Wyoming treibt seine Begeisterung für Blockchain auf die Spitze. Gouverneur Mark Gordon kündigte kürzlich an, dass der Bundesstaat plant, im Jahr 2025 einen eigenen, an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin einzuführen.
Gordon verfolgt das Ziel, Wyoming zum ersten US-Bundesstaat mit einer eigenen digitalen Währung zu machen. Die Ankündigung erfolgte auf dem Wyoming Blockchain Symposium, wo er den ambitionierten Plan des Bundesstaates vorstellte.
Der Gouverneur, der gleichzeitig Vorsitzender der Wyoming Stable Token Commission ist, sagte, der Stablecoin werde durch US-Schatzanweisungen und Rückkaufvereinbarungen gedeckt sein.
Gordon ließ in seiner Rede keine Zeit verstreichen, um die Bundesregierung zu kritisieren. Er bemängelte deren Vorgehen in der Finanzkrise von 2007/2008, insbesondere die darauf folgenden Rettungsaktionen.
„Es gab eine Zeit vor 2008, da war der Kapitalismus wirklich wichtig, und das bedeutete, dass Scheitern möglich war“, sagte Gordon. Er fügte hinzu, dass Wyoming die Philosophie des „Systems, das zum Scheitern verurteilt ist“, die nach der Krise die Bundespolitik dominierte, nicht teile.
Da hat er recht. Die Finanzkrise war ein Desaster, angeheizt durch hypothekenbesicherte Wertpapiere und riskante Schuldtitel. Doch Gordons Kritik richtet sich nicht nur gegen die Vergangenheit. Er sorgt sich um die Zukunft.
Er argumentiert, dass die „Systemrelevanz“ dem widerspricht, wofür Wyoming steht. Der Staat schätzt Risiko, denn, wie Gordon es ausdrückt, ist Risiko für echtes Wachstum unerlässlich.
Der Gouverneur ist überzeugt, dass Wyoming als Vorreiter in diesem Bereich einen enormen Vorteil erlangen wird. Er sieht in dem Stablecoin eine Möglichkeit, die Wirtschaft des Bundesstaates anzukurbeln und dessen Ruf als führender Akteur in der Regulierung digitaler Vermögenswerte zu festigen.
Gordon stichelte auch gegen die Federal Reserve und bezeichnete sie als „Innovationsbremse“. Er wies darauf hin, dass die USA in ihrer Geschichte zwei gescheiterte Zentralbanken hatten – die First Bank und die Second Bank of the United States, die beide unter den Regierungen von Madison und Jackson aufgelöst wurden.
Laut Gordon steht das aktuelle System der US-Notenbank nicht viel besser da. Er ist überzeugt, dass Wyomings proaktive Haltung gegenüber Blockchain und digitalen Vermögenswerten ein dringend benötigtes Gegenmittel gegen die Stagnation darstellt, die er im US-amerikanischen Zentralbanksystem beobachtet.
Mit der Einführung eines eigenen Stablecoins sagt Wyoming im Grunde: „Wir warten nicht darauf, dass die Fed endlich ihre Probleme in den Griff bekommt.“
Der Staat begibt sich außerdem auf ziemlich seltsames Terrain mit einem Bürgermeisterkandidaten, der durch einen KI-Bot ersetzt werden will.
Victor Miller, ein parteiloser Kandidat für das Bürgermeisteramt von Cheyenne, hat kürzlich eine ebenso futuristische wie kontroverse Idee vorgestellt. Im Falle seiner Wahl plant er, die Kontrolle an einen KI-Bot namens „VIC“ (kurz für Virtual Integrated Citizen) zu übergeben.
Doch nicht alle sind von dieser Idee begeistert. Berichten zufolge sperrte das Technologieunternehmen OpenAI Millers Konto, als er versuchte, deren Software für den VIC-Bot zu nutzen.
Die Unternehmensrichtlinien verbieten die Nutzung der Technologie für politische Kampagnen oder Lobbyarbeit, weshalb Miller auf ein Hindernis stieß. Trotz dieses Rückschlags setzt er seine Kampagne fort.

