Europäische Spediteure setzen US-Lieferungen im Vorfeld der Änderung der De-minimis-Regel aus

- Europäische Postdienstleister stellen die Zustellung von Sendungen in die USA ein, da neue Zollbestimmungen die De-minimis-Ausnahmeregelung beenden.
- Deutschland, Spanien, Frankreich, Belgien und andere Länder geben an, dass ihre Systeme die neuen US-Anforderungen nicht erfüllen können.
- DHL, Correos und La Poste bestätigten die Aussetzung des Geschäftsbetriebs; ein konkreter Termin für die Wiederaufnahme wurde nicht genannt.
Die Postdienste in Europa stellen den Versand in die Vereinigten Staaten wenige Tage vor Inkrafttreten einer wichtigen Zolländerung ein.
Laut einem Bericht von CNBC steht der Einfrierungsstopp im Zusammenhang mit einer Anordnung des ehemaligendent Donald Trump, die die Bagatellgrenze für ausländische Pakete mit einem Wert unter 800 US-Dollar offiziell aufhebt. Die Anordnung betrifft alle Länder, nicht nur China, und tritt diesen Freitag in Kraft.
Sendungen unterhalb dieser Wertgrenze konnten über ein Jahrhundert lang ohne Zollgebühren oder aufwendige Abfertigungsverfahren in die USA eingeführt werden. Damit ist nun Schluss. Neun Länder (Deutschland, Spanien, Frankreich, Belgien, Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen und die Schweiz) setzen deshalb ihre Lieferungen in die USA vorübergehend aus.
Ihre Systeme können mit den neuen Regeln nicht mithalten, und die Spediteure wissen nicht, wie die Zollgebühren berechnet werden, wer sie einzieht oder wie sie diese Informationen an die US-Behörden übermitteln sollen.
DHL, Correos und La Poste frieren die Post ein, da Verwirrung herrscht
DHL bestätigte am Freitag in einer Erklärung, dass die Deutsche Post und DHL Paket Deutschland keine Pakete mehr in die USA annehmen. „Wichtige Fragen bleiben ungeklärt“, so das Unternehmen, „insbesondere hinsichtlich der künftigen Erhebung von Zöllen, der benötigten zusätzlichen Daten und der Datenübertragung an die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde.“ Als einzige Alternative bleibt DHL Express, das zwar weiterhin verkehrt, aber deutlich teurer ist.
Correos, die nationale Postbehörde Spaniens, teilte in einer Erklärung mit, dass sie die vollständigen Konformitätsanforderungen der US-Behörden erst am 15. August erhalten habe.
„Diese Situation zwingt Correos und alle anderen Postdienstleister, die Sendungen in die USA abwickeln, ihre Prozesse grundlegend zu ändern und die Sendungskontrollen zu verschärfen, um die neuen Zollbestimmungen umzusetzen. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die internationale Postlogistik und den E-Commerce“, so die Behörde. Der Sendungsstopp begann am Montag; ein Ende ist noch nicht absehbar.
Die belgische Post gab bekannt, ihre Sendungen ab Samstag auszusetzen, und die französische Post (La Poste) kündigte an, die Lieferungen in die USA ab Montag einzustellen. Im Norden hatte die finnische Post (Posti) bereits am vergangenen Samstag die Zustellung in die USA gestoppt. Wenige Tage später teilte sie mit, dass sie nicht einmal mehr Geschenke oder Briefe bearbeiten könne, da, wie sie es formulierte, „mehrere Fluggesellschaften die Beförderung von Postsendungen in die Vereinigten Staaten verweigert hätten“
Die Aussetzung betrifft hauptsächlich Sendungen unter 800 US-Dollar. Artikel wie Briefe und Geschenke waren zunächst ausgenommen, dies gilt jedoch in einigen Ländern nicht mehr. Der Rückzug von Fluggesellschaften aus Transportabkommen setzt die ohnehin schon überlasteten Postsysteme zusätzlich unter Druck.
Kleine europäische Unternehmen spüren die Auswirkungen als Erste
Die plötzliche Unterbrechung dürfte Europas kleinere Exporteure am härtesten treffen. Besonders betroffen sind Amerikaner, die direkt bei kleinen europäischen Händlern und nicht bei großen Einzelhändlern einkaufen. Die meisten großen Unternehmen, insbesondere solche mit Niederlassungen in den USA, nutzen ohnehin keine Bagatellgrenzen. Sie versenden Waren in großen Containern an US-Lager und zahlen Zölle.
Plattformen wie Temu und Shein, die stark auf Bagatelldeklarationen angewiesen waren, verzeichneten jedoch nach dem Auslaufen der Ausnahmeregelung für China im Mai deutliche Preissprünge und eine schwächere Nachfrage. Da nun auch Europa diese Vergünstigung verliert, ist mit ähnlichen Auswirkungen für Verkäufer zu rechnen, die den Standardversand nutzen.
Keines der Länder nannte einen konkreten Termin für die Wiederaufnahme des Betriebs. Alle erklärten, die Aussetzungen seien vorübergehend. Doch das Problem liegt nicht nur in der Bürokratie, sondern auch in der Technologie. Keines ihrer bestehenden Postsysteme ist darauf ausgelegt, die neuen US-Zollbestimmungen zu tracoder detaillierte Paketdaten an amerikanische Behörden zu übermitteln.
Selbst wenn ihre Technologie aufholt, bleibt die wichtigere Frage, wer die Zollgebühren bezahlt und wie diese eingetrieben werden. Niemand hat darauf eine Antwort; weder die Spediteure noch die Postämter und auch nicht die Fluggesellschaften, die die Fracht ablehnen.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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