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Kryptowährungen schalten in Trumps Amerika in den vollen Bankmodus

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
  • Die Kryptofirmen Ripple, Circle und BitGo beantragen unter der Trump-Administration eine Lizenz als nationale Treuhandbank.
  • Kraken plant die Einführung von Debit- und Kreditkarten ohne die Beantragung einer vollständigen Banklizenz.
  • Der Genius Act zielt darauf ab, Stablecoins zu regulieren und deren Ausgabe auf lizenzierte Unternehmen zu beschränken, die durch US-Staatsanleihen gedeckt sind.

Krypto-Unternehmen warten nicht ab. Sie stürmen unter der Präsidentschaft von Donald Trump mit voller Wucht in das US-Bankensystem und nutzen dabei das aus ihrer Sicht sehr offene regulatorische Zeitfenster aus.

Ripple, ein Anbieter von Krypto-Zahlungen, und Circle, ein Unternehmen für Stablecoins, haben beide eine Banklizenz beantragt. BitGo, ein Anbieter von Krypto-Verwahrungsdienstleistungen, hat dasselbe getan. Kraken hingegen verzichtet auf die Banklizenz und geht direkt in den Markt für Debit- und Kreditkarten; der Start ist noch vor Monatsende geplant.

Die Führungskräfte sprechen von einer „natürlichen Konvergenz“. Diesen Ausdruck verwendete Arjun Sethi, Co-CEO von Kraken, um die aktuellen Schritte zu erklären. Sethi sagte, das Unternehmen plane nicht, ein Komplettanbieter von Krediten zu werden, sondern werde in diesem Bereich mit Partnern zusammenarbeiten. „Wir wollen nicht die Bank sein, die Hypotheken vergibt“, sagte. „Wir wollen lediglich mit den besten Anbietern zusammenarbeiten, die Hypotheken anbieten können.“

Krypto strebt Zugang zur US-Notenbank an

Hier geht es nicht nur um Expansion, sondern auch um Legitimität. Circle erklärte, die OCC-Lizenz würde dazu beitragen, Kryptowährungen formeller mit dem US-Finanzsystem zu verknüpfen. Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, hat bereits einen Antrag auf ein Masterkonto bei der Federal Reserve gestellt. Dieses würde es Ripple ermöglichen, Stablecoin-Reserven direkt bei der Zentralbank zu halten, ähnlich wie es Wall-Street-Banken tun.

Aktuell besitzt nur Anchorage Digital eine nationale Banklizenz, doch der Wettbewerb ist bereits in vollem Gange. Diese Treuhandbanklizenzen erlauben den Unternehmen zwar nicht die Kreditvergabe oder die Annahme direkter Kundeneinlagen, aber sie würden ihnen die Verwahrung von Kryptowährungen und die Zahlungsabwicklung ermöglichen. Vor allem aber würden sie die bisherige Lizenzvergabe auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten durch eine einzige nationale Genehmigung ersetzen und diesen Unternehmen so den Zugang zu den USA deutlich erleichtern.

Der politische Hintergrund ist entscheidend. Führungskräfte berichten, dass die Trump-Regierung deutlich gemacht hat, dass sie Krypto-Lizenzen gegenüber offener eingestellt ist als das Team von Joe Biden jemals war. Max Bonici, Partner bei Davis Wright Tremaine, brachte es auf den Punkt: „Das ist eine 180-Grad-Wende im Vergleich zu dem, wo viele dieser Krypto-Unternehmen angefangen haben. Damals hieß es: ‚Wir brauchen keine Banken, wir brauchen keine Gesetze, wir stehen über allem.‘ Jetzt fordern sie: ‚Reguliert uns!‘“

Die Regeln für Stablecoins werden verschärft, während Unternehmen schnell agieren.

Auch in Washington tut sich einiges. Ein neuer Gesetzentwurf, der sogenannte Genius Act, wird derzeit diskutiert und würde Stablecoins strengeren Regeln unterwerfen. Laut diesem Entwurf müssten alle an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins durch US-Staatsanleihen gedeckt sein, und nur Unternehmen mit entsprechenden Lizenzen des OCC oder regulierte Banken dürften sie ausgeben. Genau auf solche Gesetze bereiten sich die Unternehmen derzeit intensiv vor.

Adam Chernichaw, Partner bei Pillsbury, erklärte, dies könne Stablecoins endlich einen ernsthaften Platz auf dem US-Finanzmarkt sichern. Das Weiße Haus unter Trump unterstützt die Idee Berichten zufolge, und da Stablecoins für grenzüberschreitende Zahlungen und den On-Ramp-Handel immer beliebter werden, ist diese Unterstützung von Bedeutung. Händler nutzen diese Token, um Geld schnell und ohne direkten Kontakt zu Banken zu transferieren, und auch Unternehmen finden die Idee ansprechend.

Andere Fintech-Unternehmen beobachten die Entwicklung genau. Robinhood, das im vergangenen Jahr über 50 % seiner Transaktionseinnahmen mit Kryptowährungen erzielte, bereitet die Einführung von Bankfunktionen im Herbst vor. CEO Vlad Tenev erklärte, man wolle den Nutzern alles abwickeln, einschließlich Steuern und Nachlassplanung.

Die Londoner Neobank Revolut, die sich stark auf den Handel mit Kryptowährungen konzentriert, strebt zukünftig eine US-Banklizenz an. Klarna, unter der Leitung von Sebastian Siemiatkowski, versucht, sein Konsumkreditgeschäft vollständig in ein Kryptounternehmen umzuwandeln.

Sogar die Bank of America bereitet sich vor. Sobald die Regeln für Stablecoins endgültig festgelegt sind, plant die Bank Berichten zufolge die Herausgabe einer eigenen Version. David Portilla, Experte für Finanzregulierung bei Davis Polk, erklärte, die Trump-Regierung habe deutlich gemacht, dass sie solchen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen sei – etwas, das das vorherige Weiße Haus gänzlich vermieden habe.

Nicht alle Unternehmen gehen jedoch denselben Weg. Kraken, das bereits eine staatliche Lizenz in Wyoming besitzt, umgeht das gesamte Bundeslizenzierungsverfahren. Das Unternehmen bringt direkt seine neue App auf den Markt und umgeht damit den traditionellen Pfad. Sethi erklärte, dass sich das Unternehmen auf Krypto-Tools und Kartendienstleistungen konzentrieren und nicht zu einer vollwertigen Bank werden wolle.

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