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Kanada und Großbritannien gründen im Vorfeld des G7-Gipfels eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Handel

VonNellius IreneNellius Irene
3 Minuten Lesezeit
  • Kanada und Großbritannien haben eine gemeinsame Arbeitsgruppe für Handelsfragen ins Leben gerufen, um die wirtschaftlichen Beziehungen im Vorfeld des G7-Gipfels in Alberta zu vertiefen.
  • Die Arbeitsgruppe wird sich mit Marktzugangshürden befassen, den digitalen Handel fördern und KI erforschen.
  • Kanada plant, den Beitritt Großbritanniens zum CPTPP-Handelspakt noch in diesem Jahr zu ratifizieren.

Kanada und das Vereinigte Königreich haben am Vorabend des G7-Gipfels in Alberta eine neue Partnerschaft geschlossen, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu stärken. Dazu wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe für Handelsfragen eingerichtet. 

Die Ankündigung erfolgte am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung, zeitgleich mit dem ersten offiziellen Besuch des britischen Premierministers Keir Starmer als Regierungschef in Kanada.

Starmer führte Gespräche mit seinem kanadischen Amtskollegen Mark Carney im Rahmen einer Reihe bilateraler Gespräche zur Vertiefung bestehender Partnerschaften und zum Aufbau neuer wirtschaftlicher Kooperationen. Laut der Erklärung wird die Arbeitsgruppe den beiden Premierministern innerhalb von sechs Monaten ihre Vorschläge unterbreiten.

„Wir werden eine neue, strukturierte Arbeitsgruppe für Wirtschaft und Handel zwischen Großbritannien und Kanada einrichten, um unsere bestehenden Handelsbeziehungen weiter zu vertiefen“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung der beiden Premierminister.

Dieser Schritt stellt ein neues Versprechen beider Länder dar, ihre Handelsbeziehungen angesichts sich verändernder globaler Wirtschaftsmuster und Lieferkettenunterbrechungen neu zu gestalten.

Großbritannien und Kanada bauen ihre Zusammenarbeit im Bereich digitaler Handel und KI aus

Die neue Arbeitsgruppe wird Marktzugangshemmnisse angehen und die Zusammenarbeit in zukunftsträchtigen Bereichen vertiefen.dentAls Prioritäten hat sie den digitalen Handel, den Aufbau einer Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) und strategische Allianzen im Bereich kritischer Mineralien identifiziert

Kanada und Großbritannien betrachten diese Sektoren als zentral für ihre künftige wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit. Durch die Koordinierung ihrer Anstrengungen wollen sie sicherstellen, dass ihre Volkswirtschaften auf einem schnelllebigen Weltmarkt noch wettbewerbsfähiger, inklusiver und innovativer werden.

Mit diesem Schritt werden auch Bedenken innerhalb Kanadas hinsichtlich einer zu starken Abhängigkeit von US-Märkten ausgeräumt, da kanadische Industrien – darunter die Stahl-, Aluminium- und Automobilindustrie – weiterhin mit Zöllen und Handelshemmnissen auf dem US-Markt konfrontiert sind.

Laut dem Conference Board of Canada machte Großbritannien im Jahr 2024 lediglich 3,6 % der kanadischen Exporte und 1,2 % der Importe aus und war damit ein vergleichsweise unbedeutender Handelspartner. Beide Regierungen sind jedoch bestrebt, ungenutzte Möglichkeiten jenseits des üblichen Rohstoffhandels zu erkunden. Während Kanadas Exporte nach Großbritannien größtenteils von Gold und Energie dominiert werden, zielt der neue Plan darauf ab, den Handel zwischen den beiden Ländern auszuweiten und zu diversifizieren.

Die Staats- und Regierungschefs treiben Handelsabkommen voran und stärken die militärische Zusammenarbeit

Kanada hat zugesagt, im Laufe des Jahres 2025 ein Gesetz zur Ratifizierung des Beitritts des Vereinigten Königreichs zur Umfassenden und Progressiven Transpazifischen Partnerschaft (CPTPP) und zur Einrichtung der neuen Arbeitsgruppe für den Handel vorzulegen. Die CPTPP ist ein umfassendes Handelsabkommen zwischen elf Nationen, darunter Japan, Australien, Mexiko und Singapur.

Das Vereinigte Königreich trat dem Handelsblock im vergangenen Jahr vorläufig bei und profitierte von Vorteilen aus neun indopazifischen Märkten. Kanada und Mexiko benötigen jedoch noch die endgültige Ratifizierung, um die Vorteile der Mitgliedschaft vollumfänglich nutzen zu können.

Dieser Schritt bekräftigt Kanadas Entschlossenheit zum Multilateralismus und seiner Indo-Pazifik-Strategie und sichert Großbritannien nach dem Brexit einetronPräsenz in der Region.

Neben den wirtschaftlichen Beziehungen hob die gemeinsame Erklärung den Ausbau der Verteidigungszusammenarbeit beider Länder hervor. Kanada und Großbritannien bekräftigten zudem ihre Zusage, der Ukraine im Rahmen der umfassenderen G7-Kooperation im Bereich der globalen Sicherheit beizustehen.

Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und angespannter globaler Lieferketten scheinen sich die Regierungen auf gemeinsame Werte und strategische Ziele zu einigen.

Die Nachricht kommt zeitgleich mit dem dreitägigen Gipfeltreffen der G7-Staats- und Regierungschefs in Alberta an diesem Wochenende. Im Mittelpunkt stehen globale wirtschaftliche Resilienz, technologische Innovation und internationale Sicherheit. Für Carney bietet die Konferenz die Gelegenheit, Kanadas Rolle im Welthandel und der grünen Wirtschaft zu stärken. Für Starmer ist es der erste Auftritt auf der Weltbühne seit seinem Amtsantritt als Parteichef, und er möchte die internationalen Beziehungen wieder intensivieren.

Diese neu belebte Partnerschaft zwischen Großbritannien und Kanada ist ein zeitgemäßer Beweis dafür, dass man in der heutigen unbeständigen Weltwirtschaft nie genug bewährte und vertrauenswürdige Freunde haben kann.

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