Anthropic bestätigt Pläne zur Entwicklung eigener Chips für Claude

- Anthropic hat bestätigt, dass ein internes Team aufgebaut wird, das maßgeschneiderte Mikrochips entwickeln soll, um Claude effizienter zu betreiben.
- Durch die Herstellung eigener Siliziumchips kann Anthropic eine wichtige Schicht des Technologie-Stacks selbst besitzen, anstatt ausschließlich Hardware von externen Anbietern zu mieten.
- Anthropic schließt sich Konkurrenten wie OpenAI und Meta an, die eigene Hardware entwickeln, um die starke Abhängigkeit von Nvidia-Chips zu verringern.
Anthropic hat heute bestätigt, dass es mit dem Aufbau eines eigenen Teams begonnen hat, das maßgeschneiderte Chips für seine KI Claude entwickeln soll.
Bislang war das Unternehmen vollständig auf Chips anderer Technologiekonzerne angewiesen, doch die rasant steigende Nachfrage erfordert nun eigene Hardware, um einen schnellen und reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.
Eine Stellenanzeige verwandelt monatelange Gerüchte in ein besetztes Programm
Die Nachricht wurde in einer offiziellen Stellungnahme gegenüber Business Insider. Gleichzeitig wurde eine neue Stelle für einen leitenden Silizium-Ingenieur ausgeschrieben. Laut Business Insider erklärte ein Sprecher von Anthropic, das Unternehmen werde Hardware und Modelle gemeinsam mit den Kunden entwickeln, damit Claude „schneller und effizienter“ laufe – und zwar in dem Umfang, den die Kunden benötigen.
Interessanterweise ist die Stellenbeschreibung recht detailliert. Anscheinend sucht Anthropic Ingenieure für die Bereiche Front-End-Design, Pre-Silicon-Verifikation, Physical Design, Analog- und Mixed-Signal-Technik sowie Packaging, die in einem Gehaltsbereich von 320.000 bis 485.000 US-Dollar arbeiten können.
Laut Stellenausschreibung müssen die Kandidaten einen „direkten persönlichen Beitrag“ zu fertigen, ausgelieferten Halbleiterdesigns nachweisen und bereit sein, „wichtige Entscheidungen ohne die Unterstützung einer großen Organisation zu treffen“
In der Stellenanzeige wird der neue Mitarbeiter außerdem gebeten, nach Eintreffen eines Bauteils „Unterstützung bei der Inbetriebnahme und Fehlersuche des ersten Siliziumchips“ zu leisten – eine Formulierung, die eher auf ein Team hindeutet, das einen Chip fertigen will, als den eines anderen zu bewerten.
Während Medien wie Reuters und The Information zuvor auf Gespräche mit Produktionspartnern wie Samsung hingewiesen hatten, hat Anthropic noch keine Fabrik oder einen Veröffentlichungstermin genannt.
Besitz der Ebene, die es derzeit mietet
Anthropic stellte außerdem klar, dass sie ihre bestehenden Partner nicht im Stich lassen würden. Der Sprecher betonte, dass der Technologiekonzern weiterhin Chips von AWS, Google, Nvidia und AMD neben seiner neuen Hardware verwenden werde, um seine Lieferkette flexibel zu halten.
Die wirtschaftlichen Gründe für diese Entscheidung liegen jedoch in den eigenen Zahlen von Anthropologie. Berichten zufolge gab das Unternehmen im April bekannt, dass sein Jahresumsatz die 30-Milliarden-Dollar-Marke überschritten hat, gegenüber rund 9 Milliarden Dollar Ende 2025, und dass sich die Zahl der Kunden, die jährlich mehr als 1 Million Dollar ausgeben, auf über 1.000 verdoppelt hat.
Diese gesamte Rechenleistung wird derzeit auf Chips anderer Unternehmen genutzt: AWS Trainium, Google TPUs und Nvidia GPUs, wobei ab 2027 mehrere Gigawatt an Google TPU-Kapazität der nächsten Generation zugesagt sind. Ein Chip, der Anthropic selbst besitzt, würde dem Unternehmen eine Ebene dieser Technologiekette ersparen, die es nicht mehr mieten muss.
OpenAI und Meta waren die Ersten
Anthropic ist nicht das erste Spitzenforschungslabor, das diese Wette eingeht. Sein engster Konkurrent, OpenAI, stellte im Juni einen speziell entwickelten Inferenzchip namens Jalapeño vor, der in Zusammenarbeit mit Broadcom entstanden ist. OpenAI behauptet, dass das Bauteil die Kosten um bis zu 50 % senken kann.
Andere Wettbewerber sind noch schneller. Meta bereitet sich darauf vor , bald eigene Chips herzustellen, und selbst kleinere Startups prüfen diese Möglichkeit. Das Ziel ist für alle dasselbe: die Abhängigkeit von Nvidia, deren Chips derzeit den Markt dominieren, zu verringern und Hardware zu entwickeln, die speziell auf die eigene KI zugeschnitten ist.
Für Anthropic ist dies auch bei der Personalrekrutierung hilfreich. Zwar gibt es Bedenken, dass manche Mitarbeiter mehr Wert auf hohe Gehälter als auf die Kernmission des Unternehmens legen, doch Anthropic bietet hochqualifizierten Ingenieuren nun die Möglichkeit, brandneue Hardware von Grund auf zu entwickeln – ein völlig neuer Anreiz, sich dem Unternehmen anzuschließen.
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Häufig gestellte Fragen
Was hat Anthropic tatsächlich angekündigt?
Anthropic bestätigte am 5. August in einer Stellungnahme gegenüber Business Insider erstmals, dass das Unternehmen ein eigenes Silizium-Team aufbaut, um kundenspezifische Chips für seine Claude-Modelle zu entwickeln, und behält dabei einen „Multi-Chip-Ansatz“ bei, der weiterhin auf Hardware von AWS, Google, Nvidia und AMD setzt.
Wie viel zahlt Anthropologie seinen Chip-Ingenieuren?
In einer Stellenanzeige für das Custom Silicon Team wird eine Gehaltsspanne von 320.000 bis 485.000 US-Dollar angegeben. Bewerber müssen persönlich an der Entwicklung fertiger und ausgelieferter Halbleiterkonstruktionen mitgewirkt haben.
Welche anderen KI-Unternehmen entwickeln ihre eigenen Chips?
OpenAI hat im Juni einen von Broadcom entwickelten Inferenzchip namens Jalapeño vorgestellt, Meta plant, im September mit Broadcom und TSMC mit der Produktion seines hauseigenen Iris-Chips zu beginnen, und der CEO von Mistral hat erklärt, dass das Unternehmen die Entwicklung eigener Siliziumchips erwägt.

Hannah Collymore
Hannah ist Autorin und Redakteurin mit fast zehn Jahren Erfahrung im Bloggen und der Eventberichterstattung im Kryptobereich. Bei Cryptopolitanschreibt sie für die Nachrichtenseite und berichtet und analysiert die neuesten Entwicklungen in den Bereichen DeFi, RWA, Kryptoregulierung, KI und Zukunftstechnologien. Sie hat an der Arcadia University Betriebswirtschaftslehre studiert.
















