EU droht Meta mit täglichen Geldstrafen wegen umstrittenen Werbeeinwilligungsmodells

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Meta drohen ab dem 27. Juni tägliche Geldstrafen von der EU, falls sein Werbemodell nicht den DMA-Regeln entspricht.
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Die Europäische Kommission erklärt, dass Metas Zahlungs- oder Zustimmungsmodell noch nicht vollständig konform sei.
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Meta behauptet, die EU nehme das Unternehmen unfair ins Visier und besteht darauf, dass sein Modell den Nutzern echte Wahlmöglichkeiten biete.
Meta steht bei der Europäischen Kommission unter Druck, nachdem das Unternehmen gewarnt wurde, dass ab dem 27. Juni tägliche Geldstrafen verhängt werden könnten, falls die Änderungen am Zahlungs- oder Zustimmungssystem nicht den Anforderungen der Kommission entsprechen.
Die Warnung erfolgte am Freitag und folgte auf eine vor zwei Monaten verhängte Geldstrafe von 200 Millionen Euro (234 Millionen US-Dollar) wegen Verstößen gegen das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA). Dieses Gesetz wurde eingeführt, um die Marktmacht dominanter Technologieplattformen zu beschneiden und zu verhindern, dass diese Wettbewerber ausschließen.
Laut Reuters erklärte die Kommission, die für Wettbewerbsfragen in der gesamten EU zuständig ist, dass das aktualisierte Modell Meta, das im November 2023 eingeführt wurde, zwischen diesem Zeitpunkt und November 2024 gegen den DMA verstoßen habe.
Dieses System ermöglichte es Nutzern von Facebook und Instagram, entweder für eine werbefreie Version zu bezahlen oder die kostenlose Version zu nutzen und dabei der traczu Werbezwecken zuzustimmen. Das Unternehmen hat das Modell inzwischen angepasst, um die Nutzung personenbezogener Daten zu reduzieren, doch die Aufsichtsbehörden sind noch nicht überzeugt, dass diese Änderungen ausreichen.
Die Kommission hinterfragt die begrenzten Änderungen von Meta
Ein Sprecher der Kommission erklärte, die bisherigen Aktualisierungen seien geringfügig und würden noch geprüft. „Die Kommission kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen, ob diese ausreichen, um die in ihrem Beschluss über die Nichteinhaltung festgelegten Hauptkriterien für die Einhaltung der Vorschriften zu erfüllen“, so der Sprecher. Er fügte hinzu, dass, falls Meta die Vorgaben bis zum nächsten Sommer nicht erfülle, tägliche Geldbußen in Höhe von bis zu 5 % des weltweiten Tagesumsatzes von Meta verhängt werden könnten.
Meta verteidigte sein Geschäftsmodell und erklärte, die Wahlmöglichkeit zwischen einer werbefinanzierten und einer Abonnementversion sei in ganz Europa gängige Geschäftspraxis. In einer Stellungnahme hieß es: „Die Wahlmöglichkeit zwischen einem Abonnement für einen werbefreien Dienst und einem kostenlosen, werbefinanzierten Dienst ist für jedes Unternehmen in Europa ein legitimes Geschäftsmodell – außer für Meta.“
Meta warf der Kommission zudem unfaire Behandlung vor. Das Unternehmen behauptete, die Regeln würden mitten in den Verhandlungen geändert und es werde gezielt benachteiligt. „Wir sinddent dass unser Angebot für Verbraucher in der EU nicht nur den EU-Vorgaben entspricht, sondern diese deutlich übertrifft“, fügte Meta hinzu.
Die Kommission wies diese Anschuldigung entschieden zurück. Beamte betonten, dass die DMA für alle großen Plattformen, die in der EU tätig sind, gleichermaßen gilt, unabhängig davon, ob sie amerikanisch sind oder nicht. „Wir haben unsere Gesetze stets fair und ohne Diskriminierung gegenüber allen in der EU tätigen Unternehmen angewendet und werden dies auch weiterhin tun, in voller Übereinstimmung mit internationalen Regeln“, so der Sprecher.
Meta verstärkt sein KI-Team mit hochkarätigen Neuzugängen von OpenAI und DeepMind
Während Meta in Brüssel mit regulatorischen Hürden zu kämpfen hat, investiert das Unternehmen massiv in KI-Talente in den USA. Kürzlich wurde Trapit Bansal, eine Schlüsselfigur der KI-Szene und ehemaliger Mitarbeiter von OpenAI, eingestellt. Bansal verstärkt nun Metas Team für KI-Superintelligenz, das an fortschrittlichen Modellen für logisches Denken arbeitet, die mit Spitzensystemen wie OpenAIs o3 und DeepSeeks R1 konkurrieren könnten.
Bansals LinkedIn-Profil bestätigt seinen Weggang von OpenAI im Juni. Er war seit 2022 für das Unternehmen tätig und maßgeblich an der Entwicklung des Reinforcement Learning neben Ilya Sutskever beteiligt. Er gilt als einer der Hauptentwickler des frühen OpenAI-Modells für logisches Denken, bekannt als o1. OpenAI-Sprecherin Kayla Wood bestätigte Bansals Ausscheiden.
Bei Meta verstärkt Bansal ein wachsendes Team, dem bereits namhafte Experten wie Alexandr Wang, der ehemalige CEO von Scale AI, angehörten und zu dem möglicherweise bald auch Nat Friedman und Daniel Gross hinzukommen. Das Unternehmen arbeitet Berichten zufolge an einem zukunftsweisenden Modell für logisches Denken und baut dafür ein hochkarätiges Team auf.
Bansal wird nicht allein sein. Er verstärkt das Team um weitere kürzlich von Meta eingestellte Mitarbeiter wie Lucas Beyer, Alexander Kolesnikov und Xiaohua Zhai, die alle vor Kurzem OpenAI verlassen haben. Sie werden mit Jack Rae, der zuvor bei Google DeepMind tätig war, und Johan Schalkwyk, dem Leiter des Bereichs Maschinelles Lernen beim KI-Startup Sesame, zusammenarbeiten. Diese Informationen stammen vom Wall Street Journal und Bloomberg.
Meta lockt führende KI-Forscher mit Vergütungspaketen im Wert von 100 Millionen Dollar. Was Bansal angeboten wurde, ist unklar, doch es reichte aus, um ihn zum Wechsel von OpenAI zu bewegen. Das Unternehmen verfügt derzeit über kein öffentlich zugängliches Schlussfolgerungsmodell, strebt mit diesem Team aber eindeutig danach, ein Modell zu entwickeln, das mit den Branchenführern konkurrieren kann.
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