Europas Traum vom Elektroauto trägt nun einen „Made in China“-Aufkleber

- Chinesische Elektroauto-Marken halten seit ihrem Markteintritt im Jahr 2020 mittlerweile 10 % des norwegischen Automobilmarktes.
- Norwegen weigert sich im Gegensatz zu den USA und der EU, Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge zu erheben.
- Käufer entscheiden sich für chinesische Elektrofahrzeuge aufgrund ihres Preises und ihrer Technologie, sagt Christina Bu von NEVA.
Chinesische Elektroautohersteller haben sich einen bedeutenden Anteil am europäischen Markt gesichert, der besonders von Elektrofahrzeugen begeistert ist, und niemand hält sie auf. Seit Januar 2020, als der erste MG nach Norwegen rollte, sind chinesische Marken von unbekannt zu unverzichtbar geworden.
Pekings Preisstrategie und Technologie haben Chinas Elektroautoherstellern allein in Norwegen einen Marktanteil von rund 10 % beschert, wie CNBC. Das geschah in weniger als fünf Jahren.
Norwegen ist nicht einfach nur ein weiteres Land. Es ist der Spielplatz der Elektromobilität auf dem Kontinent: Elektroautos werden in der ersten Hälfte des Jahres 2025 94 % der Neuwagenverkäufe ausmachen. Ja, 94 %.
Anders als die USA und die EU, die chinesische Elektrofahrzeuge mit Zöllen belegt haben, um heimische Marken zu schützen, hat Norwegen klargestellt, dass es diesbezüglich keine Pläne hat. Ein Sprecher des norwegischen Finanzministeriums war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, doch die Haltung bleibt unverändert: keine Zölle, keine Beschränkungen, kein Problem.
Norwegen wird zum Testgelände Chinas
Mindestens 20 chinesische Elektroautomodelle werden mittlerweile in Norwegen verkauft. Christina Bu, Vorsitzende des norwegischen Elektroauto-Verbandes, erklärt, dass die Käufer nicht mehr zögern. „Sie sehen, dass es gute Autos sind, technologisch auf dem neuesten Stand und auch preislich durchaus konkurrenzfähig“, sagte Bu gegenüber CNBC. Die Einstellung der Einheimischen habe sich stark verändert. Diese Fahrzeuge würden nicht mehr als billige Kopien betrachtet, sondern seien einfach eine weitere Option in einem bereits gesättigten Markt.
Marken wie BYD, XPeng und MG haben es in Norwegen unter die Top 20 der meistverkauften Autos geschafft. Volvo und Polestar sind ebenfalls vertreten, zählen aber nicht zur Kategorie „chinesische Marken“, obwohl sie mit Geely, einem chinesischen Konzern, verbunden sind.
Diese Unterscheidung stammt von Felipe Munoz von JATO Dynamics, der gegenüber CNBC erklärte, er zähle nur Fahrzeuge, die „vollständig in China entwickelt, konzipiert und produziert“ würden. Damit seien europäische Unternehmen mit chinesischen Investitionen ausgeschlossen. Nach Felipes defierreichten chinesische Elektrofahrzeuge zwischen Januar und Juni 2025 einen Marktanteil von 10,04 % in Norwegen.
Felipe bezeichnet Norwegen als „Europas Labor“ für Elektrofahrzeuge, einen Ort, an dem ausländische Marken ihre Produkte testen können, ohne Millionen zu investieren. „Der Einstieg ist dort einfacher als irgendwo sonst in Europa und erfordert keine so hohen Investitionen wie in den fünf größten europäischen Märkten“, sagte er. Das Fehlen einer eigenen Automobilindustrie im Land erleichtert die Situation zusätzlich. Es gibt niemanden, den man verärgern könnte, keine etablierten Autohersteller, mit denen man konkurrieren müsste.
Tesla behauptet weiterhin die Spitzenposition, wobei das neue Model Y die Nachfrage im Juni hoch hielt. Doch chinesische Marken holen auf. Und das nicht mit aufwendigen Werbekampagnen, sondern mit niedrigen Preisen, wettbewerbsfähigen Funktionen und schnellen Markteinführungen. Die Menschen wollen praktische Autos, die funktionieren und kein Vermögen kosten. China bietet ihnen genau das. Tesla hingegen muss Wege finden, um die Führung zu behalten, während die Konkurrenz ihre Produktion ausbaut.
China stellt die westliche Kontrolle über Elektrofahrzeuge in Frage
Diese Herausforderung wächst. Rico Luman von der ING Bank, Experte für Transport und Logistik, sagt, europäische Autofahrer enjchinesische Elektrofahrzeuge fahren. Das sind schlechte Nachrichten für Unternehmen wie Tesla oder Volkswagen, die versuchen, ihren schrumpfenden Marktanteil zu halten. „Das ist also eine echte Herausforderung für Tesla in der Zukunft“, sagte Rico in der CNBC-Sendung „ Squawk Box Europe“. „Mit den neuen Marken konkurrieren zu müssen, die ihre Präsenz in Europa ausbauen.“
Auf die Frage, ob Europa ins Hintertreffen gerate, nahm Rico kein Blatt vor den Mund. „Europa holt etwas auf“, sagte er. Doch China führt weiterhin. Und auch die USA liegen nicht vorn. Rico merkte an, dass es in den USA „einigetrac“ gegeben habe, wodurch Europa irgendwo im Mittelfeld feststecke. Niemand ziehe schnell davon, aber China habe das Feld bereits deutlich überrundet.
„Wir brauchen dringend mehr neue und erschwinglichere Modelle, um den Mittelklasse-Autofahrer zum Umstieg zu bewegen, und so weit sind wir noch nicht“, fügte Rico hinzu.
Das ist der Kern der Sache. Chinas Strategie setzt nicht auf Luxus oder Hype, sondern auf Masse und Bezahlbarkeit. Und im Moment funktioniert sie. Norwegen zeigt, was passiert, wenn Europa die Tür weit offen hält. Peking muss nichts erzwingen. Der Markt lässt sie bereits herein.
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