BoE-Gouverneur Bailey fordert Einsatz von KI durch Finanzaufsichtsbehörden

- Der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, forderte die Regulierungsbehörden auf, KI einzusetzen, um finanzielle Risiken frühzeitig zu erkennen.
- Die Aufsichtsbehörden riskieren, entscheidende Beweise zu übersehen, wenn sie Daten nicht effektiv nutzen.
- Keine britische Bank zählt weltweit zu den Top 10 im Bereich KI-Talente, da Experten auf die Risiken der KI, Qualifikationslücken und das Misstrauen der Öffentlichkeit in Großbritannien hinweisen.
Der Gouverneur der Bank von England (BoE), Andrew Bailey, hat die Aufsichtsbehörden dringend aufgefordert, künstliche Intelligenz einzusetzen, um Probleme im Finanzsystem aufzudecken. Er fügte hinzu, dass die Aufsichtsbehörden Gefahr laufen, wichtige Warnsignale zu übersehen, wenn sie die Technologie nicht nutzen.
In einem Vortrag an der London School of Economics erklärte Bailey, dass die Aufsichtsbehörden im gesamten Finanzsektor „massiv in Daten und Datenwissenschaft“ investieren müssten, um die riesigen Informationsmengen, die sie bereits von Banken, Versicherern und anderen Unternehmen sammeln, sinnvoll auswerten zu können.
„Wir müssen alle massiv in Daten, Data Science und entsprechende Techniken investieren“, sagte er. „Ich glaube, keiner von uns kann mit gutem Gewissen behaupten, dass wir alle Möglichkeiten optimal nutzen.“
Bailey fügte hinzu, dass die Aufsichtsbehörden aufgrund mangelnder Nutzung die gesammelten Daten möglicherweise nicht optimal auswerten. Er sagte: „Es birgt auch die Gefahr für die Behörden, dass die Beweise im Gebäude vorhanden sind, aber nicht genutzt werden konnten, und dass sich später herausstellt, dass sich irgendwo in ihrem System der entscheidende Beweis befand.“
Bailey entdeckt eine Datenherausforderung für Vorgesetzte
Die Bank von England sammelt zusammen mit anderen Aufsichtsbehörden wie der Financial Conduct Authority (FCA) jährlich Millionen von Datenpunkten von den von ihr beaufsichtigten Unternehmen.
Baileys Anmerkungen verdeutlichen eine wiederkehrende Herausforderung für Vorgesetzte: Bei manuellen Analyse- und Berichtstechniken können wertvolle Erkenntnisse verloren gehen. Der Einsatz von KI könnte hier neue Wege eröffnen, die Daten besser zu verstehen.
Eine Umfrage der Bank of England aus dem letzten Jahr ergab, dass 75 % der britischen Finanzdienstleistungsunternehmen bereits künstliche Intelligenz in irgendeiner Form einsetzen, weitere 10 % planen die Einführung in den nächsten drei Jahren. Zu den häufigsten Anwendungsbereichen zählen Betrugserkennung, Geldwäschebekämpfung und Cybersicherheitsüberwachung.
Der Bericht wies jedoch auch auf wachsende Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI hin, darunter die Datenqualität und Datenverzerrungen.
Widerstand gegen den Deregulierungsdruck
Baileys Äußerungen fallen in eine Zeit politischer Debatten über die Regulierungspolitik Großbritanniens. Im Juli bezeichnete Finanzministerin Rachel Reeves die Finanzvorschriften als „Stiefel im Nacken der Unternehmen“, woraufhin Bailey widersprach.
Er argumentierte , dass Bemühungen zur Ankurbelung der Wirtschaft nicht zu einer Lockerung der Regulierung führen dürften, da dies riskantes Verhalten im Bankensektor begünstigen und die gesamte Wirtschaft gefährden könne. „Wir dürfen bei der grundlegenden Finanzstabilität keine Kompromisse eingehen“, sagte Bailey.
Analysten weisen darauf hin, dass die Regulierungsbehörden vor einem schwierigen Balanceakt stehen: Einerseits müssen sie Innovation und Wettbewerbsfähigkeit im britischen Finanzzentrum fördern, andererseits die Verbraucher schützen und die Finanzstabilität gewährleisten.
Möglichkeiten für eine verstärkte KI-Nutzung
Bailey stellte KI zwar als Chance dar, doch Experten warnen davor, dass die Technologie keine Universallösung für die Branche darstellt. KI-Systeme können Fehlalarme auslösen, subtile Anomalien übersehen oder Verzerrungen einbetten, die auf Mängel in den zugrundeliegenden Daten hinweisen.
Für Regulierungsbehörden birgt es trotz seiner Vorteile Risiken, da sie sich entweder zu sehr auf undurchsichtige Algorithmen verlassen oder es versäumen könnten, Durchsetzungsmaßnahmen zu erklären, die auf maschinengestützten Erkenntnissen beruhen.
Ein aktueller Bericht belegt, dass keine britische Bank weltweit zu den zehn führenden KI-Fachkräften zählt. Dies unterstreicht die Qualifikationslücke, die Regulierungsbehörden und Wirtschaft gleichermaßen schließen müssen. Damit wird Baileys Aussage untermauert, und die verstärkte Nutzung von KI muss möglicherweise sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor beschleunigt werden.
Allerdings ist auch erwähnenswert, dass eine aktuelle Umfrage des Tony Blair Institute ergab, dass mehr Briten KI als wirtschaftliches Risiko denn als Chance betrachten, was auf Bedenken hinsichtlich Arbeitsplatzverlusten, Datenschutz und Fairness zurückzuführen ist.
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Hannah Collymore
Hannah ist Autorin und Redakteurin mit fast zehn Jahren Erfahrung im Bloggen und der Eventberichterstattung im Kryptobereich. Bei Cryptopolitanschreibt sie für die Nachrichtenseite und berichtet und analysiert die neuesten Entwicklungen in den Bereichen DeFi, RWA, Kryptoregulierung, KI und Zukunftstechnologien. Sie hat an der Arcadia University Betriebswirtschaftslehre studiert.
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