ASML, einer der weltweit führenden Anbieter von hochentwickelten Chipfertigungsmaschinen, dürfte von einer Welle von Investitionen in KI-Rechenzentren profitieren, während das Unternehmen am Mittwoch seinen Ergebnisbericht für das dritte Quartal veröffentlicht.
Die Werkzeuge des Unternehmens sind für die Herstellung von Hochleistungschips, die von Nvidia, TSMC und Samsung verwendet werden, unerlässlich, und Analysten erwarten, dass steigende Bestellungen eine neue Wachstumsphase für den niederländischen Hersteller einläuten werden.
Laut ASMLs Investorenkalender veröffentlicht das Halbleiterunternehmen seine Ergebnisse für das dritte Quartal am Mittwoch. Die Geschäftsentwicklung gilt als wichtiger Indikator für die globale Halbleiterbranche, und neue, KI-gestützte Megadeals zwischen Technologieunternehmen und Chipherstellern geben Anlegern neuen Optimismus hinsichtlich der Nachfrage nach ASMLs Lithografiesystemen.
Ausgaben für KI-Rechenzentren treiben neue Chip-Ausrüstungsbestellungen an
Große Technologiekonzerne wie Meta, Oracle und Microsoft investieren Milliarden von Dollar in den Aufbau riesiger Rechenzentren, um ihre hochentwickelten KI-Computersysteme zu betreiben. Diese Unternehmen schließen umfangreiche VerträgetracChipherstellern wie Nvidia, AMD, Intel und Samsung ab, die ihrerseits stark von ASML , was ihre Chipkomponenten betrifft.
Investoren reißen sich derzeit um ASML-Aktien, und seit dem 2. September ist der Kurs des Unternehmens um rund 32 % gestiegen (doppelt so viel wie der Anstieg des Philadelphia Semiconductor Index um 15 % im gleichen Zeitraum). Diese Investoren erwarten, dass weitere Chiphersteller verstärkt ASML-Maschinen bestellen werden, um ihre Produktionskapazitäten zu erweitern, da weltweit immer mehr Unternehmen Rechenzentren für KI-Systeme errichten.
Analysten des Marktforschungsunternehmens Visible Alpha prognostizieren für ASML im dritten Quartal einen Auftragseingang von 5,36 Milliarden Euro. Allein im ersten Halbjahr erreichte ASML einen Gesamtauftragseingang von 9,48 Milliarden Euro, was die anhaltend starke Nachfrage nach seinen Werkzeugen unterstreicht. Daten von LSEG IBES zeigen zudem, dass Analysten für ASML einen Anstieg des Nettogewinns um 1,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 2,11 Milliarden Euro erwarten.
Die Führungskräfte von ASML äußerten sich Anfang des Jahres noch vorsichtiger zur Zukunft. Das Unternehmen gab an, dass es aufgrund geringerer Ausgaben wichtiger Kunden wie Samsung und Intel unsicher sei, ob der Umsatz im Jahr 2026 wachsen werde. Die Situation änderte sich jedoch schlagartig nach dem plötzlichen Boom bei KI-Investitionen.
Morningstar-Analyst Javier Correonero sagte: „Es ist klar, dass sich die Stimmung geändert hat“, und fügte hinzu, dass der nächste Quartalsbericht von ASML zeigen werde, wie das Unternehmen mit dieser wachsenden Nachfrage umgehen wolle.
Investoren wollen nun von der Geschäftsleitung erfahren, wie schnell ASML mit einem Auftragswachstum rechnet, wie das Unternehmen seine Produktionskapazitäten ausbauen will und wie es die Kundenbedürfnisse in den kommenden Jahren erfüllen möchte. Analysten gehen davon aus, dass die Rolle des Unternehmens noch zentraler und wertvoller wird, da künstliche Intelligenz einen immer wichtigeren Bestandteil der Weltwirtschaft darstellt.
ASML arbeitet daran, die Produktion zu beschleunigen und die steigende Nachfrage zu decken
Analysten und Investoren fordern von ASML weiterhin eine klare Erklärung, wie schnell das Unternehmen die Produktion steigern und seine Maschinen liefern kann. Der Bau neuer Chipfabriken ist ein langwieriger Prozess, der viele Jahre dauert, und auch die Herstellung der komplexen Maschinen des Unternehmens benötigt viel Zeit.
Darüber hinaus kostet jede der EUV-Lithografieanlagen des Unternehmens über 300 Millionen US-Dollar und die Herstellung und Lieferung kann acht bis zwölf Monate dauern. Diese Umstände zwingen Chiphersteller dazu, den Zeitpunkt ihrer Bestellungen sorgfältig abzuwägen. Bestellen sie zu früh, geben sie möglicherweise erhebliche Summen für Anlagen aus, die sie noch nicht benötigen. Bestellen sie hingegen zu spät, stehen ihnen unter Umständen nicht genügend Anlagen zur Verfügung, wenn die Chipnachfrage plötzlich steigt. Der Zeitpunkt muss perfekt sein, weshalb Investoren großen Wert auf die Fähigkeit von ASML legen, die Produktion auszuweiten.
Unternehmen wie Micron, SK Hynixund Samsung planen bereits den Bau oder die Modernisierung ihrer Fabriken, um fortschrittlichere Speicherchips für KI-Server und Rechenzentren herzustellen. Auch mehrere chinesische Unternehmen versuchen trotz Handelsbeschränkungen, ihre Produktion zu steigern.
Analyst Michael Roeg von Degroof Petercam erklärte, dass alle großen Chiphersteller im kommenden Jahr voraussichtlich weitere Maschinen bei ASML bestellen werden, um ihre KI-Chip-Produktion auszubauen. Der Halbleiterhersteller könnte mit einer sehr hohen Nachfrage mehrerer Kunden gleichzeitig konfrontiert werden, was die Liefertermine verkürzen und die Produktion belasten könnte.

