Die Bank von England lockert ihre Stablecoin-Politik angesichts von Marktbedenken

- Die Bank of England ersetzt die vorgeschlagenen Obergrenzen für den individuellen Besitz durch eine Emissionsgrenze von 40 Milliarden Pfund pro Münze.
- Die Überarbeitungen erfolgen, nachdem Vizegouverneur Breeden öffentlich eingeräumt hatte, dass die ursprünglichen Vorschläge „zu konservativ“ gewesen seien
- Vorbehaltlich einer Konsultationsfrist am 22. September strebt die Bank von England die Fertigstellung des Verhaltenskodex bis Ende 2026 an.
Die Bank of England veröffentlichte am 22. Juni ihre Grundsatzerklärung und den Entwurf eines Verhaltenskodex für systemrelevante Stablecoin-Emittenten. In der neuen Richtlinie ersetzte die Bank of England die vorgeschlagenen Obergrenzen für individuelle Bestände durch eine Emissionsgrenze von 40 Milliarden Pfund pro Coin und erhöhte den zulässigen Anteil verzinslicher Deckungsaktiva von 60 % auf 70 %.
Die Konsultation vom November 2025 schlug vor, den Besitz von Sterling-Stablecoins auf 20.000 £ pro Person und 10 Millionen £ pro Unternehmen zu begrenzen. Die Bank of England hat diese beiden Bestimmungen nun verworfen und wird stattdessen eine vorübergehende Obergrenze von 40 Milliarden £ pro Stablecoin festlegen.
Die Bank von England überarbeitet ihre Stablecoin-Richtlinien, um die Wirtschaftlichkeit für Emittenten zu verbessern
Die neue Richtlinie begrenzt die Menge an Kryptowährung, die ein einzelner Emittent in Umlauf bringen darf, anstatt jede einzelne Wallet zu überwachen. Diese Änderung vereinfacht die Regulierung erheblich, im Vergleich zu der ständigen plattformübergreifenden Überwachungsinfrastruktur, die zur Überwachung einzelner Wallet-Adressen erforderlich ist.
Anfang Mai kritisierte Simon Jennings, Geschäftsführer des britischen Cryptoasset Business Council, die Notwendigkeit, einzelne Wallet-Adressen zu überwachen. Er bezeichnete dies als ein „kostspieliges und komplexes neues System“
Gemäß der neuen Richtlinie hat die Bank of England (BoE) auch einen Anteil an verzinsten Anlagen, insbesondere kurzfristigen britischen Staatsanleihen, zugelassen. Die Aufsichtsbehörde hat die Deckungsquote von 60 % auf 70 % angehoben, während die verbleibenden 30 % als Zentralbankeinlagen gehalten werden müssen.
Die Bank of England argumentiert, dass diese Maßnahmen sicherstellen, dass Emittenten auch unter Druck Rückzahlungen leisten können und somit letztendlich die Endverbraucher schützen. Die Aufsichtsbehörde wies darauf hin, dass die überarbeitete 30:70-Regelung die Wirtschaftlichkeit der Emittenten deutlich verbessert und die Rentabilitätslücke zu US-Emittenten, die dem GENIUS Act , und europäischen Emittenten, die unter den MiCA fallen, verringert.
Der Leiter der politischen Abteilung von Coinbase für Europa begrüßte den Rahmen, wies aber in einer Stellungnahme gegenüber Cryptopolitan nach dessen Veröffentlichung auf zwei ungelöste Lücken hin: „Was bedeutet ‚vorübergehend‘ für die Obergrenze der Ausgabe pro Coin – Großbritannien ist das einzige Land, das die Ausgabe von Stablecoins in seiner eigenen Währung begrenzt – und ob Stablecoins zur Abwicklung auf den wichtigsten Großhandelsmärkten verwendet werden können, ohne die die Tokenisierungsambitionen Großbritanniens nicht erreicht werden können.“
Die Frist der Bank of England für Rückmeldungen endet am 22. September 2026; die endgültigen Regelungen werden bis Ende des Jahres erwartet. Die Regulierungsbehörde strebt die Einführung eines funktionierenden Systems für regulierte Stablecoins bis 2027 an.
Die Bank of England distanziert sich von einer übermäßig konservativen Haltung
Im Mai räumte die stellvertretende Gouverneurin Sarah Breeden ein, dass die ursprünglichen Vorschläge möglicherweise „zu konservativ“ gewesen seien. Breeden wies außerdem darauf hin, dass das Modell mit der Fangbegrenzung vollständig aufgegeben werde, und erklärte, dieser Schritt führe zum gleichen politischen Ergebnis, sei aber kostengünstiger und einfacher umzusetzen
Anfang dieses Jahres argumentierte Coinbase-CEO Briantron, dass die britischen Stablecoin-Regeln „die Gefahr bergen, die globale Wettbewerbsfähigkeit Großbritanniens in der digitalen Wirtschaft zu beeinträchtigen“, und bezog sich dabei direkt auf die Halteobergrenzen.
Anfang Juni veröffentlichte der Finanzdienstleistungsregulierungsausschuss des britischen Parlaments einen parteiübergreifenden Bericht des Oberhauses, in dem die Bank of England aufgefordert wurde, die Halteobergrenzen abzuschaffen und die 40%ige Mindestreserve ohne Vergütung zu überdenken.
Das Komitee argumentierte, dass präventive Beschränkungen für einen Markt, der kaum existiert, keinen Sinn ergeben. Zum Vergleich: Laut Daten von CoinGecko machen Stablecoins in Pfund Sterling weniger als 0,5 % eines globalen Marktes mit einem Volumen von 315 Milliarden US-Dollar aus.
Aktuell testen vier Unternehmen – Revolut, Monee Financial Technologies, ReStabilise und VVTX – Stablecoin-Produkte im regulatorischen Testfeld der FCA. Die Stablecoin-Anbieter beabsichtigen, Stablecoins für den Einzelhandelszahlungsverkehr, die Abwicklung von Großtransaktionen und den Kryptohandel zu entwickeln.
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Collins J. Okoth
Collins Okoth ist Journalist und Marktanalyst mit acht Jahren Erfahrung im Bereich Krypto und Technologie. Er ist zertifizierter Finanzanalyst und hat einen Abschluss inmatic. Zuvor war er als Autor und Redakteur für Geek Computer und CoinRabbit tätig.
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