Renditeschock trifft 60/40-Investoren, da Anleihen das Gleichgewicht zu Aktien verlieren

- Die Renditen langfristiger Anleihen stiegen sprunghaft auf über 5%, was zu einem gleichzeitigen Rückgang sowohl von Aktien als auch von Anleihen führte.
- Die 60/40-Anlagestrategie scheitert, da Anleihen ihre Funktion als Absicherung verlieren.
- Trump verschob die EU-Zölle auf den 9. Juli, was die Aktienkurse kurzzeitig beflügelte.
Ein drastischer Anstieg der Renditen langfristiger Anleihen setzt einer der grundlegendsten Anlagestrategien der Wall Street zu: dem 60/40-Portfolio.
Anleger, die darauf vertrauen, dass Anleihen Aktienverluste abfedern, müssen nun mit ansehen, wie beide Anlageklassen gleichzeitig an Wert verlieren. Das Problem verschärfte sich im Mai, als die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen die 5%-Marke überschritten und die Aktienkurse mit nach unten zogen.
Das ist ein schwerer Schlag für alle, die noch immer auf die alte Regel gesetzt haben, dass Anleihen steigen, wenn Aktien fallen. Diesmal fallen einfach alle Kurse. Das 60/40-Modell (60 % Aktien, 40 % Anleihen) hatte nach Jahren der Ablehnung im Jahr 2025 wieder an Bedeutung gewonnen.
Bis Mitte Mai lag die Performance im Jahresvergleich bei rund 1,6 % und übertraf damit die Rendite des S&P 500 bei gleichzeitig geringerer Volatilität. Ein entscheidender Faktor für diese Erholung war die Rückkehr der classic inversen Korrelation zwischen Aktien und Anleihen.

Diese Beziehung war sechs Monate lang so negativ wie seit 2021 nicht mehr. Doch diese Dynamik brach schnell zusammen. Anleger sehen sich nun einem Markt gegenüber, in dem steigende Renditen beide Anlageklassen stark belasten.
Die Renditen steigen sprunghaft an, Anleihen verlieren ihre Rolle als sicherer Hafen
Der Ausverkauf von US-Staatsanleihen wird durch die wachsende Besorgnis über Washingtons außer Kontrolle geratene Schulden- und defiausgelöst. Der Renditeanstieg führt zu einem drastischen Kursverfall langfristiger Anleihen, wodurch diese sich eher wie risikoreiche Anlagen verhalten als wie der gewohnte, sichere Hafen mit geringer Volatilität.
„Längerfristige Staatsanleihen verhalten sich wie Risikoanlagen und nicht wie die typischen defensiven, risikoaversen Anlagen“, sagte Greg Peters, Co-Chief Investment Officer bei PGIM Fixed Income, in einem Interview mit Bloomberg Television.
Diese Verschiebung untergräbt die 60/40-Strategie, die auf einem ausgewogenen Portfolio aus Anleihen basiert. Greg hat es deutlich gemacht: Wer Aktienrisiken absichern will, sollte keine Long-Positionen eingehen. Experten empfehlen stattdessen kurzfristige Staatsanleihen, die nach wie vor als relativ sicher und ertragreich gelten, ohne die extreme Volatilität.
Die Unsicherheit am Anleihenmarkt fällt mit der Erholung der Aktienmärkte nach einer schwierigen Phase zusammen. Am Dienstag stiegen die Aktienfutures deutlich an, nachdemdent Donald Trump am Wochenende erklärt hatte, er habe einer Verschiebung der geplanten 50-prozentigen Zölle auf EU-Waren zugestimmt.
Die Dow-Jones-Futures stiegen um 543 Punkte bzw. 1,3 %, der S&P 500 legte um 1,5 % zu und der Nasdaq 100 um 1,7 %. Trump kündigte an, die Frist nach einer Anfrage von Ursula von der Leyen,dent der Europäischen Kommission, vom 1. Juni auf den 9. Juli zu verschieben.
Verzögerung der Zölle beflügelt die Futures, doch die Nerven bleiben angespannt
Diese Ankündigung erfolgte nach einer turbulenten Woche, in der Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq Composite allesamt um mehr als 2 % fielen. Trumps geplante Zölle auf EU-Produkte – darunter auch auf Apple-Produkte – hatten die Märkte belastet.
Die Feiertagsschließung am Montag (Memorial Day) trug nicht zur Entspannung der Lage bei. Die Ankündigung der Verschiebung beruhigte die Gemüter zwar vorübergehend, doch die Händler blieben nervös.
„Angesichts der Selbstzufriedenheit in Bezug auf zwei wichtige makroökonomische Risiken (Zölle und Fiskalpolitik/Renditen) sowie der hohen Aktienbewertungen sind wir weiterhin vorsichtig, den S&P 500 auf diesem Niveau zu kaufen“, sagte Adam Crisafulli von Vital Knowledge. Er wies darauf hin, dass Trumps extremste Zolldrohungen zwar möglicherweise nicht umgesetzt werden, er aber in den letzten vier Monaten bereits erhebliche neue Importzölle eingeführt hat. Und er wird wahrscheinlich noch weitere Maßnahmen ergreifen.
Diese Woche richten die Anleger ihr Augenmerk auf die Quartalsberichte. Okta veröffentlicht seine Zahlen am Dienstag nach Börsenschluss. Berichte von Nvidia, Macy's und Costco folgen im Laufe der Woche. Laut FactSet-Daten haben bereits über 95 % der S&P-500-Unternehmen ihre Zahlen für diese Saison veröffentlicht, wobei fast 78 % die Analystenschätzungen übertroffen haben. Doch das beruhigt noch lange nicht alle.
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