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China sucht in Europa Finanzberatung, um eine Eskalation der wirtschaftlichen Probleme zu verhindern

VonHannah CollymoreHannah Collymore
Lesezeit: 3 Minuten
China verhängt im Handelskrieg ein Verbot für in Europa hergestellte Medizinprodukte gegen die EU
  • Die chinesische Zentralbank berät sich mit europäischen Institutionen, um sich angesichts wachsender Deflationsrisiken auf ein anhaltendes Niedrigzinsumfeld vorzubereiten.
  • Trotz Zinssenkungen bleibt Chinas Wirtschaft träge, mit sinkenden Preisen und schwacher Binnennachfrage.
  • Offizielle Stellen analysieren die Erfahrungen Europas und Japans mit Deflation und stagnierendem Wachstum, um ähnliche langfristige Folgen zu vermeiden.

Da Chinas Erholung nach der Pandemie ins Stocken gerät und sich die Deflationssignale verstärken, hat die Chinesische Volksbank (PBoC) stillschweigend damit begonnen, sich von europäischen Finanzinstitutionen Rat einzuholen, wie sie eine längere Phase niedriger Zinsen bewältigen kann. 

Berichten zufolge richtete die chinesische Zentralbank Anfang des Jahres „ad hoc“ Anfragen an mindestens zwei große europäische Banken, in denen sie wissen wollte, wie deren Volkswirtschaften die Auswirkungen der Niedrigzinsen auf die Finanzsysteme im vorangegangenen Jahrzehnt bewältigt haben.

„Wir sahen es als Vorsichtsmaßnahme“, sagte ein europäischer Banker, der mit der Anfrage vertraut war. „Man wartet ja nicht, bis der Motor ausgeht, bevor man fragt, wie man ihn wieder in Gang bringt.“

Chinas Geldpolitik gerät in die rote Zone

Peking hat im vergangenen Jahr die Zinssätze kontinuierlich gesenkt, um die Binnenwirtschaft wieder anzukurbeln. Der Leitzins wurde von 1,8 % auf 1,4 % reduziert. Der einjährige Kreditzins liegt nun bei 3 %, ein Rückgang um einen halben Prozentpunkt.

Trotz Pekings Bemühungen reagiert die Wirtschaft weiterhin träge. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte sind gering, die Unternehmen nehmen trotz der Anreize nicht so viele Kredite auf, wie sie sollten, und die Preise sind seit vier Monaten in Folge gefallen – eine Besserung ist nicht in Sicht.

Die Konjunkturabschwächung ist nicht die einzige Sorge der chinesischen Politik, denn es droht eine Deflation. In ihrer jüngsten geldpolitischen Erklärung räumte die PBoC die unangenehme Wahrheit ein: Die Wirtschaft sieht sich mit „unzureichender Binnennachfrage, anhaltend niedrigen Preisen und verschiedenen versteckten Risiken“ konfrontiert

Noch aufschlussreicher ist vielleicht das, was die Zentralbank nicht sagte. Die üblichen Ankündigungen von weitreichenden Interventionen und aggressiver Lockerung der Geldpolitik waren nicht mehr zu hören. Stattdessen versprachen die Verantwortlichen, die Geldpolitik „flexibler in Intensität und Tempo umzusetzen“

Peking möchte aus den Fehlern Europas und Japans lernen

Was China fürchtet, ist Europa gut bekannt. Nach der Finanzkrise von 2008 entwickelte die Europäische Zentralbank (EZB) geldpolitische Maßnahmen wie Nullzinsen und teilweise sogar Negativzinsen, um die Auswirkungen der globalen Krise auf die europäische Wirtschaft abzufedern.

In dieser Zeit blieb das Wachstum gering und die Banken hatten Mühe, profitabel zu bleiben. Es war ein heikler Balanceakt, bei dem es darum ging, Inflation zu erzeugen, ohne die Finanzinstitute zu ersticken.

zufolge Einer Quellewurden sogar europäische Vermögensverwalter in die Diskussion einbezogen. Staatliche chinesische Banken und Versicherer sollen um Vorschläge gebeten haben, wie man in einem Niedrigzinsumfeld investieren könne.

Und dann ist da noch der Schatten Japans. Nach dem Platzen der Immobilienblase in den 1990er-Jahren geriet Japan in die sogenannten „verlorenen Jahrzehnte“, eine Phase wirtschaftlicher Stagnation und Deflation, die über 20 Jahre andauerte. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass sich Deflation nur schwer überwinden lässt.

„Das zeigt, dass sie dazulernen und sich vorbereiten“, sagte ein Ökonom einer europäischen Bank zu den Untersuchungen der PBoC.

Es sind Risse entstanden

Unterdessen reagieren Chinas Finanzmärkte. Die Renditen langfristiger Staatsanleihen sind im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Die Rendite 30-jähriger Anleihen liegt aktuell bei nur noch 1,86 Prozent, gegenüber 2,42 Prozent zuvor. Die Rendite 10-jähriger Anleihen ist auf 1,65 Prozent gefallen.

Die Anleger, verunsichert durch die schwachen Wachstumsaussichten, investieren verstärkt in sicherere Anlagen und drücken damit die Renditen nach unten.

Dieser Trend beunruhigt die Aufsichtsbehörden. Einige Beamte haben Vergleiche zur US-Bankenkrise von 2023 gezogen, als die Silicon Valley Bank aufgrund von Fehlpaarungen bei den Zinssätzen zusammenbrach.

Chinas kleinere Regionalbanken, die bereits unter Druck stehen, könnten gefährdet sein, wenn der Abwärtstrend am Anleihemarkt anhält.

Bislang hat die PBoC noch etwas Spielraum. Die Zinsen liegen noch nicht bei null. Doch der Zentralbank ist bewusst, dass die Zeit knapp werden könnte.

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