Künstliche Intelligenz (KI) ebnet den Weg für eine Revolution im Kampf gegen häusliche Gewalt und entwickelt innovative Methoden zur Prävention und Intervention. Der jüngste Bericht des Nationalen Statistikamtes zeigt, dass die Zahl der Opfer, die Unterstützungsangebote bei häuslicher Gewalt in Anspruch nehmen, stetig steigt, wobei es sich mehrheitlich um Frauen handelt.
Dies ist auf eine beträchtliche Anzahl von Gesetzen und den Aufbau gut funktionierender Reforminstitutionen zurückzuführen. Dennoch bleibt die Bekämpfung häuslicher Gewalt für unsere Behörden eine große Herausforderung, und es lohnt sich stets, nach moderneren und wirksameren Instrumenten zu suchen.
Automatisierung der Risikobewertung mithilfe von maschinellem Lernen
Maschinelle Lernverfahren weisen im Vergleich zu traditionellen Risikobewertungsmethoden eine deutlich höhere Genauigkeit bei der Identifizierung besonders gefährdeter Opfer häuslicher Gewalt auf. Konkret erreichen etwa 10 % aller Polizeieinsätze wegen häuslicher Gewalt die Behörden innerhalb eines Jahres erneut aufgrund eines weiteren Gewaltvorfalls. Eine zentrale Aufgabe der Polizei besteht darin, das Gefährdungspotenzial zu analysieren, dem die Opfer häuslicher Gewalt erneut ausgesetzt sein könnten, um sie zu schützen und weitere Gewalt zu verhindern. Dies geschieht in der Regel mithilfe eines standardisiertendent.
Es ist jedoch möglich, die Vorhersagbarkeit zukünftiger Übergriffe um mehr als 30 % zu verbessern und somit die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Polizei schwere Verletzungen verhindern kann. Die Analyse vorhandener Informationen, wie beispielsweise Strafregister, Polizeieinsätze oder gemeldete Gewalttaten, mithilfe von Systemen des maschinellen Lernens ist deutlich genauer als die üblicherweise von der Polizei verwendeten Standardfragebögen. Diese Systeme können in Situationen, in denen die Polizei zu langsam aufdent häuslicher Gewalt reagiert und die Bearbeitung dieser Fälle Zeit in Anspruch nimmt, von entscheidender Bedeutung sein.
Echtzeit-Intervention und -Vorhersage
Polizeibeamte, die zu Einsätzen wegen häuslicher Gewalt gerufen werden, sind derzeit darin geschult, das DASH-Formular (Domestic Abuse, Stalking, Harassment, and Honour-Based Violence – Häusliche Gewalt, Stalking, Belästigung und Ehrenverbrechen) auszufüllen. DASH besteht aus einer Checkliste mit etwa 27 Fragen, die zusammen mit allen anderen relevanten Informationen dazu dient, dass der Beamte den Fall als normales, mittleres oder hohes Risiko einstuft. Wird ein Fall als hohes Risiko eingestuft, bedeutet dies, dass jederzeit ein sicherheitsrelevanterdent eintreten kann, der den Einsatz von Ressourcen zum Schutz des Opfers auslöst.
Da die DASH-Daten durch andere fehlerhafte Informationen über die beteiligten Personen ersetzt werden könnten, wie etwa strafrechtliche Verurteilungen,dentoder die Anzahl der Anrufe bei der Polizei wegen häuslicher Gewalt, könnte das System des maschinellen Lernens noch präziser werden.
Durch den Einsatz KI-gestützter Störverfahren anstelle herkömmlicher Verhörmethoden können Strafverfolgungsbehörden erneute Gewalttaten möglicherweise genauer vorhersagen. Indem Ressourcen auf Hochrisikofälle konzentriert werden, lassen sich präventive Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Opfer zu gewährleisten und zukünftigen Schaden abzuwenden.
Opfer durch Technologie stärken
Neben KI-gestützter Risikobewertung bietet die Technologie eine Reihe von Instrumenten, um Opfern zu helfen und schnelle Hilfe zu ermöglichen. Sicherheits-Apps, SMS-basierte Dienste und tragbare Geräte wie SOS-Armbänder bieten Menschen die Möglichkeit, diskret Hilfe zu rufen und so in Notfällen sicher zu bleiben.
Es ist wichtig zu betonen, dass Technologie und KI es uns ermöglichen, Opfer häuslicher Gewalt durch viele effiziente und innovative Methoden zu unterstützen. Mithilfe von Technologie konnten Lücken in Daten, Dokumentation, Berichterstattung und Richtlinien geschlossen und den Opfern schnellere und effektivere Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden. Mehrere beispielhafte Projekte und Lösungen benötigen eine Kampagne, die die Öffentlichkeit darüber informiert und ihre landesweite Verbreitung fördert.
Darüber hinaus ist Crowdsourcing ein Instrument, um häusliche Gewalt und sexuelle Belästigung zu verstehen; es regt außerdem politische und institutionelle Veränderungen an. #StopFemicides-Crowdsourcing-Plattformen machen nicht nur auf das Ausmaß und die Schwere des Problems aufmerksam, sondern schaffen auch die dringend benötigte Transparenz, um durch Druck auf Regierung und politische Entscheidungsträger Veränderungen herbeizuführen.
Gleichzeitig können verschiedene KI- und NLP-Tools (Natural Language Processing) entwickelt werden, um Muster häuslicher Gewalt und Online-Belästigung zu erkennen. Solche KI-gestützten Tools können Opfern häuslicher Gewalt helfen, indem sie deren Verhaltensmusterdent. Dies ermöglicht es Experten, lokalen Behörden und der Polizei, potenzielle Fälle häuslicher Gewalt vorherzusagen und rechtzeitig einzugreifen oder diese zu verhindern.

