BlackRock prüft die Tokenisierung von ETFs und realen Vermögenswerten auf der Blockchain

- BlackRock entwickelt tokenisierte ETFs und Real-World-Asset-Fonds auf Blockchain-Systemen.
- Das Unternehmen hat bereits BUIDL und den rekordverdächtigen Spot Bitcoin ETF im Jahr 2024 auf den Markt gebracht.
- Es testete tokenisierte Transaktionen mit JPMorgans Kinexys und unterstützt Handelsmodelle rund um die Uhr.
Laut Bloomberg arbeitet BlackRock an einem Weg, ETFs und reale Vermögenswerte auf die Blockchain zu übertragen.
Der weltweit größte Vermögensverwalter prüft derzeit, wie sich traditionelle Investmentfonds in kryptokompatible Token umwandeln lassen, die rund um die Uhr gehandelt werden könnten, weit über die regulären Börsenzeiten hinaus.
Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklung und ist stark von der Zustimmung der Regulierungsbehörden abhängig. Berichten zufolge konzentriert sich auf die Tokenisierung von Fonds, die an Aktien und andere materielle Finanzanlagen gebunden sind. Dies ist die nächste Phase von BlackRocks größerem Blockchain-Experiment.
Bereits 2024 brachte BlackRock BUIDL auf den Markt, einen tokenisierten Geldmarktfonds, der mittlerweile mehr als 2 Milliarden Dollar verwaltet und auf zahlreichen Krypto-Handelsplattformen intensiv genutzt wird.
Dieser Start erfolgte im Anschluss an die Einführung des iShares Bitcoin Trust (IBIT), BlackRocks Spot- Bitcoin ETF, der sich schnell zum erfolgreichsten ETF-Debüt in der Geschichte der USA entwickelte.
BlackRock nutzt Kinexys von JPMorgan, um tokenisierte Fondsanteile zu testen
Der Vermögensverwalter hat bereits tokenisierte Transaktionen mit JPMorgans Onyx, jetzt Kinexys, getestet. Diese Transaktionen waren Teil eines umfassenderen Tests der digitalen Abwicklungsinfrastruktur, einem Schlüsselelement für die Echtzeit-Transaktion tokenisierter Vermögenswerte.
Larry Fink, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, schrieb in seinem Jahresbrief an die Investoren 2025, dass „jedes Finanzinstrument tokenisiert werden kann“ und wiederholte damit eine Ansicht, die er bereits seit Jahren vertritt. Nun treibt das Unternehmen diese Idee weiter in den Bereich der börsennotierten Aktien voran.
Die Tokenisierung von ETFs würde es ermöglichen, den Handel auch außerhalb des täglichen Handelsfensters des US-Marktes fortzusetzen und sie potenziell als Sicherheiten auf Krypto-Plattformen nutzbar zu machen.
Die Branche betrachtet tokenisierte Aktienklassen als Sprungbrett zu etwas viel Größerem: einem vollständig auf Blockchain basierenden Markt, in dem Bruchteilsaktien und sofortige Abwicklung die Norm sind.
Das Ökosystem wächst. Börsen wie Kraken und Robinhood bieten bereits tokenisierte Aktien auf internationalen Märkten an. Startups erproben unter strenger Aufsicht ähnliche Modelle. Doch die Migration von ETFs auf die Blockchain ist kein einfacher Vorgang.
Die bestehende Marktstruktur ist dafür nicht ausgelegt. ETFs werden heute über zentrale Clearingstellen wie die DTCC abgewickelt. Blockchain-Transaktionen hingegen werden sofort abgewickelt und sind permanent aktiv. Die Vereinbarkeit dieser beiden Systeme wirft rechtliche und verwahrungstechnische Fragen auf, die von den Regulierungsbehörden noch nicht abschließend beantwortet wurden.
Die Trump-Regierung unterstützt kontrollierte Blockchain-Tests
Trotz dieser Probleme hat sich das Umfeld geöffnet. Unterdent Donald Trump begannen politische Entscheidungsträger, Programme zu unterstützen, die es Unternehmen ermöglichen, Blockchain-basierte Märkte in kontrollierten Umgebungen zu testen.
Das gab Unternehmen die Möglichkeit, mit neuen Tools zu experimentieren, ohne bestehende Systeme zu zerstören. Und da Trump 2025 wieder im Weißen Haus sitzt, bleibt dieses Zeitfenster für Krypto-Experimente weiterhin weit geöffnet.
Der Markt für tokenisierte Vermögenswerte ist laut rwa.xyz mit rund 28 Milliarden US-Dollar noch winzig, der US-ETF-Markt hat einen Wert von Billionen.
Unterdessen hat die Nasdaq die Aufsichtsbehörden bereits um die Genehmigung des Handels mit tokenisierten Aktienversionen an ihrer Börse gebeten. Sollte diese Genehmigung erteilt werden, wäre dies das erste Mal, dass eine Blockchain-Infrastruktur in die Kernmärkte der US-Aktienmärkte integriert wird.
Gleichzeitig prognostiziert McKinsey & Co., dass der Markt für tokenisierte reale Vermögenswerte bis 2030 ein Volumen von 2 Billionen US-Dollar erreichen könnte. Die größten Fortschritte wurden bisher durch die Tokenisierung von US-Staatsanleihen erzielt, die einfacher zu digitalisieren sind.
Unternehmen wie Securitize und Ondo haben bereits Staatsanleihen im Wert von mehreren Milliarden Dollar auf die Blockchain übertragen. BlackRock und Citigroup digitalisieren derweil ganze Fonds, um Krypto-Kapitaltracund ihre Abläufe zu optimieren.
Doch der Einstieg in den Aktienmarkt ist ein deutlich größerer Schritt. Aktien unterliegen Echtzeitentscheidungen wie Aktionärsabstimmungen, Dividendenzahlungen, Aktiensplits und Fusionen. Das ist die eigentliche Infrastruktur des Kapitalismus, und Eingriffe darin erfordern neue Instrumente, Regeln und wahrscheinlich jede Menge Probleme.
BlackRock versucht jedoch bereits herauszufinden, wie sich das in die Blockchain integrieren lässt. Mal sehen, wie sich das langfristig entwickelt.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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