Wisst ihr was? Chinas vielgepriesener großer Wirtschaftsaufschwung? Fehlanzeige. Der Jahresbeginn brachte ein gemischtes Bild: Der Immobiliensektor schleppte sich dahin wie ein alter Hund und warf einen Schatten auf alle Träume von einer schnellen Erholung. Alle haben gespannt auf das ehrgeizige Wachstumsziel von 5 % gewartet, aber mal ehrlich: Wartet nicht zu lange, sonst kippt euch noch der Atem.
Ökonomen, jene, die enjgern Prognosen erstellen, wie wir sie ignorieren, haben einen Blick in die Kristallkugel geworfen und festgestellt, dass sich das Wachstum der Einzelhandelsumsätze und der Industrieproduktion gegenüber den Dezemberzahlen verlangsamen wird. Insbesondere der Immobiliensektor befindet sich nicht nur in einer Krise, sondern im freien Fall ohne Fallschirm, sodass jegliche Hoffnung auf eine deutliche Trendwende eher Wunschdenken als Realität ist.
Ein holpriger Start ins Jahr
Bei genauerer Betrachtung stiegen Konsum und Einzelhandelsumsätze im Januar/Februar zwar um 5 % gegenüber dem Vorjahr, doch das bedeutet eine Verlangsamung gegenüber dem Wachstum von 7,4 % im Dezember. Selbst nach Bereinigung der Zahlen um die Auswirkungen des chinesischen Neujahrsfestes bleibt das Gesamtbild ernüchternd. Zwar gab es einen Reiseboom, der dem Konsum kurzfristig einen Schub verlieh und sowohl die Ausgaben im Tourismus als auch die Autoverkäufe ankurbelte. Doch in Zeiten, in denen die Menschen bei allem – von Snacks bis hin zu Pullovern – sparen, erscheint eine langfristige Konsumerholung riskant.
Andererseits stieg die Industrieproduktion im Jahresvergleich um 5,2 %, ein leichter Rückgang gegenüber den deutlich stärkeren 6,8 % im Dezember. Angesichts der schleppenden Fabrikaktivität und der durch die schwache Nachfrage nach dem chinesischen Neujahr belasteten Stahlpreise erscheint jede Rede von einer industriellen Erholung verfrüht. Zwar erlebten die Exporte einen kurzen Aufschwung, doch sollte man sich nicht zu früh freuen. Die geopolitische Lage, insbesondere die zunehmend restriktive Politik der USA, lässt vermuten, dass dieser kleine Hoffnungsschimmer nur von kurzer Dauer sein könnte.
Immobilien-Blues und finanzielle Entscheidungen
Kommen wir nun zum Thema Immobilien. Wer jetzt gute Nachrichten erwartet, sollte sich besser hinsetzen. Die Immobilieninvestitionen brachen in den ersten Monaten des Jahres 2024 um 8 % ein – ein weiteres Jahr, in dem der Immobilienmarkt nicht richtig Fuß fassen konnte. Die Regierung pumpt cash in Infrastrukturprojekte, in der Hoffnung, die Wirtschaft anzukurbeln. Doch solange die Menschen um ihr Geld bangen und verlassene Häuser das Bild prägen, ist Hoffnung kaum zu erkennen.
Die Chinesische Volksbank hat – wenig überraschend – beschlossen, ihren Leitzins bei 2,5 % zu belassen. Zwar hat sie versucht, die Kreditvergabe etwas anzukurbeln, doch angesichts des schwankenden Yuan und der Zurückhaltung der US-Notenbank ist ihr Handlungsspielraum so begrenzt wie in einer U-Bahn zur Hauptverkehrszeit.
Was lernen wir also aus all dem? Chinas Wirtschaftsmotor stottert nicht nur, er braucht dringend eine grundlegende Überholung. Von den vorsichtigen Andeutungen in den Machtzentren bis hin zu den lauten Klagen der einfachen Bevölkerung ist die Stimmung eindeutig: Das ist nicht die erhoffte Erfolgsgeschichte. Der Weg nach vorn ist steinig, und ohne eine klare Richtung Chinas wirtschaftliche Erholung einige Umwege nehmen.

