zeitung „Die Welt“ erklärte, er habe „die Führungsspitze von Google sowie wichtige Branchenvertreter“ eingeladen, Alternativen zu einer Steuer zu prüfen, „einschließlich möglicher freiwilliger Verpflichtungen“

Trump hat der EU vorgeworfen, US-Unternehmen unfair zu behandeln

Eine deutsche Digitalsteuer auf US-Unternehmen wie Google, Facebook und Instagram könnte die transatlantischen Beziehungen weiter belasten. US-dent Donald Trump hat der Europäischen Union vorgeworfen, amerikanische Unternehmen unfair zu behandeln, und mit Zöllen gedroht.

Weimer erklärte, er lasse sich von solchen Drohungen nicht einschüchtern und wies darauf hin, dass die Regierung bereits mit der Schaffung der rechtlichen Grundlagen für die Zölle begonnen habe. Er schlug vor, den Zollsatz auf die deutschen Werbeeinnahmen digitaler Plattformen zu konzentrieren und ihn auf 10 Prozent festzulegen.

„Wir erarbeiten einen konkreten Gesetzentwurf“, fügte er hinzu. Weimer lobte das österreichische Modell, das eine „einfache und effektive Steuer von fünf Prozent auf Online-Werbedienstleistungen für sehr große Plattformbetreiber“ vorsieht. Er betonte, dass Deutschland einen höheren Steuersatz anwenden könne und dass selbst das Doppelte des österreichischen Satzes noch „angemessen und legitim“ wäre

Mehrere andere EU-Länder, darunter Frankreich, besteuern bereits digitale Unternehmen.

Die deutschen Medienorganisationen begrüßten den Plan weitgehend. Der Bundesverband Digitalverlage und Zeitungsverleger erklärte gegenüber der dpa, er sei erfreut, dass Internetgiganten für ihre Gewinne zur Rechenschaft gezogen würden.

Diese Gruppe und die Media Association of the Free Press forderten die Regierung auf, alle Steuereinnahmen an Medienunternehmen mit Redaktionsteams weiterzuleiten, und warnten davor, dass ihre eigenen Geschäftsmodelle unter der Dominanz globaler Technologieplattformen gelitten hätten.

Weimer sagte, die Abgabe solle für alle Technologieplattformen gelten, die in Deutschland „Milliarden an Einnahmen“ generieren und auf redaktionelle oder kulturelle Inhalte anderer angewiesen sind.

Er verwies auf die Erfahrungen Österreichs und merkte an, dass die dortige Online-Werbesteuer nicht zu „signifikanten Preisänderungen“ geführt habe, sondern lediglich bedeutete, dass die Unternehmen einen kleinen Steuerbeitrag zur Gesellschaft leisteten, wodurch ihre hohen Gewinnmargen etwas reduziert würden.

Weimer sagte, die Regierung werde weitere Gespräche mit Vertretern der Industrie führen, bevor der Vorschlag endgültig verabschiedet werde.

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Shummas Humayun

Shummas Humayun

Shummas ist ehemalige technische Redakteurin und Forscherin.

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