EU bereitet Rekordstrafe des DMA gegen Google wegen Suchmaschinenmarktbeherrschung vor

- Die EU bereitet eine Rekordstrafe des DMA gegen Google wegen seiner marktbeherrschenden Stellung im Suchmaschinenbereich vor.
- Brüssel vermutet, dass Google bei den Suchergebnissen die eigenen Dienste bevorzugt.
- Die mögliche Geldstrafe könnte mehrere hundert Millionen Euro betragen.
Google droht nun ein weiterer Rückschlag durch die Europäische Union wegen Kartellverstößen, und dies könnte die bisher höchste Strafe nach dem Digital Markets Act sein.
Die deutsche Zeitung Handelsblatt berichtete am Montag, dass Brüssel kurz davor stehe, Alphabet (NASDAQ: GOOG, GOOGL) mit einer hohen dreistelligen Millionen-Euro-Strafe zu belegen, weil Google seine eigenen Dienste nicht in den Suchergebnissen anzeigt.
Der Bericht erschien kurz nachdem die EU ein Zollabkommen mit den Vereinigten Staaten in Kraft gesetzt hatte. Ein weiterer Streit mit einem großen amerikanischen Technologiekonzern könnte die transatlantischen Beziehungen zusätzlich belasten.
Das Handelsblatt berichtete, dass das Verfahren gegen Google fast abgeschlossen sei, die endgültige Entscheidung aber noch bei der Präsidentin der Europäischen Kommission,dent von der Leyen, liege.
Ursula wird voraussichtlich noch vor der Sommerpause treffen. Sollte die Geldstrafe wie geplant verhängt werden, wäre dies die höchste Strafe, die jemals nach dem DMA verhängt wurde.
Brüssel wirft Google vor, seine eigenen Dienste in den Suchergebnissen höher zu platzieren
Die Europäische Kommission eröffnete im März 2025 den Fall Google Search, um zu prüfen, ob Google seine Suchmaschine nutzt, um mehr Traffic auf die eigenen Dienste zu lenken, anstatt konkurrierende Unternehmen fair zu behandeln.
Die Kommission betont, ihr Hauptziel sei die Durchsetzung der Vorschriften, nicht nur deren Eintreibung. Thomas Regnier, ein Sprecher der Kommission, erklärte, die Regulierungsbehörden befänden sich weiterhin im Gespräch mit dem Unternehmen über mögliche Lösungen. Er stellte außerdem klar, Brüssel sei bereit zu handeln, sollten diese Gespräche ergebnislos verlaufen.
„Auch während unserer Verhandlungen über künftige Lösungen werden wir nicht zögern, so schnell wie möglich die nächsten Schritte einzuleiten“, sagte Thomas.
Google hat die These zurückgewiesen, dass die DMA die Suche für Nutzer verbessert habe. Das Unternehmen argumentiert, die bereits in Europa vorgenommenen Änderungen hätten das Produkt geschwächt.
„Die Änderungen, die wir im Rahmen des DMA bereits an der Suche vorgenommen haben, stellen die größte Verschlechterung in der Geschichte des Produkts dar und schaffen ein zweitklassiges Erlebnis für Europäer zum Vorteil einiger weniger eigennütziger Beschwerdeführer“, sagte angeblich ein Google-Sprecher.
Dies ist natürlich nicht die erste größere Auseinandersetzung zwischen Google und den EU-Kartellbehörden. Bereits 2010 leitete die Europäische Union mehrere Kartellverfahren gegen Google wegen dessen Monopolstellung ein. Drei dieser Untersuchungen führten zu einer Anklage seitens der EU. Betroffen waren die Google-Suche, Android und Google AdSense.
Google verlor alle drei Verfahren. Die verhängten Strafen beliefen sich insgesamt auf über 8 Milliarden Euro. Daher war die Klage nach dem französischen Digitalmarktgesetz zu erwarten.
EU-Regulierungsbehörden haben Google bereits gezwungen, Android und die Werbetechnologie zu ändern
Der erste Fall betraf beispielsweise Googles Umgang mit Smartphone-Herstellern. Laut Kommission zwang Google die Hersteller, bestimmte Google-Anwendungen auf ihren Geräten zu installieren. Die Regulierungsbehörden behaupteten, Google habe es Mobilgeräten erschwert, angepasste Android-Versionen zu nutzen, die mit Googles eigenem System hätten konkurrieren können.
Die Verknüpfung von Apps war ein weiteres Anliegen der Regulierungsbehörden. Sie warfen Google vor, einige seiner Apps sodent gemacht zu haben, dass Smartphone-Hersteller gezwungen waren, mehr Google-Apps zu installieren, um Zugriff auf wichtige Apps zu erhalten. Laut Kommission sei ein solches Verhalten leicht nachvollziehbar, und es liege nahe, dass der Betreiber einer so mächtigen Plattform für mobile Anwendungen seine anderen Produkte schützen wolle.
Im Oktober 2018 änderte Google schließlich seine Vorgehensweise bei der Bereitstellung von Diensten und dem Verkauf von Anwendungen an Hersteller. So erlaubte das Unternehmen beispielsweise Smartphone- und Tablet-Herstellern, den Google Play Store zu lizenzieren, ohne alle Google-Apps auf ihren Geräten installieren zu müssen. Wollten die Hersteller jedoch weiterhin Google-Apps auf ihren Geräten installieren, mussten sie die Lizenzgebühr dafür nicht mehr entrichten.
Später, im März 2019, versprach Google europäischen Android-Nutzern während der Installation eine alternative Auswahlmöglichkeit. Anstatt nur Chrome und die Google-Suche zur Verfügung zu haben, sollten ihnen mehrere Optionen für Browser und Suchmaschinen zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus prüfte die Europäische Kommission im Jahr 2020 Googles Plan zur Übernahme von Fitbit. Die Kommission genehmigte die Fusion am 17. Dezember 2020 unter bestimmten Bedingungen.
Im Bereich Werbung verhängte die Kommission am 4. September 2025 eine Geldbuße von 2,95 Milliarden Euro (rund 3,4 Milliarden US-Dollar) gegen Google wegen wettbewerbswidriger Praktiken im Adtech-Markt. Die EU-Wettbewerbsbehörde hatte ihre Untersuchung von Googles Werbegeschäft im Mai 2021 eingeleitet.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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