Bitcoin durchbrach am Montag die Marke von 105.000 US-Dollar, als Händler auf die wachsende Unsicherheit an den Märkten reagierten, und erreichte damit einen Wert, der nur noch 3,5 % unter dem vorherigen Allzeithoch von 109.114 US-Dollar liegt.
Die Kryptowährung wird aktuell bei 103.592 US-Dollar gehandelt und hält sich damit stabil über der Marke von 100.000 US-Dollar, einem Niveau, das sie laut Daten von CoinGecko seit Anfang Mai nicht mehr erreicht hat.
Der Kurs bewegt sich seit über einer Woche seitwärts, was darauf hindeutet, dass die Käufer noch nicht nachlassen und weiterhin auf den nächsten Kursanstieg warten. Bitcoin hat zudem die Marktkapitalisierung von 2,1 Billionen US-Dollar überschritten.
Seit dem 9. Mai bewegt sich Bitcoin in einer engen Spanne, gefangen zwischen Verkäufern, die die Höchststände begrenzen, und Käufern, die die Tiefststände verteidigen. Doch die Tatsache, dass er sich über 100.000 US-Dollar hält, spricht Bände.

Händler halten offensichtlich weiterhin ihre Positionen und warten auf einen Durchbruch des Widerstands bei 105.787 US-Dollar. Sollte diese Marke überwunden werden, könnte die Dynamik den Kurs schnell in Richtung 120.000 US-Dollar treiben – ein Ziel, das Analysten, die die Charts beobachten, derzeit im Gespräch haben.
Sollten die Bullen jedoch patzen und Bitcoin seinen alten Rekord nicht übertreffen, könnten kurzfristige Anleger mit ihren Positionen cashrealisieren, wodurch die Marke von 100.000 US-Dollar ein hohes Risiko für einen Kursverfall birgt. Ein Rückgang unter 100.703 US-Dollar könnte einen noch stärkeren Ausverkauf auslösen, insbesondere wenn sich die Marktstimmung schnell umkehrt.
Arthur Hayes sieht Bitcoin als Ausweg aus den Mauern des US-Kapitalismus
Arthur Hayes, Mitbegründer von Bitmex und jetziger Chief Investment Officer bei Maelstrom, veröffentlichte seinen neuesten Makro-Blogbeitrag, in dem er warnte, dass die Vereinigten Staaten angesichts steigender Schulden und starker Abhängigkeit von ausländischen Geldern wahrscheinlich auf Kapitalverkehrskontrollen als Alternative zu Zöllen zurückgreifen werden.
Arthur erklärte, dies werde der nächste politische Schritt sein, da er den Wählern leichter zu vermitteln sei als Steuererhöhungen oder Geldschöpfung. Er skizzierte eine zweiprozentige Steuer auf ausländische Vermögenswerte in den USA, deren Gesamtwert er auf 33 Billionen Dollar schätzte, als eine besser durchsetzbare Maßnahme als Zölle.
Arthur erklärte, eine solche Steuer könne die Einkommenssteuern von 90 % der Amerikaner abdecken und sei daher politischtrac. Die Folgen wären jedoch laut Arthur unter anderem ein Rückzug ausländischer Investitionen aus den US-Märkten.
Wenn das passiert, glaubt Arthur, dass die US-Notenbank erneut Konjunkturmaßnahmen ergreifen wird, um den weiteren Abwärtstrend zu stoppen. Dann rückt Bitcoin in den Fokus.
„Bitcoin wird in dieser Phase des globalen Währungswandels die beste Wertanlage sein“, schrieb Arthur in seinem Beitrag. Er erklärte, dass trotz Kapitalbeschränkungen Geldtransfers über das Internet weiterhin möglich sein werden und fügte hinzu: „Solange es das Internet gibt, kann man Fiatgeld gegen bitcointauschen.“
Die Erholung der US-Aktienmärkte treibt die Hinwendung zu globalen Anlagen und Kryptowährungen voran
Der breite Markt hat sich vom Ausverkauf im April vollständig erholt. Große Verluste sind ausgeglichen, und die Portfolios notieren wieder im Plus. Doch für Anleger, die den US-Aktienmarkt während des Chaos ohne Diversifizierung mitgemacht haben, wird diese Erholung als seltene zweite Chance gesehen. Vielen wird nun geraten, sich im Ausland umzusehen – und einige folgen diesem Rat.
Die globalen Märkte entwickelten sich von Januar bis April sogar besser als US-Aktien. So hat beispielsweise der VXUS ETF, der internationale Märkte trac, im Jahr 2025 bisher über 6 Milliarden US-Dollar eingeworben. Doch das wirkt im Vergleich zu den 63 Milliarden US-Dollar, die in diesem Jahr in den Vanguard S&P 500 ETF (VOO) geflossen sind, immer noch gering. Dieser Fonds ist auf trac, seinen bisherigen jährlichen Zuflussrekord deutlich zu übertreffen.
Trotzdem sind sich Analysten und Portfoliomanager einig, dass die Botschaft klar sein sollte: Anleger, die sich zu sehr auf US-Aktien konzentriert haben, müssen ihr Portfolio ausbalancieren.
Selbst altgediente Investoren wie Warren Buffett und Jack Bogle waren stets auf die USA fokussiert und argumentierten, dass multinationale US-Unternehmen bereits weltweit Umsätze erzielen. Doch nun soll Buffett Berichten zufolge einige dieser langjährigen inländischen Investitionen zurückfahren und mehr Kapital in japanische Märkte investieren.

