Die Bank von England senkt die Zinsen auf 4,25 %, da Zölle das Wachstum gefährden

- Die Bank von England senkte die Leitzinsen aufgrund von Bedenken hinsichtlich der US-Zölle auf 4,25%.
- Die Bank of England hat ihre Wachstumsprognose für Großbritannien für 2026 nach unten korrigiert und rechnet nun mit einem BIP-Wachstum von 1 % in diesem Jahr.
- Die Zinssenkung signalisiert eine nachlassende Inflation, doch bestehen weiterhin Risiken durch politische Unsicherheit und Lohndruck.
Die Bank von England (BoE) hat ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 % gesenkt. Dies ist die erste Zinssenkung der Zentralbank in diesem Jahr und erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über die durch neue US-Zölle ausgelösten globalen Handelsspannungen.
Die Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses der Bank (MPC) ist die vierte Zinssenkung seit August 2024. Zusätzlich warnte der Ausschuss davor, dass sich das Wirtschaftswachstum Großbritanniens in den nächsten drei Jahren um weitere 0,3 % verlangsamen werde, zusätzlich zu den drastischenmatic seiner Prognosen, die er Anfang des Jahres vorgenommen hatte.
Für Finanzministerin Rachel Reeves ist dies ein Rückschlag: Der geldpolitische Ausschuss warnte, dass die Kombination aus Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen der US-Handelspolitik und den Schattenseiten der britischen Wirtschaft dazu führen werde, dass das Wirtschaftswachstum für den Rest des Jahres nahezu stagnieren werde.
Gouverneur Andrew Bailey erklärte, die globalen Aussichten seien unsicherer geworden. Er merkte an, die vergangenen Wochen hätten gezeigt, wie volatil die Weltwirtschaft sein könne, weshalb die Bank von England einen vorsichtigen und schrittweisen Ansatz verfolge.
Im geldpolitischen Ausschuss herrschte Uneinigkeit. Fünf der neun Mitglieder stimmten für die Senkung um 0,25 Prozentpunkte. Zwei bevorzugten eine drastischere Reduzierung um 0,5 Prozent. Die beiden anderen stimmten für den Erhalt des Zinssatzes.
Diese Dreiteilung ist ungewöhnlich und spiegelt das Ausmaß der Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Bank wider. Die Ökonomin Swati Dhingra und das externe Mitglied Alan Taylor plädierten für eine stärkere Zinssenkung, da die Nachfrage nachlasse.
Die Chefökonomen Huw Pill und Catherine Mann äußerten ebenfalls ihre Besorgnis darüber, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei, und sprachen sich für eine Beibehaltung der Zinssätze aus. Das abschließende Abstimmungsergebnis von 5 zu 4 Stimmen für eine geringere Zinssenkung verdeutlicht, wie knapp die Entscheidung ausfiel.
Zölle lösen globalen Schock aus und zwingen die Bank of England zum Handeln
Die Zinssenkung der Bank of England erfolgte, nachdem Präsidentdent Trump weitreichende neue Einfuhrzölle von wichtigen Handelspartnern, darunter viele Verbündete Englands wie Großbritannien und die EU, angekündigt hatte. Dieser Schritt löste einen Ausverkauf an den globalen Märkten aus und schürte die Angst vor einem Handelskrieg.
Die Bank warnte, dass die neuen Zölle die britische Wirtschafttracwürden. Zwar werden die unmittelbaren Auswirkungen auf die britischen Exporte voraussichtlich gering sein, doch die Verantwortlichen sind besorgter über die umfassenderen Störungen des Welthandels, die das Wachstum erheblich beeinträchtigen könnten.
Zwei Drittel des prognostizierten Wachstumsrückgangs sind auf den globalen Schock zurückzuführen, nicht auf den direkten Handel zwischen Großbritannien und den USA. Der IWF hat seine Prognose für das globale Wachstum bereits gesenkt. Die Bank of England schloss sich dieser Einschätzung an und reduzierte ihre Wachstumsprognose für Großbritannien im Jahr 2026 von 1,5 % auf 1,25 %.
Kurzfristig rechnet das Unternehmen in diesem Jahr mit einem BIP-Wachstum von 1 %, etwas über seiner vorherigen Prognose, warnt aber davor, dass das jüngste Wachstum „unberechenbar“ erscheint
Die Bank of England signalisiert eine Abkühlung der Inflation, warnt aber vor anhaltenden Risiken
Dieser Perspektivenwechsel deutet auf sinkende Energiepreise und ein verlangsamtes Lohnwachstum hin. Das Lohnwachstum, das derzeit bei etwa 6 % liegt, dürfte sich bis zum Jahresende auf 3,75 % verlangsamen.
Die Risiken für die Wirtschaft bleiben jedoch bestehen. Die Bank hat außerdem zwei neue alternative Wirtschaftsszenarien.
Im ersten Fall führt anhaltende politische Unsicherheit dazu, dass Konsumenten und Unternehmen ihre Ausgaben und Investitionen zurückhalten, was das Wachstum weiter schwächt. Im zweiten Fall könnte eine stagnierende Arbeitsproduktivität in Verbindung mit gleichbleibenden Löhnen eine Lohn-Preis-Spirale auslösen, die die Inflation anheizt und weitere Zinssenkungen deutlich riskanter macht.
Das britische Pfund legte gegenüber dem Dollar leicht zu, und die Renditen britischer Staatsanleihen sanken, da die Anleger mit tiefergehenden Zinssenkungen rechneten.
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Nellius Irene
Nellius hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und IT und verfügt über fünf Jahre Erfahrung in der Kryptowährungsbranche. Sie ist außerdem Absolventin des Bitcoin Dada-Programms. Nellius hat für führende Medien wie BanklessTimes, Cryptobasic und Riseup Media geschrieben.
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