KI an der Kasse: Supermärkte im Wandel durch intelligente Technologie

- KI-Technologien in Supermärkten reduzieren Lebensmittelverschwendung um bis zu 30 %, optimieren die Lagerbestände und steigern die Gewinne.
- Die Gassensortechnologie von BlakBear revolutioniert die Überwachung der Lebensmittelfrische und könnte die herkömmlichen Verfallsdaten ersetzen.
- Die Zusammenarbeit zwischen Einzelhändlern und Lieferanten, unterstützt durch KI, maximiert die Effizienz und minimiert Abfall entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette.
Um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und Lagerbestände zu optimieren, setzen Supermärkte zunehmend auf künstliche Intelligenz (KI). Diese fortschrittlichen Systeme verbessern nicht nur die Entscheidungsfindung der Verantwortlichen für Frischwaren, sondern führen auch innovative Methoden zur Sicherstellung der Lebensmittelfrische ein und haben damit das Potenzial, den Lebensmitteleinzelhandel grundlegend zu verändern.
Revolutionierung des Frischwarenmanagements
Ein Paradebeispiel für den Einfluss von KI in Supermärkten kommt aus dem ländlichen Deutschland. Ein lokaler Laden, der aufgrund unerfahrenen Personals mit Überbeständen zu kämpfen hatte, implementierte das Machine-Learning-System von Freshflow. Diese Technologie prognostiziert das Kaufverhalten der Kunden und schlägt optimale Lagerbestände vor, wodurch die Lebensmittelverschwendung um fast 30 % reduziert werden konnte. Das Startup Freshflow mit 15 Mitarbeitern und einer Finanzierung von 3 Millionen Euro hat seine Software bereits in mehreren Geschäften in ganz Deutschland im Einsatz und testet sie derzeit in Frankreich. Laut Mitgründer Avik Mukhija kann ihr System die Verschwendung um 20–25 % reduzieren und den Umsatz um bis zu 3 % steigern.
Die Technologie nutzt eine Vielzahl von Daten, darunter Wettervorhersagen, Echtzeit-Verkaufszahlen und vergangene Werbeerfolge, um Prognosen zu erstellen. Trotz der Befürchtung, dass Automatisierung menschliche Arbeitsplätze ersetzen könnte, betont Mukhija, dass Freshflow die Fähigkeiten von Obst- und Gemüseabteilungsleitern ergänzen, nicht ersetzen will. Dieser Ansatz reduziert nicht nur Lebensmittelverschwendung, sondern würdigt auch den einzigartigen Beitrag menschlicher Kreativität bei der Produktpräsentation und -vermarktung.
TracKing – Frische und Innovation
Das Londoner Startup BlakBear leistet Pionierarbeit mit Gassensortechnologie zur Überwachung der Frische verpackter Lebensmittel wie Fisch und Fleisch. Mitgründer Max Grell erklärt, dass die kostengünstigen Sensoren Veränderungen der Atmosphäre in der Verpackung erkennen, die auf Verderb hinweisen. Durch diedentvon Gasen wie Ammoniak und Kohlendioxid können die Sensoren potenzielle Qualitätsminderungen per RFID oder Bluetooth melden. BlakBear, das 2,3 Millionen Pfund an Kapital eingeworben hat und mit großen britischen Einzelhändlern zusammenarbeitet, plant, herkömmliche Mindesthaltbarkeitsdaten durch seine Sensoren zu ersetzen und Verbrauchern so eine genauere Angabe zur Produktfrische zu ermöglichen.
Das Gesamtbild: Die Rolle der KI im Lebensmitteleinzelhandel
Der Einsatz von KI im Lebensmitteleinzelhandel ist Teil eines umfassenderen Trends hin zu nachhaltigeren und effizienteren Praktiken. Angesichts der Tatsache, dass in der Europäischen Union jährlich rund 60 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle anfallen, bergen Technologien, die den Bedarf präzise vorhersagen und die Frische von Lebensmitteln trackönnen, das Potenzial, diese Menge deutlich zu reduzieren. Die Effektivität dieser Systeme hängt jedoch von einer kontinuierlichen Überwachung und Anpassung ab, da unvorhersehbares Konsumverhalten oder externe Faktoren ihre Genauigkeit beeinträchtigen können.
Experten wie Patrick Brandtner von der Fachhochschule Oberösterreich sehen die Integration von Hightech-Werkzeugen im Lebensmitteleinzelhandel als Antwort auf die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie, der Inflation und des Wettbewerbs durch Giganten wie Amazon. Brandtners Arbeit, darunter Kooperationen mit der Supermarktkette Aldi, unterstreicht das Potenzial prädiktiver Analysen zur Anpassung an veränderte Konsumgewohnheiten und deutet auf eine Zukunft hin, in der KI helfen könnte, ähnliche Krisen wie die Pandemie zu bewältigen.
Auch Lieferanten nutzen KI, um fundierte Entscheidungen in Bezug auf Produktion und Marketing zu treffen. Fresh4cast, ein Unternehmen, das Lieferanten bei der Verwaltung von jährlich über 350.000 Tonnen Lebensmitteln unterstützt, ermöglicht es Nutzern, verschiedene Szenarien zu simulieren und schnell datengestützte Entscheidungen zu treffen. Diese KI-gestützte Zusammenarbeit zwischen Einzelhändlern und Lieferanten zielt darauf ab, die Effizienz zu maximieren und Abfall entlang der gesamten Lieferkette zu minimieren.
Da Supermärkte und ihre Partner den Einsatz von KI weiter erforschen und ausbauen, liegen die Vorteile auf der Hand: weniger Abfall, höhere Gewinne und eine flexiblere Lebensmittelversorgungskette. Die Integration von Technologie im Lebensmitteleinzelhandel trägt nicht nur zur Lösung von Umweltproblemen bei, sondern verbessert auch das Einkaufserlebnis für die Verbraucher und verspricht eine Zukunft, in der Technologie und menschliches Fachwissen Hand in Hand arbeiten, um den Anforderungen einer sich rasant verändernden Welt gerecht zu werden.
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Glory Kaburu
Glory ist eine äußerst sachkundige Journalistin mit fundierten Kenntnissen im Umgang mit KI-Tools und -Forschung. Ihre Leidenschaft gilt der KI, und sie hat bereits mehrere Artikel zu diesem Thema verfasst. Sie hält sich stets über die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und Deep Learning auf dem Laufenden und schreibt regelmäßig darüber.
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