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Chinas Markt für Elektrofahrzeugversicherungen verliert Milliarden durch steigende Schadensfälle

VonNellius IreneNellius Irene
3 Minuten Lesezeit
Chinas Markt für Elektrofahrzeugversicherungen verliert Milliarden durch steigende Schadensfälle
  • Chinas Versicherungsmarkt für Elektrofahrzeuge verliert viel Geld, weil die Reparaturkosten zu hoch sind.
  • Die Regierung erlässt neue Regeln, um die Kosten zu senken und den Datenaustausch zu verbessern.
  • Große Versicherer und Autohersteller wie BYD und Tesla drängen in den Versicherungsmarkt.

Chinas einst boomender Versicherungsmarkt für Elektrofahrzeuge entwickelt sich rasant zu einem verlustbringenden Sektor. Die Schadensfälle steigen schneller als erwartet, und die Versicherer verlieren jährlich Milliarden von Yuan.

Das Problem besteht darin, dass die Verbreitung von Elektrofahrzeugen im Land die veralteten Instrumente der Versicherer zur Risikobewertung überholt hat. Infolgedessen ist einer der fortschrittlichsten Märkte für Elektrofahrzeuge weltweit zu einem Schlachtfeld für Versicherer geworden.

China hat weltweit die meisten Elektrofahrzeuge auf den Straßen. Mehr als 20 Millionen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (NEVs), darunter reine Elektroautos und Plug-in-Hybride, sind landesweit zugelassen. Und die Verkaufszahlen steigen weiterhin rasant an; in einigen Städten verkaufen sich Elektroautos mittlerweile besser als Benzinautos.

Hinter diesem Boom offenbaren Versicherungsstatistiken jedoch eine erschreckende Realität. Besitzer von Elektrofahrzeugen, die oft jünger sind als Fahrer herkömmlicher Verbrenner, melden etwa doppelt so häufig Schäden an ihren Versicherungen. Zudem sind ihre Fahrzeuge deutlich teurer in der Reparatur.

Die Batterie macht etwa ein Drittel des Fahrzeugwerts aus und ist am stärksten gefährdet. Sie ist im Unterboden verbaut und kann durch Bodenwellen oder Straßenschmutz leichter beschädigt werden. Neue Batterien sind zudem nicht billig; manchmal kostet der Austausch einer Batterie mehr als die Reparatur des gesamten restlichen Fahrzeugs zusammen.

Spezialkomponenten wie Sensoren und Chips sind teurer und schwieriger zu beschaffen geworden. Reparaturen können oft nur von autorisierten Servicezentren durchgeführt werden, viele davon in Tesla-zertifizierten Karosseriewerkstätten, wo die Kosten viel zu hoch sind.

Laut dem Chinesischen Verband der Aktuare verloren die Versicherer in China allein im Jahr 2024 5,7 Milliarden Yuan (802 Millionen US-Dollar) durch die Zeichnung von Policen für Elektrofahrzeuge. Die gesamten Prämieneinnahmen beliefen sich auf fast 141 Milliarden Yuan, doch die Schaden- und Reparaturkosten überstiegen die Gewinne.

Qin Lu, CEO von Aon Plc für Großchina, erklärte, Versicherer könnten Automarken, -modelle und Schadensmuster nicht ausreichend differenzieren, und fügte hinzu, der Sektor bleibe schwierig. Er prognostizierte, es könne noch etwa drei Jahre dauern, bis die Unternehmen die Gewinnschwelle erreichen.

Regulierungsbehörden versuchen, die Probleme zu lösen, während sich die Verluste häufen

Die steigenden Verluste haben die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf sich gezogen. Im Januar 2025 veröffentlichte China seinen ersten Versicherungsleitfaden für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride. Ziel ist es, einen einheitlichen Versicherungsschutz zu schaffen, die Reparaturkosten zu senken und die Autohersteller zur Zusammenarbeit mit den Versicherern zu bewegen.

Automobilhersteller statten ihre Fahrzeuge mit umfangreichen Daten zu Batteriezustand, Fahrverhalten und Fahrzeugnutzung aus. Versicherer hatten bisher jedoch kaum Zugriff darauf, was die Erstellung präziser Risikomodelle erschwerte. Die neuen Regelungen fördern den branchenübergreifenden Datenaustausch, um Versicherern eine gerechtere Preisgestaltung zu ermöglichen.

Die Regierung hat außerdem den Online-Service „Easy to Insure“ ins Leben gerufen, der Besitzer von Elektrofahrzeugen mit passenden Versicherungen zusammenbringt. Über die Plattform konnten bereits mehr als 500.000 Fahrzeuge mit Policen im Gesamtwert von fast 495 Milliarden Yuan versichert werden. Zwar garantiert der Service nicht die niedrigsten Prämien, aber er stellt sicher, dass Ihnen der grundlegende Versicherungsschutz nicht verweigert wird.

Gleichzeitig üben die Strafverfolgungsbehörden Druck auf Autohersteller und deren Zulieferer aus, die Preise für Ersatzteile zu senken. Eine transparentere Reparatur- und Lieferkette dürfte die Kosten senken, auch wenn die Fortschritte bisher quälend langsam sind.

Die Automobilhersteller betreten einen Markt, der zu groß ist, um ihn zu ignorieren

Die Versicherung von Elektrofahrzeugen ist zwar noch nicht profitabel, gilt aber als Zukunftsbranche. Analysten erwarten, dass die Prämien in diesem Sektor bis 2030 500 Milliarden Yuan erreichen werden – mehr als ein Drittel des chinesischen Kfz-Versicherungsmarktes.

Die drei größten Versicherer, Ping An, PICC und China Pacific Insurance, halten zusammen über 65 % des Marktanteils der Branche. Kleinere Unternehmen haben Schwierigkeiten, mitzuhalten, und verfügen möglicherweise nicht über die nötige Größe oder ausreichende Daten, um Risiken effektiv zu managen.

Ping An gab bekannt, dass sein Geschäft mit Elektrofahrzeugen 2024 profitabel wurde. Möglich wurde dies durch neue Tools, die Fahrer von Fahrdienstvermittlungsdienstendentund die Wirtschaftlichkeit von Reparaturen analysieren. Auch andere Versicherer experimentieren mit nutzungsbasierter Preisgestaltung, bei der die Policen auf Echtzeit-Fahrdaten basieren.

Unternehmen wie BYD, Tesla und Newcomer wie Xiaomi gründen allesamt eigene Versicherungssparten, da sie zunehmend darauf setzen, dass eine vertikale Integration im Versicherungsgeschäft ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte.

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