Amazons AWS ist zwar Marktführer im Cloud-Bereich, doch die Verlangsamung lässt einige Investoren zögern

- Amazons AWS meldete im zweiten Quartal einen Umsatz von 30,9 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 17,5 % entspricht, blieb aber hinter dem Anstieg von Microsoft Azure um 39 % zurück.
- CEO Matt Garman sagte, AWS entwickle weiterhin Tools für KI und Unternehmens-Workflows.
- Analysten warnten vor steigenden Kosten, Verzögerungen beim Infrastrukturausbau und einer langsameren Einführung von KI bei den Kunden.
Amazon Web Services ist im Cloud-Geschäft weiterhin führend, doch die jüngsten Geschäftszahlen beunruhigen einige Anleger.
AWS wird auch 2025 noch der größte Gewinnbringer von Amazon sein, doch das Wachstumstempo verlangsamt sich allmählich. Zwar erzielte das Unternehmen im zweiten QuartaltronUmsätze, doch diese Dynamik wird vom deutlich schnelleren Aufstieg von Microsoft Azure und Google Cloud überschattet.
Matt Garman, der derzeitige CEO von AWS, erklärte gegenüber Yahoo Finance's Opening Bid , dass sich das Unternehmen noch in einer frühen Phase befinde. „Wir sind noch ganz am Anfang, aber die Technologie birgt enormes Potenzial“, so Garman.
Er fügte hinzu, dass AWS Tools für Startups, Großkonzerne und öffentliche Einrichtungen entwickle, um KI-gestützte Software und sogenannte „agentische Workflows“ zu erstellen. Doch dieses Versprechen hat sich bisher nicht in Kursbewegungen niedergeschlagen. Die Amazon-Aktie legte bis 2025 lediglich um 4,5 % zu, während der S&P 500 um 12 % stieg.
Azure wächst schneller, während AWS versucht, die Kapazität zu erhöhen
Im zweiten Quartal (April bis Juni) erzielte AWS einen Umsatz von 30,9 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 17,5 % gegenüber dem Vorjahr. Dies übertraf die von Analysten prognostizierten 30,8 Milliarden US-Dollar leicht. Doch im Vergleich zum Umsatzsprung von Azure um 39 % auf 29,9 Milliarden US-Dollar erscheint der Vorsprung von AWS deutlich weniger sicher.
Google Cloud erzielte ebenfalls beeindruckende Ergebnisse und erreichte im zweiten Quartal 13,6 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 32 % entspricht und die Erwartungen von 13,14 Milliarden US-Dollar übertraf.
All dies hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob Amazon seine Spitzenposition halten kann. Die jüngsten Erfolge von Azure basieren auf der Partnerschaft mit OpenAI, die Amazon derzeit nicht vorweisen kann.
Stattdessen setzt AWS auf seine Partnerschaft mit Anthropic und hofft, dass die wachsende Nachfrage sowohl nach generativer KI als auch nach älteren Unternehmensanforderungen ihm den entscheidenden Vorteil verschaffen wird.
Brian Nowak, ein leitender Analyst bei Morgan Stanley, wies in einer Mitteilung an seine Kunden darauf hin. Er erwartet, dass AWS im Jahr 2026 ein Umsatzwachstum von über 20 % verzeichnen könnte, vorausgesetzt, die geplante Erweiterung der Rechenzentren verläuft planmäßig.
Brian warnte, dass all das bedeutungslos sei, wenn Amazon seine Infrastrukturprobleme nicht beheben könne. Er sagte: „Damit diese Arbeitslasten und Umsätze fließen können, muss AWS weiterhin Kapazitätsengpässe überwinden“, und nannte als Beispiele Probleme wie Chipmangel, Verzögerungen bei der Kabellieferung und Stromversorgungsprobleme.
Morgan Stanley ist jedoch überzeugt, dass AWS bei der Behebung dieser Engpässe Fortschritte erzielt. Brian hob sein Kursziel für Amazon auf 300 US-Dollar an, mit einem Best-Case-Szenario von 350 US-Dollar, da er darauf setzt, dass AWS seine Expansion abschließt und eintronWachstum generiert.
Die Ausgaben steigen, die Kunden zögern
Amazon investiert außerdem massiv in neue Hardware. Matt hob die speziell entwickelten KI-Chips als eine der wichtigsten Innovationen des Unternehmens hervor. Diese Chips sollen Entwicklern helfen, Anwendungen mit tief integrierter KI zu erstellen.
„Wir glauben, dass diese Kombination aus KI und Unternehmensdaten vielen unserer Kunden genau den Mehrwert bieten wird, den sie suchen“, sagte Matt.
Dennoch werden die Investitionsausgaben bis 2025 und 2026 voraussichtlich stark ansteigen. Das wirft weitere Fragen auf. Einige Analysten sind sich unsicher, ob die Investitionen von AWS tatsächlich zur Kundenbindung führen werden, insbesondere angesichts des Wettbewerbs zwischen Microsoft, Google und Oracle um einen größeren Anteil am selben Markt.
Tom Forte von der Maxim Group und Brad Erickson von RBC Capital erklärten gegenüber Yahoo Finance, dass der Zeitpunkt ein entscheidender Faktor sei. Die meisten Unternehmen seien noch nicht bereit, KI-Produkte flächendeckend einzuführen. „Viele Kunden experimentieren noch“, sagten sie. Das bedeute, dass die Nachfrage zwar vorhanden sei, sich aber noch nicht in den Zahlen widerspiegele.
Tom merkte außerdem an, dass Startups die Kundenbasis von AWS unberechenbarer machen. Ihre Cloud-Ausgaben hängen stark von Finanzierungszyklen ab. Wenn die Finanzierung ausbleibt, sinkt auch die Nutzung. Diese Volatilität birgt Risiken für Amazons zukünftige Cloud-Umsätze.
Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.
CRASH-KURS
- Mit welchen Kryptowährungen kann man Geld verdienen?
- Wie Sie Ihre Sicherheit mit einer digitalen Geldbörse erhöhen können (und welche sich tatsächlich lohnen)
- Wenig bekannte Anlagestrategien, die Profis anwenden
- Wie man mit dem Investieren in Kryptowährungen beginnt (welche Börsen man nutzen sollte, welche Kryptowährung am besten zum Kauf geeignet ist usw.)















