Bitcoin bricht Rekorde am laufenden Band, und die Wall Street kann das nicht länger ignorieren. Das Geld liegt jetzt bei den Minern. Dieselben Miner, die das ganze Jahr über ums Überleben gekämpft haben, sind laut CNBC- Daten .
Es ist wie ein Schalter, der umgelegt wird: Eben noch wurden sie von Regulierungen und stagnierenden Bitcoin-Kursen erdrückt, und im nächsten Moment reiten sie auf dieser massiven Bitcoin Rallye nach der Wahl direkt an die Spitze. Die großen Player – Riot Platforms, Marathon Digital, CleanSpark – stehen wieder ganz oben auf der Liste der Wall Street.
Folgendes ist klar: 2024 war für Bitcoin-Miner eine Achterbahnfahrt. Reine Bitcoin -Miner, deren gesamtes Geschäft vom Mining von BTC abhängt, wurden dieses Jahr hart getroffen. Bitcoin selbst stagnierte langsam und ohne große Kursbewegungen.
Und dann kam im April die Bitcoin Halbierung, die ihre Gewinne halbierte – gerade als sie ums Überleben kämpften. Einige Unternehmen stellten sogar um und verlagerten Teile ihrer Geschäftstätigkeit in KI-Rechenzentren. Sie hofften, mit den KI-Geldern etwas Luft vom unerbittlichen Bitcoin-Boom zu bekommen.
Doch diese Neuausrichtung hatte auch ihre Schattenseiten. Investoren wandten sich Bitcoin ETFs zu, die im Januar aufgelegt wurden und einen einfacheren Zugang zu Bitcoin boten. Mining-Aktien gerieten dadurch in den Hintergrund.
Bitcoin Miner sind wieder im Spiel, da die Preise in die Höhe schnellen
Doch jetzt hat sich alles umgekehrt. Seit dem Wahltag schießt Bitcoinin die Höhe, bricht Rekorde und erreicht nie dagewesene Höchststände. Analysten sind begeistert. Mike Colonnese von HC Wainwright hielt sich nicht zurück und bezeichnete es als „überzeugende Kaufgelegenheit“ für alle, die darauf setzen, dass die Miner aufholen.
„Es gibt enormes Aufwärtspotenzial“, sagte er und prognostizierte einen Aufholmarkt für reine Bitcoin-Miner, die nicht auf KI umgestiegen sind und dem Bitcoin treu geblieben sind. Investoren, die mit Bitcoin die maximale Rendite erzielen wollen, fügten hinzu, würden diese Miner im Blick haben, da sie in Bullenmärkten 2,5-mal höhere Renditen als Bitcoin selbst abwerfen könnten. Kein Witz.
Man muss sich nur Riot Platforms und Marathon ansehen. Riot verzeichnete dieses Jahr einen Rückgang von 10 %, Marathon hingegen einen Zuwachs von 3 %, was angesichts des schwierigen Jahres 2024 für das Unternehmen nicht schlecht ist. Die größte Überraschung aber? CleanSpark, die fast unbemerkt einen Zuwachs von fast 50 % erzielten.
Und die breit aufgestellten Unternehmen wie TeraWulf und Core Scientific legen noch spektakulärere Kursanstiege hin. TeraWulf verzeichnete ein unglaubliches Plus von 246 %, und Core Scientific legte sogar um 407 % zu. Iren, ehemals Iris Energy, stieg um 68 %.
Riot legte um über 16 % zu. Marathon und CleanSpark standen ihnen in nichts nach und verzeichneten jeweils einen Anstieg von fast 30 %. Iren stieg um 16 %, TeraWulf um mehr als 6 % und Core Scientific um 3 %.
Biden drängte auf verpflichtende Energiegutachten und brachte sogar eine 30-prozentige Verbrauchssteuer auf Mining-Betriebe ins Gespräch. Es war ein Albtraum. Jetzt, da Trump wieder im Amt ist, erwarten die Miner deutlich mehr Freiheiten. Trump hat versprochen, Bitcoin Mining in den USA zu belassen und den Minern damit eine echte Chance auf Expansion zu geben.
Wilde Preisprognosen befeuern den Hype
In der Branche kursieren derzeit wilde Prognosen für Bitcoin. Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, macht große Aussagen: Er glaubt, Bitcoin könnte bis Ende des Jahres die 100.000-Dollar-Marke erreichen. Und das ist nur seine kurzfristige Einschätzung. Bis Ende 2025 peilt er 200.000 Dollar an. „Bitcoin befindet sich nach dem Durchbruch der Allzeithochs nun in der Preisfindungsphase“, sagte er.
Er ist nicht der Einzige. Quinn Thompson, Gründer von Lekker Capital, bezeichnete den Wahlsieg als „Regimewechsel“ für Kryptowährungen. „Dem Markt wird gerade erst bewusst, welch tiefgreifender Regimewechsel im Gange ist“, sagte er.
Dann ist da noch Chris Weston von der Pepperstone Group, der die aktuelle Marktlage als „extrem“ bezeichnet. Händler, so sagt er, stürzen sich massenhaft darauf und versuchen, so lange wie möglich von diesem Aufwärtstrend zu profitieren. Zaheer Ebtikar von Split Capital meint: „Diese Branche hat sich nicht nur zu einem der größten Gewinner des Jahres entwickelt, sondern ist durch die Regierung auch nahezu legitimiert worden.“
Joshua Lim, Mitgründer von Arbelos, erklärt, Bitcoin befinde sich in einer Phase der Preisfindung, was bedeute, dass der Kurs noch unerforscht sei und weiteres Aufwärtspotenzial habe. Er beobachtet, dass immer mehr Privatanleger einsteigen und so die Rallye mit frischem Kapital befeuern.
Doch nicht alles ist rosig. Der Krypto-Angst- und Gierindex befindet sich aktuell im Bereich „Extreme Gier“, ein Wert, der oft Korrekturen ankündigt. Chartanalyst Ali Martinez wies darauf hin, dass die rasant steigende Popularität von Bitcoineine größere Korrektur bedeuten könnte. „Ein Rückgang von 30 bis 50 Prozent ist möglich“, warnte er. Wer jetzt einsteigt, sollte sich der Risiken bewusst sein.
Die Biden-Regierung ist zwar abgewählt, doch die Kryptowelt wartet weiterhin gespannt darauf, wie Trump die nächsten Marktentwicklungen steuern wird. Aufgrund seiner geringen Liquidität im Vergleich zu traditionellen Märkten ist der Markt anfällig für Manipulationen. Einige wenige große Marktteilnehmer können den Markt stark beeinflussen, insbesondere in Zeiten hohen Handelsvolumens oder spekulativer Euphorie wie dieser.

