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Deutsche Banken öffnen Private Equity für Privatanleger

VonNellius IreneNellius Irene
3 Minuten Lesezeit
Deutsche Banken öffnen Private Equity für Privatanleger.
  • Deutsche Banken und Fintechs ermöglichen Privatanlegern den Zugang zu Private Equity.
  • Private Equity gewinnt an Bedeutung, da immer mehr Deutsche ihr Geld in die Kapitalmärkte investieren.
  • Experten warnen davor, dass die Investitionen riskant sein können, aber die Einstellung gegenüber Private Equity ändert sich.

Deutsche Privatkundenbanken bieten zunehmend Private-Equity-Fonds für den wachsenden Pool kleinerer Investoren im Land an. Von der Deutschen Bank bis zum Fintech-Star Trade Republic wollen Kreditgeber in diese expandierende Anlageklasse investieren.

Dieser Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund, dass private Kapitalgruppen nach neuen Finanzierungsquellen suchen, da institutionelle Anleger zögern, weitere Investitionen zu tätigen, bis frühere Investitionen cashabwerfen.

„Deutsche Privatanleger stellen einen der weltweit größten unerschlossenen Vermögenspools dar, und Private-Equity-Gesellschaften sind bestrebt, Zugang zu erhalten“, sagte Claudio de Sanctis, Leiter des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank, die kürzlich gemeinsam mit der Schweizer Partners Group ein Private-Markets-Produkt aufgelegt hat.

Ähnliche Bestrebungen laufen auch international. In den USA unterzeichnete Donald Trump eine Exekutivanordnung, die den 9 Billionen Dollar schweren Markt für Altersvorsorgeprodukte für eine breitere Palette von Anlageklassen öffnet, während britische Vermögensverwalter Privatkunden zunehmend Produkte des privaten Marktes anbieten.

Fintech-Plattformen senken die Eintrittsbarrieren und öffnen private Märkte für kleinere Investoren

Die Investitionsschwellenwerte variieren. Die Deutsche Bank verlangt eine Mindestanlage von 10.000 € und mindestens 200.000 € , während Trade Republic in Zusammenarbeit mit EQT und Apollo bereits ab 1 € ein Investment ermöglicht. BlackRock kooperiert mit der deutschen UniCredit-Tochter HVB und dem Online-Broker Scalable Capital, um Kunden den Zugang zu Private Equity mit einer Mindestanlage von 10.000 € zu bieten.

Deutschland stand Private Equity traditionell skeptisch gegenüber. Bereits 2004 warnte der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering vor den schädlichen Auswirkungen von Buyout-Investoren auf Unternehmen. Bundeskanzler Friedrich Merz, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von BlackRock Deutschland, sieht hingegen ein deutlich positiveres Umfeld für alternative Vermögensverwalter in Deutschland. 

Deutsche Haushalte verfügen laut Angaben der Bundesbank über Finanzvermögen in Höhe von rund 9 Billionen Euro, wovon mehr als ein Drittel in cash oder auf niedrig verzinsten Einlagen angelegt ist.

Private Equity bietet laut Christian Hecker, Mitgründer von Trade Republic, ebenfalls ein erhebliches Wachstumspotenzial. Hecker hob die starke Nachfrage nach dem Start des Private-Equity-Marktes von Trade Republic hervor und ist überzeugt, dass diese Anlageklasse trotz der allgemeinen Skepsis der Deutschen gegenüber den Kapitalmärkten in den nächsten fünf Jahren ein fester Bestandteil der Portfolios von Privatanlegern sein wird, da die Deutschen großes Interesse an Investitionen in private Unternehmen zeigen.

Branchenexperten warnen davor, dass Private Equity zwar Chancen bietet, aber auch Risiken birgt

Deutsche Investoren hinken ihren US-amerikanischen und britischen Pendants hinterher. Steffen Pauls, CEO des Berliner Unternehmens Moonfare, sagte: „Was das Anlegerverhalten und das Verständnis von Private Equity angeht, hinkt Deutschland etwa zehn Jahre hinterher.“

Doch die Dynamik nimmt zu: Daten der Bundesbank, die von Lemon.markets und Smartbroker analysiert wurden, zeigen, dass die Zahl der Wertpapierdepots im letzten Jahrzehnt um fast 50 % gestiegen ist und seit 2015 fast 12 Millionen hinzugekommen sind. Rund jeder fünfte Deutsche beteiligt sich mittlerweile an den Kapitalmärkten ,was vor allem auf digitale Plattformen und regulatorische Änderungen zurückzuführen ist, die semi-liquide börsennotierte Fonds (ELTIFs) unterstützen.

Deutsche Sparer agieren nach wie vor vorsichtig, nachdem sie während der Finanzkrise 2008 mit geschlossenen, offenen Immobilienfonds hohe Verluste erlitten haben. Der Aufschwung im Private-Equity-Sektor wird laut Ali Masarwah, Geschäftsführer des Vermögensberaters Envestor, hauptsächlich durch das Angebot und weniger durch die Nachfrage getrieben. In diesem etwas verhaltenen Umfeld liquidierte Moonfare kürzlich einen geschlossenen Private-Equity-Fonds aufgrund mangelnder Investorennachfrage.

Branchenführer warnen zudem davor, zu viel zu früh zu erwarten. Steffen Meister, Vorsitzender der Partners Group, erklärte, Produkte, die hohe Renditen und Liquidität versprechen, basierten oft auf Hebelwirkung und hohen Gebühren, und fügte hinzu, viele davon würden in den nächsten zehn Jahren verschwinden.

De Sanctis von der Deutschen Bank teilte diese Bedenken. „Es ist wichtig, dass Kunden verstehen, worin sie investieren“, sagte er, fügte aber hinzu, dass sich daraus auch eine Chance ergäbe: „Wenn wir diese wichtige Anlageklasse vermögenden und privaten Anlegern richtig näherbringen, leisten wir einen echten Beitrag für unsere Gemeinschaft.“

Im Private-Equity-Bereich verändern sich die Perspektiven von Branchenveteranen im Laufe der Zeit. Meister erklärte, dass sich die Einstellung in Deutschland im Vergleich zu vor 10 oder 20 Jahrenmaticgewandelt habe und die Branche nicht mehr mit demselben Stigma behaftet sei.

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Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtrondentdentdentdentdentdentdentdent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

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