Bitcoin feierte eintronComeback und erreichte am 23. August einen Kurssprung auf 65.000 US-Dollar. Dieser Anstieg erfolgte, nachdem der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, in Jackson Hole angedeutet hatte, dass Zinssenkungen bald möglich sein könnten.
Seine Äußerungen lösten eine Kettenreaktion aus: Der US-Dollar geriet unter Druck, Aktienkurse stiegen, und Bitcoin, der zuvor hinter den Aktien zurückgeblieben war, legte plötzlich mit einem starken Anstieg von 6,06 % an einem einzigen Tag zu. Dies war der zweitgrößte Tagesanstieg seit Mai.
Die Kryptomärkte spiegelten offenbar die allgemeine Risikobereitschaft der traditionellen Finanzmärkte wider. Bitcoin folgte den US-Aktienkursen zwar eng, wirkte aber im Vergleich zu ihnen bisher recht schwach. Das jüngste Tief Anfang August zeigte, dass Bitcoin Mühe hatte, mitzuhalten.
Bitcoin Perpetual-Futures im Wert von über 40 Millionen US-Dollar wurden liquidiert, und über alle Kryptowährungspaare hinweg beliefen sich die Liquidationen auf insgesamt 140 Millionen US-Dollar. Das Interesse an delta-neutralen und Funding-Arbitragegeschäften steigt, was bedeutet, dass Händler nach Strategien suchen, die nicht auf großen Kursbewegungen basieren.
Dies könnte Spielraum für weitere Kursgewinne bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen schaffen, ohne das Risiko großer Liquidationsereignisse. Die Finanzierungsraten, die aktuell deutlich niedriger sind als Anfang des Jahres, deuten darauf hin, dass Händler vorsichtig agieren, obwohl die allgemeine vibe weiterhin positiv ist.
Der US-Arbeitsmarkt spielt dabei eine wichtige Rolle. Jüngste Datenkorrekturen ergaben, dass weniger Arbeitsplätze geschaffen wurden als ursprünglich gemeldet, und die Beschäftigungszahlen für Juli fielen schwächer als erwartet aus. Die Arbeitslosenquote erreichte sogar 4,3 % – den höchsten Wert seit Beginn des Abklingens der Pandemie.
All das hat bei vielen die Sorge geweckt, dass die Fed mit einer Zinssenkung zu lange gewartet hat. Manche meinen, die Fed müsse jetzt handeln, bevor sich die Lage weiter verschlimmert. Andererseits gibt es aber auch Daten wie die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe, die nicht ganz so besorgniserregend sind, sodass die Lage vielleicht doch nicht so dramatisch kippt.
Es ist verwirrend, und genau deshalb sind die Märkte, einschließlich des Kryptomarktes, angespannt.

