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Die EU rechnet aufgrund von Handelskriegen mit einer Stagnation der Eurozonen-Wirtschaft

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 4 Minuten
Abbildung mit dem Logo der Eurozone
  • Die Wirtschaft der Eurozone kann sich nur noch mühsam über Wasser halten; für 2025 wird ein Wachstum von lediglich 1,3 % erwartet, in diesem Jahr sind es klägliche 0,8 %.
  • Trumps Drohungen mit 10%igen Zöllen könnten die deutsche Wirtschaft schwer treffen, Exporte im Wert von 25 Milliarden Euro gefährden und die gesamte Eurozone mit in den Abgrund reißen.
  • Die Inflation lässt zwar nach, ist aber immer noch präsent; für 2024 wird ein Wert von 2,4 % erwartet – es sei denn, Klimakatastrophen wie Überschwemmungen in Spanien treiben die Preise wieder in die Höhe.

Die Wirtschaft der Eurozone steckt in einer Sackgasse. Die Wachstumsprognosen wurden erneut nach unten korrigiert, und selbst die revidierten Zahlen wecken wenig Zuversicht.

Die Europäische Kommission, das Exekutivorgan der EU, prognostiziert nun für die 20 Euro-Länder ein gemeinsames BIP-Wachstum von lediglich 1,3 % im Jahr 2025. Das ist ein Rückgang gegenüber der vorherigen Prognose von 1,4 %. In diesem Jahr sieht es noch düsterer aus: ein schwaches Wachstum von nur 0,8 %.

Im Vergleich dazu rechnet man in den Vereinigten Staaten bis 2026 mit einem stetigen Wachstum von rund 2 % pro Jahr. Der Unterschied besteht nicht nur in Zahlen – er ist ein Warnsignal.

Während die US-Wirtschaft weiter wächst, scheint die Eurozone in der Stagnation festzustecken. Sollte der designiertedentDonald Trump seine Drohung wahr machen und 10-prozentige Zölle auf europäische Importe erheben, könnte sich die Lage weiter verschärfen.

Spanien ist die einzige Volkswirtschaft der Eurozone, die echte Stärke zeigt; für dieses Jahr wird ein Wachstum von 3 % und für 2025 von 2,3 % prognostiziert. Deutschland hingegen bereitet sich auf einen wirtschaftlichentracvor, und Frankreich kämpft mit defiund politischen Herausforderungen.

„Nach einer langen Phase der Stagnation kehrt die EU-Wirtschaft zu einem moderaten Wachstum zurück“, erklärte die Europäische Kommission in ihren Herbstprognosen. Moderat, in der Tat.

Zölle könnten dem Handel schwer schaden

Handelskriege sind das Letzte, was die Eurozone derzeit braucht. Trumps vorgeschlagene 10-prozentige Zölle auf europäische Waren könnten die exportorientierten Volkswirtschaften des Währungsraums schwer schädigen.

Deutschland, das industrielle Herz der Region, könnte lautdent Joachim Nagel 1 % seines BIP verlieren, sollten diese Zölle eingeführt werden. Der Schaden würde nicht an Deutschlands Grenzen haltmachen. Prognosen des Versicherers Allianz schätzen, dass deutsche Exporte im Wert von 25 Milliarden Euro gefährdet sein könnten.

Kleinere Zulieferer in der gesamten Eurozone, von französischen Weingütern bis hin zu italienischen Maschinenbauern, würden die Folgen zu spüren bekommen. Für eine Wirtschaft, die bereits durch die Energiekrise und die schleppende Erholung nach der Pandemie angeschlagen ist, wären dies katastrophale Folgen.

Ökonomen sind sich uneins darüber, ob sich Europas Exporteure erholen können. Einige argumentieren, dass eintronUS-Dollar europäische Waren verbilligen und die Auswirkungen der Zölle ausgleichen könnte.

Andere weisen darauf hin, dass der Produktionssektor der Region bereits jetzt mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die Daten bestätigen dies: Die Industrieproduktion der Eurozone ist seit Januar 2022 um 6 % gesunken und schrumpft weiter.

Russlands Einmarsch in die Ukraine, der die Energiepreise auf Rekordhöhen trieb, bedeutete einen schweren Schlag für Europas Produktionsbasis.

