Bitcoin hat endlich die eintönige Spanne zwischen 100.000 und 110.000 US-Dollar durchbrochen und ein neues Allzeithoch von 122.000 US-Dollar erreicht. Nun peilen alle optimistischen Trader die Marke von 136.000 US-Dollar an, die als nächstes Kursziel bzw. Widerstand gilt. Sollte diese Dynamik anhalten, könnte dieses Ziel schneller erreicht werden als erwartet.
Das ist auch kein zufälliger Ausbruch. Laut Glassnodes Cost Basis Distribution (CBD) Heatmap war der jüngste Kursrückgang nicht umsonst.
Während alle anderen von einer Seitwärtsbewegung ausgingen, akkumulierten erfahrene Anleger fleißig Positionen um die 93.000–97.000 $ und erneut um die 104.000–110.000 $. Diese Bereiche sind nun von Anlegern mit hohen Gewinnen besetzt, und solch eine starke Unterstützung verschwindet nicht über Nacht.
Die Bullen betreten den Gewinnbereich und schauen nicht zurück
Laut Glassnode ist der Kryptomarkt heute anders, da der Spotpreis über dem 95. Perzentil der Kostenbasis liegt, welches sich nach dem Quantilmodell auf etwa 107.400 US-Dollar beläuft.
Bei diesem Niveau von 107.000 US-Dollar beginnen üblicherweise die Gewinnmitnahmen, meist von kurzfristig orientierten Anlegern, die wie üblich versuchen, schnell Gewinne zu realisieren.
Bitcoin ein Hoch von 122.600 US-Dollar erreicht hatte, fiel er schnell wieder auf 115.900 US-Dollar zurück. Und raten Sie mal, wo diese Ablehnung stattfand? Direkt nachdem der Kurs die +1-Standardabweichung vom Einstandspreis der Kurzfristinvestoren (STH) überschritten hatte.

Dieses Niveau hat in Phasen hoher Kursdynamik oft wie ein Magnet und eine Begrenzung gewirkt. Jedes Mal, wenn Bitcoin es durchbricht, verkaufen viele Händler ihre Bestände und erzwingen so eine Marktpause.
Laut Glassnode hat der jüngste Bitcoin Rückgang die Struktur jedoch nicht zerstört; es handelt sich lediglich um eine gesunde Abkühlung, und wenn die Dynamik anhält, wird der nächste wirkliche Kampf in der Zone von +2 Standardabweichungen stattfinden.
Kurzfristig orientierte Anleger überschwemmen den Markt mit Gewinnmitnahmen
Betrachten wir die kurzfristig orientierten Anleger. Aktuell befinden sich rund 95 % ihrer Positionen im Plus. Das liegt mehr als eine Standardabweichung über dem langfristigen Durchschnitt von 88 % und ist damit der dritte Ausbruch über 95 % seit Anfang Mai 2025. Eine derart wiederholte Euphorie ist ein classic Anzeichen für einen bevorstehenden Höchststand.
Wenn diese Gewinnmarge wieder unter 88 % fällt, beginnt die Gefahr erst richtig, denn das bedeutet, dass die Nachfrage nachlässt und den Verkäufern allmählich die Käufer ausgehen. Es muss nichtmaticsein, sagt Glassnode, nur ein langsamer, schleichender Rückgang des Vertriebs durch überlastete Mitarbeiter.

Als Nächstes betrachten wir den relativen unrealisierten Gewinn der kurzfristigen Anleger, der mit 15,4 % genau an der Überhitzungsschwelle lag und nach dem jüngsten Rückgang auf 115.000 US-Dollar auf 13,6 % zurückging. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Gewinne real, aber noch nicht exorbitant sind. Doch genau in diesem Bereich bilden sich oft die ersten Höchststände, auch wenn es noch einige Wochen mit starken Kursschwankungen dauern kann, bis sich die Lage wieder normalisiert.
Üblicherweise folgt darauf eine Welle von Gewinnmitnahmen, und siehe da: Auch das beobachten wir. Der Anteil der als Gewinn ausgegebenen Vermögenswerte liegt bei kurzfristigen Anlegern nun über der +1-Standardabweichungs-Spanne, was in der Vergangenheit ein deutliches Warnsignal war. Dieser Wert stieg kurz vor dem Höchststand im Jahr 2024 stark an, und wir erleben nun die erste größere Gewinnmitnahmewelle seitdem.
Doch damit nicht genug. Auch das Verhältnis von realisiertem Gewinn zu Verlust ist kürzlich sprunghaft angestiegen. Es erreichte einen Höchststand von 39,8, weit über der +2-Standardabweichungslinie, und obwohl es sich inzwischen wieder auf 7,3 abgeschwächt hat, ist das für jeden Aufwärtstrend immer noch extrem hoch.

Das passiert, wenn der Markt zum Casino wird. Alle haben ordentlich Gewinn gemacht und alle sind bereit zu verkaufen.
Und dennoch… die Nachfrage ist nicht erloschen. Nicht im Geringsten.
Bitcoin Spot-ETFs boomen ebenfalls. Institutionelle Anleger investierten allein diese Woche rund 20.000 BTC, womit die Zuflüsse die siebte Woche in Folge anhalten. Während kurzfristig orientierte Anleger also bei Kursanstiegen verkaufen, kaufen die großen Marktteilnehmer weiterhin bei Kursrückgängen – und zwar nicht in kleinen Mengen.