Inflation und Haushalte: Doppeltes Problem

Die Inflation mag sich zwar etwas abschwächen, ist aber noch lange nicht vorbei. Die Europäische Kommission prognostiziert für 2024 eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,4 Prozent, bevor sie 2025 auf 2,1 Prozent sinkt. Das ist zwar etwas besser als frühere Höchststände, aber für Regierungen, die bereits mit Haushaltsdefiziten zu kämpfen haben, nur ein schwacher Trost.

Geringeres Wachstum bedeutet niedrigere Steuereinnahmen, und höhere Zinssätze verteuern die Kreditaufnahme für Regierungen. 

Insbesondere Frankreich steht vor einer großen Herausforderung. Das defisoll zwar von 6,4 % des BIP in diesem Jahr auf 5,2 % im Jahr 2024 sinken, doch die befristeten Steuererleichterungen laufen 2026 aus, was das defivoraussichtlich wieder ansteigen lassen wird.

Die Europäische Kommission warnt davor, dass die Schuldenquote im gesamten Block steigt, was den Druck auf die Regierungen, den Gürtel enger zu schnallen, noch weiter erhöht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht derweil, den schmalen Grat zu meistern. Nachdem sie die Leitzinsen im vergangenen Jahr zur Bekämpfung der Inflation auf 4 % angehoben hatte, hat sie nun wieder damit begonnen, sie zu senken.

Der Einlagenzins liegt aktuell bei 3,25 %, und die Bank plant weitere Senkungen. Ziel ist es, Kredite günstiger zu machen und Investitionen anzuregen, doch die Fortschritte sind schleppend.

Der Klimawandel verschärft die Situation. Jüngste Überschwemmungen in Spanien forderten Hunderte von Todesopfern und verursachten massive Infrastrukturschäden. Die Europäische Kommission warnte, dass solche Katastrophen Lieferketten unterbrechen, die Lebensmittelproduktion beeinträchtigen und die Inflation erneut anheizen könnten.

Der Fertigungssektor kommt nicht zur Ruhe

Das verarbeitende Gewerbe war schon immer das Rückgrat der Eurozone, steckt aber derzeit in einer Krise. Der Sektor hatte bereits mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen, als Russlands Krieg in der Ukraine die Energiepreise in die Höhe trieb. 

Nun steht Deutschland vor einer neuen Bedrohung: den US-Zöllen. Deutschland, oft als „Motor“ Europas bezeichnet, gerät ins Stocken. Die Industrieproduktion ist stark zurückgegangen, und die Abhängigkeit des Landes von energieintensiven Branchen wie der Chemie- und Stahlindustrie macht es besonders anfällig. Frankreich und Italien, die zwar weniger stark von der Schwerindustrie abhängig sind, sind nicht immun.

„Eine weitere Zunahme protektionistischer Maßnahmen seitens der Handelspartner könnte den Welthandel ins Wanken bringen“, warnte die Studie. Für eine so offene Volkswirtschaft wie die der Eurozone ist das eine Katastrophe mit Ansage. 

Globaler Kontext: Die USA überholen Europa

Während die Eurozone schwächelt, baut die USA ihren Vorsprung weiter aus. Goldman Sachs prognostiziert für die USA ein BIP-Wachstum von 2,5 % im Jahr 2025, verglichen mit lediglich 0,8 % in der Eurozone. Die Arbeitsproduktivität in den USA ist seit 2019 jährlich um 1,7 % gestiegen, während Europa lediglich 0,2 % erreicht hat. 

Trumps erwartete Handelspolitik, einschließlich Zöllen auf China und Europa, könnte die Kluft noch weiter vergrößern. Goldman Sachs prognostiziert, dass diese Maßnahmen das globale Wachstum zwar beeinträchtigen werden, aber dank Steuersenkungen und eines unternehmensfreundlichen Regulierungsrahmens relativ geringe Auswirkungen auf die USA haben werden.

In Europa sieht die Sache anders aus. Die Abhängigkeit der Region von Exporten macht sie sehr anfällig für Handelsstörungen. 

Auch die Zentralbanken reagieren unterschiedlich. Die amerikanische Federal Reserve plant aggressive Zinssenkungen und strebt bis Anfang 2025 eine Spanne von 3,25 % bis 3,5 % an.

Die EZB hingegen agiert vorsichtig und peilt ein Zinsziel von 1,75 % bis Ende 2025 an. Die Schwellenländer haben unterdessen Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik, was für Europa jedoch nur ein schwacher Trost ist.

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